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GnP Awards 2012: Kultigster Kämpfer des Jahres international

Man hasst ihn oder man liebt ihn: Chael Sonnen. (Foto: Elias Stefanescu/Groundandpound.de)

Auch im vergangenen Jahr nahm Chael Sonnen wieder einmal kein Blatt vor den Mund. Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Eines ist jedoch Fakt: Der ringende Trash-Talker ist Kult. Fast die Hälfte der abstimmenden Leser haben ihn nach dem Award-Gewinn im Jahr 2010 erneut zum „kultigsten Kämpfer international“ gewählt.

Dabei waren viele Fans zu Beginn des Jahres etwas enttäuscht von der Großklappe Nummer eins. Bei UFC on FOX 2 standen sich mit Sonnen und Bisping zwei besonders lautstarke Trash-Talker gegenüber, um den nächsten Herausforderer auf Anderson Silvas Mittelgewichstitel zu bestimmen. Das unterhaltsame Gerede blieb jedoch im Großen und Ganzen aus. Sonnen äußerte sich in den Wochen vor dem Kampf sogar überaus respektvoll über seinem Gegner.

„Ich habe nichts gegen Bisping“, so Sonnen gegenüber der Presse. „Ich bin ein Supporter und wenn er am Ende den Titelkampf bekommt, dann würde ich mir das anschauen.“

Sonnen sicherte sich am Ende mit einem kontroversen Punktsieg den Rückkampf gegen Silva. Schlagartig bekamen die Fans wieder den Chael Sonnen zu sehen, den sie lieben und hassen gelernt hatten.

Woche für Woche hagelte es Beleidigungen gegen Silva und ganz Brasilien, wo der Kampf eigentlich in einem Fußballstadion hätte stattfinden sollen. Da für den geplanten Termin jedoch auch eine Konferenz der Vereinigten Nationen in Rio De Janeiro angesetzt war, musste der Kampf aufgrund von logistischen Schwierigkeiten auf einen späteren Termin verschoben werden.

Im Juli bekam Sonnen bei UFC 148 in Las Vegas letztendlich seine zweite Chance auf den Titel, machte vorher aber noch einmal klar: „Ich mag den Kerl nicht. Das ist kein Geheimnis. Ich will ihn fertigmachen und ich werde ihn fertigmachen...erneut.“

Die erste Runde des Rückkampfes erinnerte dabei stark an das erste Aufeinandertreffen beider Kontrahenten aus dem Jahr 2010. Nach wenigen Sekunden sicherte sich Sonnen einen Takedown und dominierte den Champion bis zum Rundenende am Boden. Der zweite Durchgang sah dann schon anders aus. Sonnen konnte den Kampf nicht auf die Matte verlagern und wurde letztendlich von Silva mit einem krachenden Knie zum Körper gefolgt von Schlägen T.K.o. geschlagen.

Auch wenn es letzten Endes nicht zum Titel gereicht hat, war es zu einem großen Teil Sonnen zu verdanken, dass UFC 148 zum meistverkauftesten Pay-Per-View des Jahres wurde. Knapp eine Million Mal wurde der Event verkauft, was ohne Sonnens grandioser Leistung im ersten Kampf sowie der verbalen Prügel gegen Silva vermutlich nicht möglich gewesen wäre

Sonnen blickte trotz Niederlage nach vorne und strebte einen Wechsel ins Halbschwergewicht an. Ein geplanter Kampf gegen Forrest Griffin kam nicht zustande, da Sonnen stattdessen als Trainer der 17. Staffel von „The Ultimate Fighter“ verpflichtet wurde. Der Coup: Zum krönenden Abschluss der Show wird er im April gegen den gegnerischen Coach Jon Jones antreten und um den UFC Halbschwergewichtstitel kämpfen.

Auch im laufenden Jahr wird Chael Sonnen somit garantiert wieder für Schlagzeilen und Lacher sorgen.

Auf dem zweiten Platz landete mit 15,16% der Stimmen Colin Fletcher, der nicht nur aufgrund seines sonderbaren Verhaltens auffällt, sondern auch bezüglich seiner körperlichen Eigenschaften seinem Spitznamen „Freakshow“ alle Ehre macht.

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:

1. Chael Sonnen 46.08%
2. Colin Fletcher 15.16%
3. Ian McCall 14.58%
4. Masakazu Imanari 8.76%
5. Tom Lawlor 7.71%
5. Francisco Massaranduba 7.71%