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GnP-Prognosen für UFC 127

UFC 127 (Poster via Zuffa LLC)

Herzlich Willkommen zur siebten Ausgabe unserer hauseigenen Expertentipprunde. Dieses Mal werden wir für UFC 127 einen Blick in unsere Kristallkugeln werfen und unsere Einschätzungen zu den einzelnen Kämpfen abgeben.

Für die Veranstaltung am heutigen Samstag geben die Chefredakteure Jan Großöhmigen und Mark Bergmann sowie die MMA-Redakteure Elias Stefanescu, Martin Thauer und Daniel Leifeld ihre Prognosen ab.

BJ Penn (16-7-1 MMA, 12-6-1 UFC) vs. Jon Fitch (23-3 MMA, 13-1 UFC)

Jan: Jon Fitch hat eigentlich alle nötigen Voraussetzungen, um BJ Penn zu besiegen. Er ist ein ausgezeichneter Ringer mit einem zermürbenden Kampfstil und er ist größer, schwerer und kräftiger als der zweifache UFC Champion. Penn wird es schwer haben, ihn auszuknocken oder zur Aufgabe zu zwingen, denn Fitch hat enorme Nehmerqualitäten und er ist ein Schwarzgurt im Jiu-Jitsu. Zudem haben sich seine Fähigkeiten im Stand seit der Niederlage gegen Georges St. Pierre – seiner einzigen in der UFC – extrem weiterentwickelt, wie man in seinem Rückkampf gegen Thiago Alves gut beobachten konnte. Ich denke, Fitch wird dieselbe Taktik anwenden wie St. Pierre in seinem zweiten Kampf gegen Penn. Er wird ihn am Käfig clinchen und müde machen, auf den Boden zerren und dort mit Ground and Pound zermürben – so wie er es mit fast allen seiner Gegner macht. Jon Fitch nach Punkten (einstimmig)

Elias: Penn hatte in den letzten Kämpfen starke Probleme gegen weltklasse Ringer wie Frankie Edgar, und bewies, dass seine Takedown-Defense nicht perfekt ist. Fitch gehört zu dieser Art Gegner und wurde bisher in seiner UFC-Karriere nur von St. Pierre zu einer Niederlage gezwungen. Ich denke, dass Penn das bessere Boxen sowie BJJ hat, doch Fitch ist einer der Kämpfer, der seinen Gegner kontrolliert, selten in Gefahr gerät und einen Punktsieg herausholt. Ich denke, das wird auch dieses Mal geschehen, sollte Penn ihm nicht mit Schlägen oder via BJJ zusetzen können. Jon Fitch nach Punkten (einstimmig)

Mark: Das Ganze wird ähnlich ablaufen wie BJ Penn gegen Georges St. Pierre. Penns schwere Hände werden ihm gegen einen größeren, schwereren und stärkeren Ringer wie Fitch nicht viel bringen, so dass der Kampf recht schnell am Boden enden wird, wo Fitch den kleinen Hawaiianer dominiert. Sein weltklasse BJJ wird Penn ebenfalls nicht ausspielen können, da er von der Masse Fitchs überwältigt wird. Ich erwarte hier entweder einen unspektakulären Punktsieg oder eine vorzeitige Stoppage zu Gunsten Fitchs. Jon Fitch nach Punkten (einstimmig)

Danny: Im Stand dürfte BJ Penn klar vorne liegen, da er der technisch bessere Boxer der beiden Kämpfer ist. Jedoch bezweifle ich, dass es dem BJJ-Schwarzgurt gelingen wird, Fitch auszuknocken. Der AKA-Kämpfer zählt zu den besten Ringern in seiner Gewichtsklasse und wird ähnlich wie GSP in der Lage sein, den Hawaianer mit einem Takedown auf den Boden zu bringen. BJ Penn wird wohl die meiste Zeit damit verbringen, den weitaus schwereren Ringer Fitch mit mühseliger Positionsarbeit in Schach zu halten. Ich erwarte einen sehr langweiligen Kampf, in dem Fitch die meiste Zeit mit kontrolliertem Ground and Pound punkten kann, aber nicht in der Lage sein wird, Penn zu finishen. Jon Fitch nach Punkten (einstimmig)

Martin:
Bei diesem Kampf ändere ich fast jeden Tag meine Meinung, wer wohl seine Strategie durchsetzen kann. Penn hat in seinen früheren Kämpfen gezeigt, dass er eine sehr gute Takedown-Verteidigung hat und trotzdem ist es GSP gelungen, ihn zu überrollen. Im Stand sollte Penn klare Vorteile haben, aber Fitch ist es auch gegen Alves gelungen, dessen Stand-Up zu neutralisieren. Ich gehe einfach mal mit Fitch aufgrund des Größenvorteils und weil er keine Fehler macht. Jon Fitch nach Punkten (einstimmig)

Michael Bisping (20-3 MMA, 10-3 UFC) vs. Jorge Rivera (19-7 MMA, 7-5 UFC)

Jan: Jetzt hat er mal einen Gegner, der genauso viel Trashtalk betreibt wie er selbst, und schon spielt Michael Bisping die beleidigte Leberwurst. Der Engländer hat die Fähigkeiten, um den Thaiboxer Jorge Rivera aus der Distanz auszupunkten, wie er es auch mit seinen letzten Gegnern gemacht hat. Aber Bisping ist stinksauer und will Rivera unbedingt eine Tracht Prügel verpassen. Ich denke, dass er in diesem Kampf auf eine unterschätzte Waffe zurückgreifen wird, und zwar sein Ground and Pound. Bevor Bisping zum Möchtegern-Machida wurde, hat er einige Kämpfe mit Schlägen aus der Oberlage gewonnen. Riveras größte Hoffnung wird daraus bestehen, dass Bisping wie immer munter in die Schlaghand seines Gegners läuft – Rivera schlägt seine Rechte nämlich äußerst hart. Michael Bisping via TKO in Runde 2

Mark: Bisping nervt. Aber er wird hier hier gewinnen, da er sowohl der schnellere als auch technisch versiertere Kickboxer ist. Sollte er also nicht, wie Kollege Großöhmigen bereits andeutete, offen in einen Konter laufen, dann ist der Drops für Riveira hier gelutscht. Michael Bisping nach Punkten (einstimmig)

Elias: Wie bei seinen letzten Auftritten gesehen, scheint Bisping emotional involviert. Rivera hat genau das geschafft, was er durch seine unzähligen Onlinevideos versucht hat: In den Kopf seines Gegners zu gelangen. Rivera hat die härteren Fäuste, jedoch boxt Bisping sauberer und könnte auf Konter hoffen. Im Bodenkampf sollte Rivera nicht unterlegen sein, doch von Bisping hat man dort bisher mehr gesehen. Auf dem Papier müsste Bisping damit als Favorit in den Kampf gehen, doch ich setze mein Geld auf Rivera, aufgrund der erfolgreichen Psychospielchen. Jorge Rivera via KO in Runde 2

Danny: Bisping ist seinem Kontrahenten in allen Bereichen überlegen und genau so wird der Kampf enden. Rivera zeigte in der Vergangenheit, dass er sich jederzeit auf einen offenen Schlagabtausch einlässt, jedoch dürfte dies sein Untergang bedeuten. Bisping wird ihn mit einer Konterattacke schlafen schicken. Michael Bisping via KO in Runde 1

Martin:
Dieses Mal ist Rivera mein Tipp für eine Überraschung. Mit seinem Psychokrieg hat er Bisping ganz schön angestachelt, und wenn dieser sich dadurch aus dem Konzept bringen lässt und unvorsichtig wird, dann kann Rivera vielleicht den entscheidenden Treffer landen. Jorge Rivera durch TKO in Runde 2

George Sotiropoulos (14-2 MMA, 7-0 UFC) vs. Dennis Siver (17-7 MMA, 6-4 UFC)

Jan: Für Dennis Siver führt ein Sieg nur über den Stand, denn auf dem Boden ist George Sotiropoulos einfach zu gut. Siver hat sich in letzter Zeit enorm im Ringen und BJJ verbessert, aber zwischen einem BJJ-Lilagurt und einem BJJ-Schwarzgurt, der andere BJJ-Schwarzgurte vorführt, besteht dann doch ein großer Unterschied. Sotiropoulos wurde bei The Ultimate Fighter 6 ausgeknockt, und das von einem Mann, der im Stand nicht ansatzweise die Fähigkeiten hat, die Siver besitzt. Siver hat Schlagkraft in beiden Händen und verfügt über ein ganzes Arsenal vielfältiger Tritte. Gelingt es ihm, im Stand zu bleiben, besteht die Chance auf eine Überraschung. Mein Kopf sagt zwar Sotiropoulos, aber mein Herz sagt Siver. Dennis Siver via TKO in Runde 1

Mark: Ein Kampf, bei dem der Verstand auf George Sotiropolous, das Herz aber natürlich auf Siver tippt. Beide Kämpfer sind in ihrer Domäne weltklasse - Siver im Stand und Sotiropoulos am Boden. Der Kampfausgang steht und fällt damit, ob dem Australier ein Takedown gelingen wird. Andererseits haben beide in der Vergangenheit auch stark an ihren Schwächen gearbeitet. Siver ist mittlerweile BJJ Purple-Belt, Sotiropoulos ein solider Boxer. Ich höre dennoch auf meinen Verstand und tippe: George Sotiropoulos via Aufgabe in Runde 1

Elias: Sotiropoulos hat enorm starkes BJJ und ist in der UFC bisher ungeschlagen. Siver konnte in seinem letzten Kampf gegen Winner zwar selbst mit BJJ glänzen, jedoch ist es fraglich, dass er sich derzeit auf dem gleichen Niveau wie Sotiropoulos befindet. Sivers Chance liegt klar im Stehen, da der Australier dort seine größten Schwächen besitzt. Es ist ein Schachspiel. Sollte Siver den Kampf auf den Beinen halten können, wird er gewinnen. Gelingt ihm dies jedoch nicht, wird Sotiropoulos auf dem Boden höchstwahrscheinlich einen Aufgabegriff erfolgreich durchbringen können. George Sotiropoulos via Aufgabe (Armbar) in Runde 1

Martin:Ich traue Siver durchaus zu, Sotiropoulos zu treffen und ihn KO zu schlagen, aber ich glaube nicht richtig dran. Der Australier wird vor seinem heimischen Fans wieder so eine gute Leistung wie gegen Stevenson abliefern und den Käfig als Sieger verlassen. George Sotiropoulos via Aufgabe in Runde 2

Chris Lytle (30-17-5 MMA, 9-9 UFC) vs. Brian Ebersole (46-14-1 MMA, 0-0 UFC)

Jan: Carlos Condits Verletzung verhindert ein Duell, das das Potential hatte, einer der besten Kämpfe des Jahres zu werden. Sein kurzfristiger Ersatz Brian Ebersole hat sich seit seinem Umzug nach Australien eine Kampfbilanz von 12-3 zusammengebastelt. Er ist ein vielseitiger Kämpfer, aber gemessen an Chris Lytles letzten Gegnern ein kleiner Rückschritt. Der Mann mit den meisten Boni in der Geschichte der UFC ist mittlerweile auf den Trichter gekommen, dass er nicht nur die Fäuste schwingen darf, wenn er im Octagon auf lange Sicht etwas reißen will. Letztes Jahr hat Lytle auch mal wieder seine BJJ-Fähigkeiten – er ist ein Schwarzgurt – gezeigt und gleich zwei Aufgabesiege eingefahren. Chris Lytle via Aufgabe in Runde 2

Elias: Zwei sehr erfahrene Kämpfer mit vielen Duellen in ihrer Statistik. Lytle hatte die hochkarätigeren Gegner, sowie Siege, und wird deswegen den Kampf gewinnen. Chris Lytle via KO in Runde 2

Danny: Chris Lytle kämpft stets nach dem Motto: Alles oder nichts! Obwohl Lytle über sehr gutes BJJ verfügt, zieht er den Stehkampf vor. Ebersole ist ein sehr erfahrener Kämpfer und feiert nun nach über 50 bestrittenen MMA-Kämpfen sein UFC-Debüt. Ob es für Lytle reichen wird, ist fraglich. Cris Lytle via TKO in Runde 3

Martin:
Sollte Lytle seinen Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen, dann müsste hier ein sicherer Sieg für ihn drin sein. Allerdings hat Ebersole in diesem Kampf nicht viel zu verlieren. Er hatte nur wenig Vorbereitungszeit und könnte mit einer guten Leistung in seinem UFC-Debüt auf sich aufmerksam machen. Chris Lytle via TKO in Runde 1

Kyle Noke (18-4-1 MMA, 2-0 UFC) vs. Chris Camozzi (14-3 MMA, 2-0 UFC)

Mark: Klingt nach einem Geschenk für das Live-Publikum in Australien. Kyle Noke ist ein ziemlich harter Hund und obendrein ein sehr erfahrener Grappler. Camozzi auf der anderen Seite ist ein "netter" Allrounder - mehr aber auch nicht. Noke versucht nach seiner "The Ultimate Fighter 11"-Teilnahme nun in der UFC durchzustarten und konnte bei der Finalshow der Staffel und in Oberhausen jeweils einen vorzeitigen Sieg einfahren. Die UFC hat in Australien noch einiges vor, ein weiteres Zugpferd von dort kann daher nicht schaden. Kyle Noke via TKO in Runde 2

Jan: Dieser Kampf sieht für mich etwas danach aus, als würde die UFC dem Australier Kyle Noke vor heimischem Publikum einen einfachen Sieg ermöglichen wollen, um ihn weiter aufzubauen. Sein „TUF 11“-Kollege Chris Camozzi ist nicht schlecht, er bringt aber auch keine besonderen Eigenschaften mit, die Noke ernsthaft gefährden können. Noke ist der einzige, der Sotiropoulos in einem Profikampf regelkonform besiegt hat und schaffte es, gegen Hector Lombard ein Unterschieden zu erkämpfen, als der gerade dabei war, eine Schneise der Verwüstung durch Australien zu ziehen. Kyle Noke via Aufgabe in Runde 2

Elias: Noke ist der erfahrenere Kämpfer, ist zudem in seiner Heimat, und wird durch die Fans den nötigen Ansporn bekommen, um in dem Kampf alles zu geben. Kyle Noke via Aufgabe (Triangle Choke) in Runde 2

Ross Pearson (11-4 MMA, 3-1 UFC) vs. Spencer Fisher (24-6 MMA, 9-5 UFC)

Jan: In seinem letzten Kampf kam Ross Pearson weder mit dem Reichweitenvorteil noch mit den Bodenkampffähigkeiten seines Gegners Cole Miller zurecht und musste seine erste Niederlage im Octagon einstecken. Zuvor hatte er sich jedoch souveräne Siege gegen Dennis Siver und Aaron Riley erkämpft. Spencer Fisher ist von der Kampfweise viel mehr mit diesen beiden zu vergleichen als mit Miller. Ich sehe also keinen Grund, weswegen der englische Thaiboxer nicht an seine anfänglichen Erfolge in der UFC anknüpfen kann. Er ist im Stand schneller und variabler als Fisher, hat mehr Schlagkraft und sein defensives Ringen ist gut genug, um gegen ihn nicht auf dem Boden zu landen. Ross Pearson nach Punkten (einstimmig)

Elias: Eine Boxschlacht könnte sich hier anbahnen, denn beide Kämpfer teilen gerne aus, und das nicht zu knapp. Pearson verlor zuletzt und wird hungrig in den Käfig kommen, während Spencer mit seinem Ric Flair Pro-Wrestling Ausruf ("Wooooo!") stets motiviert ist. Ein schwerer Kampf, der möglicherweise durch Takedowns und Kontrolle neben dem Boxkampf entschieden werden wird. Ross Pearson nach Punkten (geteilt)

James Te Huna (12-4 MMA, 1-0 UFC) vs. Alexander Gustafsson (10-1 MMA, 2-1 UFC)

Jan: James Te Huna ist ein guter Kickboxer mit Schwächen im Bodenkampf. Alexander Gustafsson ebenfalls, aber seit letztem Jahr arbeitet er in den USA fleißig an seinen Fähigkeiten im Ringen und Bodenkampf, unter anderem mit seinem einzigen Bezwinger Phil Davis. Erste Früchte dieser Arbeit erntete er im Oktober, als er Cyrille Diabate zur Aufgabe zwang. Im Stand ist Te Huna ein gefährlicher Gegner, deswegen sollte Gustafsson den Kampf auf den Boden verlagern und seine neuen Fähigkeiten einsetzen. Und ich denke, das wird der junge Schwede auch tun. Alexander Gustfasson via Aufgabe in Runde 1

Martin:
Ich sehe hier einen sehr unterhaltsamen Kampf für die Zuschauer und denke nicht, dass einer der beiden versuchen wird, den Kampf auf den Boden zu bringen. Te Huna liefert zwar eine gute Show ab, aber am Ende gewinnt doch der Schwede. Alexander Gustfasson via KO in Runde 1

Nick Ring (10-0 MMA, 0-0 UFC) vs. Riki Fukuda (17-4 MMA, 0-0 UFC)

Jan: Endlich, endlich das Debüt des „TUF 11“-Favoriten. Nick Ring begann seine Kampfsportkarriere mit Kickboxen, bestritt zwischendurch fünf Profiboxkämpfe, hat aber auch einen Braungurt im BJJ. Für seinen ersten Kampf bekommt der Kanadier gleich einen ziemlich unangenehmen Gegner vorgesetzt. Riki Fukuda, der Mittelgewichtschampion von DEEP, ist ein zäher Ringer mit gutem Ground and Pound. Ein interessanter Clash zweier völlig unterschiedlicher Kampfstil. Dieses Duell könnte der spannendste oder der langweiligste Kampf des Abends werden, je nachdem, wie Ring mit Fukudas ringerischen Fähigkeiten und seinem Topgame zurechtkommt. Nick Ring nach Punkten (einstimmig)

Martin:
Mein Verstand sagt mir, dass Fukuda hier eigentlich die Nase vorne haben sollte, aber bisher haben fast alle asiatischen Kämpfer in der UFC nicht das gehalten, was man sich von ihnen erwartet hat, und irgendwas sagt mir, dass das bei Fukuda nicht anders sein wird. Nick Ring durch TKO in Runde 3

Anthony Perosh (10-6 MMA, 0-3 UFC) vs. Tom Blackledge (10-6 MMA, 0-0 UFC)

Jan: Vitamin B ist nicht nur im Geschäftsleben wichtig, sondern auch im Sport. Bestes Beispiel ist Tom Blackledge, der nur in der UFC ist, weil er Michael Bispings Teamkollege ist und Quinton Jackson ihn bei TUF 10 in seinen Trainerstab berufen hatte. In seiner Gewichtsklasse, dem Halbschwergewicht, gibt es in Großbritannien weitaus talentiertere Kämpfer, die einen UFC-Vertrag eher verdient hätten. Blackledge hat seit August 2009 nicht mehr gekämpft, doch in diesem Jahr feierte er zwei ordentliche Siege gegen Tatsuya Mizuno und Enoc Solves Torres. Anthony Perosh ist ein erfahrener BJJ-Schwarzgurt, der ganz große Sprung wollte ihm im MMA-Sport aber nie gelingen. Nichtsdestotrotz wird sich der Australier vor heimischem Publikum gegen einen Engländer keine Blöße geben, auch wenn er bislang gegen Standkämpfer wie Blackledge öfters das Nachsehen hatte. Anthony Perosh via Aufgabe in Runde 2

Danny: Anthony Perosh zeigte nicht nur sehr große Nehmerqualitäten im Kampf gegen Cro Cop, sondern sprang in letzter Sekunde für den kurzfristig ausgefallenen Ben Rothwell ein. Dies scheint ihm UFC-Präsident Dana White hoch angerechnet zu haben, denn mit Tom Blackledge steht dem Australier vor heimischen Publikum ein eher dankbarer Gegner gegenüber. Sollte sich Perosh auf keine waghalsigen Experimente einlassen, so dürfte ein Sieg in keiner Sekunde in Gefahr sein. Anthony Perosh via Aufgabe in Runde 1

Zhang Tie Quan (12-1 MMA, 0-0 UFC) vs. Jason Reinhardt (20-1 MMA, 0-1 UFC)

Jan: Zhang Tie Quan, vom ersten chinesischen WEC-Kämpfer zum ersten chinesischen UFC-Kämpfer. Quan wird bei UFC 127 im Federgewicht debütieren. Jason Reinhardt darf nur in die UFC zurückkehren, weil sein Kampf gegen Quan bei WEC 51 im September ausfiel. Er hat zwar eine beachtliche Kampfbilanz, doch von seinen 21 Gegnern waren 20 Fallobst. Chinas erster BJJ-Lilagurt wird bei seinem UFC-Debüt also nicht sehr herausgefordert. Zhang Tie Quan via Aufgabe in Runde 1

Mark Hunt (5-7 MMA, 0-1 UFC) vs. Chris Tuchscherer (18-3 MMA, 1-2 UFC)

Jan: Dieser Kampf beschert Chris Tuchscherer voraussichtlich noch einen weiteren Auftritt im Octagon, denn alles andere als ein Sieg von dem massigen Ringer wäre eine faustdicke Überraschung. Mark Hunt darf noch einmal vor fast heimischem Publikum kämpfen, aber mit zuletzt sechs Niederlagen in Folge ist seine Halbwertzeit im MMA-Sport schon längst überschritten. Der K-1-Superstar verfügt nach wie vor über die Schlagkraft, um Tuchscherer auszuknocken. Aber der wird es wie bei fast jedem seiner Siege machen und schnell ein Takedown suchen, um den Kampf anschließend mit Ground and Pound zu beenden. Chris Tuchscherer via TKO in Runde 1

Elias: Mark Hunt, ähnlich wie sein Kollege Ray Sefo, ledeglich im Stehen Chancen. Aus dem K-1 kommend gehört er zu den schlagkräftigsten Athleten der UFC, die Takedown-Abwehr und der Bodenkampf scheint jedoch von Kampf zu Kampf nicht verbesserungsfähig. Demnach müsste Tuchscherer genau dies bewerkstelligen und Hunt dorthin bringen, wo er am wenigsten Gegenwehr bringt: den Bodenkampf. Chris Tuchscherer via Aufgabe (Kimura) in Runde 1

Maciej Jewtuszko (8-0 MMA, 0-0 UFC) vs. Curt Warburton (6-2 MMA, 0-1 UFC)

Jan: Und der zweite Kämpfer, der nur aufgrund seiner Verbindung zu Michael Bispings Wolfslair Academy in der UFC ist. Curt Warburton hat in keinem seiner acht Kämpfe gezeigt, dass er das Potential für einen erfolgreichen Lauf in der UFC hat. Maciej Jewtuszko hingegen erzielte im August 2010 bei seinem WEC-Debüt einen spektakulären TKO-Sieg. Der Pole ist ein guter Thaiboxer und ein guter Bodenkämpfer, lediglich am Ringen hapert es noch ein wenig. Jewtuszko ist im Stand schneller und aggressiver als der oftmals zurückhaltende Warburton und sollte hier ein vorzeitiges Ende herbeiführen können. Maciej Jewtuszko via TKO in Runde 1

Danny: Jewtuszko ist ein sehr gefährlicher Striker und setzte sich in der Vergangenheit bereits gegen sehr starke Gegner durch. Ich denke nicht, dass Warburton dem Thaiboxer gefährlich werden kann. Da der Engländer nur über geringe Bodenkampffähigkeiten verfügt, dürfte der Kampf auch zu Jewtuszko Gunst im Stehen ausgetragen werden. Maciej Jewtuszko via KO in Runde 1