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GnP Awards 2012: Bester Veranstalter international

UFC räumt erneut den GnP Award ab. (Foto: Mark Bergmann/GroundandPound)

Mit 72,6 Prozent der Stimmen wurde der weltweit größte Veranstalter auch zum besten Veranstalter gewählt. Auf dem Treppchen folgen BellatorFC mit 16,3 Prozent und One FC mit 3,6 Prozent. Cage Warriors, Strikeforce und Jungle Fight komplettieren das Gesamtergebnis. Für die UFC ist es der sechste GnP-Award in Folge in dieser Kategorie.

Das Jahr 2012 wird der UFC lange in Erinnerung bleiben. Es gab wohl kein Geschäftsjahr seit dem Kauf durch ZUFFA, dass für den Branchenprimus turbulenter verlief. Mit 31 abgehaltenen Veranstaltungen konnte man seinen im Vorjahr aufgestellten Rekord von 27 Veranstaltungen ein weiteres Mal übertreffen. Und was dabei erstaunlicher ist: Mit 11 internationalen Veranstaltungen fand mehr als ein Drittel aller UFC-Events nicht auf US-amerikanischem Boden statt.

Neben Ausflügen nach Kanada und Asien, wurde vor allem darauf Wert gelegt, den brasilianischen Markt zu erschließen. Die Fans aus dem Mutterland des MMA kamen nicht nur in den Genuss von drei UFC-PPVs, sondern waren auch das erste Land mit eigener The Ultimate Fighter-Staffel. Dieses Konzept wird im neuen Jahr in eine zweite Staffel gehen, und wie schon im Vorjahr beginnt das UFC-Jahr mit einer Veranstaltung in Brasilien, wenn in zehn Tagen Vitor Belfort und Michael Bisping in Sao Paolo aufeinander treffen.

Verletzungen, Verletzungen, Verletzungen

Wenn nicht der Verletzungs-Teufel wieder zuschlägt. Verletzungen und die daraus resultierenden Absagen waren das große Thema 2012. Kaum eine UFC-Veranstaltung konnte genau so abgehalten werden, wie sie ursprünglich angekündigt wurde. Insider zählten im Jahresverlauf ganze 97 Trainingsverletzungen, die zu Absagen oder Änderungen von UFC-Kämpfen führten, im Schnitt also drei pro Veranstaltung. Dreizehn dieser Verletzungen betrafen sogar einen der beiden Hauptkämpfe einer Veranstaltung.

Die wohl wichtigste Verletzung war in diesem Fall die Knieverletzung von Dan Henderson. Dieser hätte bei UFC 151 um den Titel im Halbschwergewicht kämpfen sollen, verletzte sich aber im Training und musste den Kampf absagen. Dies tat er aber so spät, dass Dana White Champion Jon Jones nicht davon überzeugen konnte, mit zwei Wochen Vorbereitung gegen Hendersons Teamkollegen Chael Sonnen in den Käfig zu steigen. Das führte zur Absage von UFC 151. Ein Novum in der Geschichte der UFC, das hoffentlich ohne Wiederholung bleibt.

 Peinliche Premiere: Die UFC muss eine Veranstaltung absagen

Was sportlich so alles passiert ist, das kann man am besten im GnP-Jahresrückblick Nordamerika (Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4) nachlesen.

FOX hui, PPV pfui

Rückblickend lief das Pay-per-View-Geschäft der UFC erneut nicht so wie erwartet. Trotz Kämpfen von Jon Jones, Junior dos Santos oder Georges St. Pierre schaffte es wieder kein PPV über die Millionenmarke. Einzig UFC 148, mit dem Rückkampf zwischen Anderson Silva und Chael Sonnen, stieß mit 925.000 Käufen in die Nähe der Million. Kein Wunder, angesichts der zahlreichen Verletzungen von Champions und Sperren von Hochkarätern wie Alistair Overeem.

Generell ist das Jahr 2012 ein Übergangsjahr nicht nur für die UFC gewesen. PPV-Zugpferde und Publikumslieblinge wie Tito Ortiz oder Stephan Bonnar verabschiedeten sich in den Ruhestand und Legenden wie Mauricio Rua, BJ Penn oder Quinton Jackson sind nicht mehr viele Kämpfe vom Karriereende entfernt, während auf der anderen Seite junge Kämpfer wie Rory McDonald, Benson Henderson oder Alexander Gustafsson zu neuen Stars aufgebaut werden.

Das im Jahr 2012 in mittlerweile acht Gewichtsklassen nur insgesamt elf Titelkämpfe stattfanden, Interimstitel nicht mitgerechnet, kann für die UFC keine gute Bilanz sein. Titelkämpfe machen Quoten, dies konnte man auch am guten Nielsen Rating der letzten UFC On FOX-Show sehen, bei der im Schnitt 3,5 Millionen Zuschauer und in der Spitze sogar 5,7 Mio. Zuschauer den Titelkampf zwischen Benson Henderson und Nate Diaz sahen.

Generell sahen im Schnitt 3,4 Millionen Zuschauer die FOX-Events der UFC. Man merkt der UFC an, dass sie zusehends hochkarätige FOX-Shows zusammenstellt, um den großen Partner zufrieden zu stellen. Bei FOX passen die Quoten also bereits, nun müssen die Shows auf FX und FUEL TV (bald FOX Sports 2) sowie The Ultimate Fighter nachziehen. Kein leichtes Unterfangen für 2013.

Ausblick auf 2013

Für die UFC-Fans wird auch das neue Jahr Spannendes bereit halten. Nach dem Quotenfiasko der sechzehnten Staffel von The Ultimate Fighter wird man für die kommende siebzehnte Staffel nicht nur einen neuen Sendeplatz einnehmen, sondern auch mit zwei der populärsten Kämpfer in Jon Jones und Chael Sonnen als Coaches versuchen, das Format zu neuem Leben zu erwecken.

Noch interessanter wird jedoch, ob sich die Frauen in der UFC etablieren können. Getragen vom Erfolg und der Popularität Ronda Rouseys, werden bei UFC 157 zum ersten Mal Frauen im UFC-Octagon stehen, gleichzeitig auch Hauptkampf der Veranstaltung. Von den Verkaufszahlen dieses PPVs wird viel abhängen im Jahr 2013.

Und dann bleibt da noch der Wunsch nach den Superfights. Was uns im letzten Jahr schon nach jedem Kampf der P4P-Könige Jones, Silva und St. Pierre beschäftigte, wird uns auch in diesem Jahr nicht los lassen. Die Fans wollen gewichtsklassenübergreifende Kämpfe der Champions haben. Jetzt liegt es an der UFC, dies möglich zu machen.

Und wenn die UFC dann noch nach Deutschland zurück kommt, steht einer Titelverteidigung hier nichts im Wege.

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:

1. UFC, 72,60%
2. Bellator, 16,27%
3. One FC, 3,62%
4. Cage Warriors, 3,04%
5. Strikeforce, 2,82%
6. Jungle Fight, 1,66%