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GnP Awards 2013 International: Kampf des Jahres

GnP Awards 2013 International: Kampf des Jahres

Bei Jon Jones und Alexander Gustafsson weiß man im Voraus, was man erwarten kann: eine spektakuläre Show! Beide Kämpfer sind aufgrund ihres offensiven Kampfstils Zuschauermagneten. Kein Wunder also, dass die Begegnung der beiden bei UFC 165 von 59.63 % der Groundandpound.de-Leser zum internationalen Kampf des Jahres gewählt wurde.

Jon „Bones“ Jones schien für viele unbesiegbar. Der nächste Megastar. Niemand konnte ihm bislang das Wasser reichen. Zwar brachte ihn Vitor Belfort kurzzeitig mit einem Armhebel in Gefahr, doch letztendlich schlug Jones ihn überzeugend und baute damit eine beeindruckende Siegesserie weiter aus, die mittlerweile Erfolge gegen Rashad Evans, Chael Sonnen, Mauricio „Shogun“ Rua und andere beinhaltet. Den unvergleichlichen Erfolg verdankt Jones seiner unschlagbar erscheinenden Mischung aus einer immensen Reichweite und dem Wissen, wie sie genutzt wird; darüber hinaus einem riesigen Arsenal der verschiedensten Techniken, großem Selbstbewusstsein und einem hoch spezialisierten Trainerteam, das Jones innerhalb von fünf Jahren vom UFC-Debütanten zum Spitzenkandidaten der Pound-for-Pound-Ranglisten geführt hat.

Der nächste Gegner von „Bones“ sollte der Schwede Alexander Gustafsson sein. Dieser konnte seit Ende 2009 Erfolge in beängstigendem Tempo feiern und damit im Laufe der letzten Jahre zu Siegen gegen James Te-Huna, Thiago Silva, Mauricio „Shogun“ Rua und andere einfahren. Am 21. September 2013 bekam der junge Schwede die Chance, als erster europäischer UFC-Champion Geschichte zu schreiben.

Am Ende durfte sich Jon Jones zwar weiterhin UFC-Halbschwergewichtschampion nennen, doch in ihrer Fünf-Runden-Schlacht brachte Gustafsson den Titelverteidiger an sein Limit, ihm wohl härtesten Kampf seiner bisherigen Karriere.

Schon in der ersten Runde setzte Gustafsson den Champion mit schnellen Kombinationen und Konterschlägen unter Druck und öffnete bei Jones zeitig eine Platzwunde direkt über dem rechten Auge. Jones zeigte sich verhalten und benötigte einige Zeit, um mit Gustafssons Reichweite und flinken Bewegungen klar zu kommen. Zum Ende der Runde gelang Gustafsson sogar ein Takedown, was bislang keinem anderen Kämpfer gegen Jon Jones gelungen war.

Die zweite Runde verlief etwas ausgeglichener. Gustafsson landete erneut zahlreiche Fäuste, während Jones vor allem mit effektiven Kicks punktete. Die Takedown-Versuche des Champions wehrte Gustafsson mit überraschender Leichtigkeit ab.

Auch im dritten Durchgang konnte Jones den Kampf nicht auf die Matte verlagern und kassierte zahlreiche Schlagkombinationen, die sein Gesicht immer stärker anschwellen ließen. Mit Kicks zum Knie und zum Körper konnte Jones langsam das Tempo aus Gustafssons Bewegungen nehmen.

In der vorletzten Runde versuchte sich Jones häufig an Headkicks und Ellenbogenstößen, fand aber weiterhin keine Mittel dafür, Gustafsson zu Boden zu bringen. Der Schwede landete auch hier viele Schläge, die Jones' zunächst kleine Platzwunde in einen bedrohlich klaffenden Riss verwandelten. Kurz vorm Rundenende erwischte Jones seinen Gegner mit einem harten eingedrehten Ellenbogen direkt an der Stirn und setzte ein Knie nach. Auf wackeligen Beinen legte Gustafsson den Rückwärtsgang ein und rettete sich damit in die letzte Runde.

Hier sicherte sich Jones erstmals einen Takedown, doch Gustafsson benötigte nur wenige Sekunden, um wieder auf die Beine zu kommen. Im Stand gaben beide noch einmal Vollgas und landeten harten Treffer. Stark ermüdet versuchten sie den Kampf doch noch vorzeitig zu beenden, doch am Ende mussten die Punktrichter zur Entscheidung gerufen werden. Einstimmig erklärten diese letztendlich Jon Jones zum Sieger dieses knappen Kampfes, der an Dramatik kaum zu übertrumpfen war und das Air Canada Center in Toronto zum Kochen brachte.

Die Ergebnisse der Wahl im Überblick:
1. Jon Jones vs. Alexander Gustafsson (UFC 165) 59.63 %
2. Mark Hunt vs. Antonio Silva (UFC Fight Night 33) 19.67 %
3. Gilbert Melendez vs. Diego Sanchez (UFC 166) 14.34 %
4. Michael Chandler vs. Eddie Alvarez II (Bellator 106) 3.89 %
5. Alexander Shlemenko vs. Brett Cooper (Bellator 88) 1.43 %
6. Dennis Bermudez vs. Matt Grice (UFC 157) 1.02 %