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GnP Awards 2011: Veranstalter des Jahres international

Same procedure as every year: Die UFC räumt erneut ab. (Foto: Zuffa)

Der Preis für den besten internationalen Veranstalter des Jahres 2011 geht an: Ultimate Fighting Championship.

Wie schon in den vergangenen Jahren führt kein Weg an dem Zugpferd Zuffas vorbei, knapp 78 Prozent aller Stimmen gingen an die UFC als Veranstalter des Jahres international. Auf den Plätzen folgten mit Strikeforce und Bellator zwei weitere nordamerikanische Veranstalter vor den internationalen Organisationen M-1 Global, DREAM und BAMMA.

„The same procedure as last year?“ - „The same procedure as every year, James.“ Was den meisten aus dem Silvester-Sketch „Dinner For One“ bekannt vorkommt, trifft auf den Seriensieger der Kategorie Veranstalter des Jahres international zu. Und das auch zurecht, denn wohl keine Promotion schafft es, sich so erfolgreich an der Spitze des Geschäfts zu halten wie die Ultimate Fighting Championship. Zwar hatte man 2011 mit einem wahren Seuchenjahr zu kämpfen, was Verletzungen angeht, dafür konnte man umso mehr mit Schlagzeilen außerhalb des Käfigs bei den Fans punkten.

Bereits im März konnte der Mutterkonzern Zuffa den Kauf des bis dato größten Rivalen der UFC auf dem nordamerikanischen Markt, Strikeforce, vermelden. Damit konnte die UFC ihrem Kader nicht nur zahlreiche Talente hinzufügen, sondern möglicherweise auf Jahre hinaus die Vormachtstellung in Nordamerika sicherstellen.

Auch für die Fans ist das ein Gewinn, denn so konnten und können weitere interessante Ansetzungen realisiert werden, die man sich bereits lange wünscht. Der Kampf zwischen dem einzigen Strikeforce Schwergewichtsweltmeister Alistair Overeem und dem früheren UFC Schwergewichtsweltmeister Brock Lesnar sei hier als Beispiel zu nennen.

Als Meilenstein kann die UFC die Pay-Per-View-Veranstaltung UFC 129 vom 30. April in Toronto, Kanada betrachten. Insgesamt 55.000 Fans konnten live in der Halle mitverfolgen, wie Lokalmatador Georges St. Pierre seinen Weltergewichtstitel gegen Jake Shields verteidigte. Allein durch die Eintrittskarten konnte die UFC mit UFC 129 elf Millionen Dollar einnehmen. Neuer Nordamerika-Rekord in Sachen Zuschauerzahl und Umsatz.

Ein weiterer Rekord: 27 UFC-Veranstaltungen wurden im Jahr 2011 abgehalten. Mehr als zwei pro Monat. Bei der Menge muss sich die UFC jedoch auch fragen, ob eine so hohe Anzahl überhaupt noch Sinn ergibt, da man in Sachen PPV-Einnahmen pro Event und Anzahl der PPV-Käufer einen Rückgang vermelden musste. Nachdem im Jahr 2010 gleich drei PPVs die Million Zuschauer knacken konnten, waren die PPVs 2011 weit davon entfernt. Einzig UFC 129 und UFC 141 kamen mit 800.000 Käufern in die Nähe der Marke.

Für die Nostalgiker unter den Fans hatte die UFC gleich zwei Momente zu bieten. Zum einen konnte im August mit UFC 134 zum ersten Mal seit 1998 wieder eine Veranstaltung im Mutterland des MMA, Brasilien, abgehalten werden. Zum anderen veranstaltete die UFC einen Monat später mit UFC 135 zum ersten Mal seit 1995 wieder einen PPV in ihrer Geburtsstadt Denver, Colorado. Mit über 16.000 Zuschauern in der Halle avancierte UFC 135 damit auch zum bestbesuchten USA-Event der UFC.

Den wohl größten Coup des Jahres konnte Zuffa im August bekannt geben. Nach Jahren des Daseins auf Nischensendern wie SpikeTV oder Versus wurde eine Partnerschaft mit dem TV-Riesen Fox angekündigt. Vorerst für sieben Jahre werden die Fans jährlich in den Genuss von vier UFC On Fox-Veranstaltungen, 32 Fight Nights auf dem Ableger FX, 24 Sendungen im Anschluss an The Ultimate Fighter sowie sechs weiteren separaten Fight Nights kommen. Mit 8,8 Millionen Zuschauern konnte man im November mit UFC On Fox: Velasquez vs. Dos Santos bereits einen guten Einstand feiern.

Cain Velasquez (l.) und Junior dos Santos beim Fox-Debüt der UFC. (Foto: Zuffa)

Was sportlich so alles passiert ist, das könnt ihr am besten im GnP-Jahresrückblick Nordamerika (Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4) nachlesen.

Was kommt 2012? Nachdem man sich im Jahr 2011 auf das Kerngeschäft Nordamerika konzentriert hat, nur fünfmal verließ man die USA, wird 2012 wieder ein Jahr der Globalisierung für die UFC. Alleine bis April sind fünf internationale Veranstaltungen angekündigt, darunter eine Schweden-Premiere sowie die lang erwartete Rückkehr der UFC nach Japan. Dass damit nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist, ist anzunehmen. Mit UFC Undisputed 3 steht das nächste UFC-Videospiel in den Startlöchern und mit der Rückkehr von verletzten Publikumslieblingen wie Georges St. Pierre sowie weiteren Zugängen aus dem Strikeforce-Kader könnte man auch der PPV-Problematik wieder Herr werden.

Für die deutschen Fans sieht es bisher noch nicht nach einer Veranstaltung hierzulande aus. Mit Stockholm besucht man im April bereits das europäische Festland und die obligatorische Großbritannien-Veranstaltung befindet sich auch noch nicht im Kalender. Aber mit dem immer volleren Jahresplan könnte man, ähnlich wie eben Schweden vielleicht in den Genuss einer Fight Night oder einer ähnlich kleinen UFC-Veranstaltung kommen.

Ob mit UFC-Veranstaltung oder ohne, der Zuspruch der Fans ist der Ultimate Fighting Championship gewiss, sodass es wahrscheinlich in einem Jahr wieder lautet „The same procedure as last year?“ - „The same procedure as every year, James.“

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:

1. UFC – 77.70%
2. Strikeforce – 6.12%
3. Bellator – 5.76%
4. M-1 Global – 5.40%
5. Dream – 3.24%
6. Bamma – 1.80%