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GnP Awards 2012: Meistverbesserter Kämpfer international

Stefan Struve (Foto: Dorian Szücs/GroundandPound)

Semmy Schilt, Remy Bonjasky, Peter Arts, Ernesto Hoost –Schwergewichte aus den Niederlanden dominieren seit den Neunzigerjahren das K-1. In der UFC lag es bis zur Verpflichtung von Alistair Overeem einzig und alleine an dem 24 Jahre alten Stefan Struve, die holländische Fahne im Octagon hochzuhalten. Besonders gut ist ihm das 2012 gelungen. Dafür ehrten ihn unsere Leser mit dem GnP-Award für den „Meistverbesserten Kämpfer international 2012“.

Drei Tage nach seinem 21. Geburtstag kämpfte Stefan Struve erstmals in der UFC. Es sollte ein kurzes Debüt werden, denn Junior dos Santos benötigte nur 54 Sekunden, um Struve durch technischen Knock-out zu besiegen. Gut, abgehakt – gegen einen zukünftigen Schwergewichtschampion zu verlieren, ist keine Schande.

Struve ließ seinen zwei Meter über der Erde baumelnden Kopf nicht hängen und erkämpfte sich 2009 drei Siege in Folge. Dabei bewies er Nehmerqualitäten und Durchsetzungsvermögen. Beides muss man im Überfluss haben, wenn man gegen Roy Nelson antritt. Struve nützte es dennoch nichts, als Nelson ihn im März 2010 nach 39 Sekunden aus dem Kampf nahm.

Struve arbeitete weiter an seinen Schwächen. Das Training machte sich bezahlt, denn noch im selben Jahr setzte er in der UFC erstmals seine Schlagkraft ein, um zu gewinnen. Erst schickte er Christian Morecraft schlafen, dann bezwang er Sean McCorkle durch T.K.o.

Ein Sieg über den ungeschlagenen Travis Browne sollte ihm im Mai 2011 zum endgültigen Durchbruch verhelfen. Struve ging jedoch wieder in der ersten Runde K.o. und offenbarte nach wie vor Schwächen in der Defensive. Daran änderte auch ein Aufgabesieg über Pat Barry im Oktober desselben Jahres nichts.

Stefan Struve (r.) bei seinem Sieg über Stipe Miocic. (Foto: Dorian Szücs/GroundandPound)Anfang 2012 wurde Struve schon von vielen abgeschrieben. Er kämpft unterhaltsam und mitunter sogar spektakulär, aber den Sprung an die Spitze traute ihm kaum jemand zu. Dabei hat er nicht nur kämpferisches Talent – die Natur hat ihm auch körperliche Vorteile beschaffen. Mit 2,13 Metern ist er der größte Kämpfer in der UFC, mit 2,15 Metern besitzt er neben Jon Jones die größte Reichweite. Beide Vorteile nutzte er bislang nur selten aus. Anstatt sich seine Gegner vom Leib zu halten und sie aus der Distanz auszuboxen, ging Struve nur zu gerne in den offenen Schlagabtausch.

An seiner Vorliebe für Faustkampfduelle hat sich auch 2012 nichts geändert, wohl aber an seiner Kampfweise. Struve hat gelernt, seine Fähigkeiten mit seinen körperlichen Vorteilen besser zu kombinieren. Herausgekommen sind drei vorzeitige Siege über Dave Herman, den Strikeforce-Import Lavar Johnson und den zuvor ungeschlagenen Stipe Miocic. Seine Weiterentwicklung war deutlich sichtbar.

Mit insgesamt vier Siegen in Folge ist 2013 für Struve die Zeit gekommen, endlich alle Puzzleteile zusammenzusetzen und zu beweisen, dass er auch Gegner aus der Spitzengruppe der Schwergewichtsklasse schlagen kann.

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:
1. Stefan Struve 40,88%
2. Ali Bagautinov 15,99%
3. Cub Swanson 14,67%
4. Mike Pyle 11,41%
5. Marcos Galvão 8,97%
6. Raphael Assunção 8,09%