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GnP Awards 2011: Kultigster Kämpfer international

Nick Diaz gewinnt mit großer Klappe. (Fotomontage: GroundandPound)

Der GnP Award für den international kultigsten Kämpfer 2011 geht an: Nick Diaz.

Den Weltergewichtstitel der UFC hat Nick Diaz im vergangenen Jahr zwar noch nicht gewinnen können, dafür sicherte er sich nun mit 33,68 Prozent den GroundandPound Award als international kultigster Kämpfer 2011. Dabei rangiert er vor dem zuvor favorisierten, aber letztlich doch nur zweitplatzierten Chael Sonnen (20,27 Prozent) und dem Schweden Hamid „Akira“ Corassani, der mit 17,18 Prozenzt der Stimmen Rang drei belegte. Jason Miller, Josh Barnett und Shinya Aoki bildeten die Schlusslichter.

Die Bezeichnung „kultig“ ist immer auch eine schwammige, so dass in dieser Kategorie in der Regel die Kämpfer abräumen, die entweder mit einer besonders großen Klappe gesegnet sind oder mit besonders auffälligen Marotten glänzen. Nick Diaz fällt zweifelsohne in die erste Kategorie.

Seit die UFC-Mutter Zuffa im vergangenen März seinen Arbeitgeber Strikeforce aufgekauft hatte, schoss Diaz praktisch ununterbrochen gegen deren Weltergewichtschampion Georges St. Pierre. Nachdem Diaz Freund und Teamkollege Jake Shields dem UFC-Titelträger im April bei UFC 129 recht deutlich nach Punkten unterlag, schien die Marschrichtung von UFC-Präsident Dana White klar: Strikeforce Champion Nick Diaz musste in die UFC.

Bis es wirklich dazu kam, verging allerdings noch einige Zeit. Ein für Oktober geplanter Kampf zwischen GSP und Diaz kam nicht zustande, Diaz hatte mehrere Pressekonferenzen geschwänzt und wurde zur Strafe von dem Duell abgezogen. Als Ersatz sollte Carlos Condit einspringen, dessen ursprünglichen Gegner B.J. Penn sollte nun Diaz bekommen. Als St. Pierre seine Teilnahme an der Veranstaltung aufgrund einer Verletzung aber komplett absagte, rückte das Duell zwischen Penn und Diaz plötzlich doch wieder in den Hauptkampf auf.

Diaz verprügelte Penn nach Strich und Faden, gewann nach Punkten und forderte den im Publikum anwesenden St. Pierre anschließend live am Mikrofon heraus: „St. Pierre, du bist nicht verletzt, du hast Angst vor mir“, tönte er vor gut 10.000 Zuschauern im Mandalay Events Center in Las Vegas.

„Ich musste mich auf eine gewissen Art und Weise aufführen, bestimmte Leute öffentlich herausfordern und zum Bösewicht werden“, erklärte er uns im exklusiven Interview, in der aktuellen Ausgabe des GroundandPound Journals. „Scheinbar hat das ja auch gut funktioniert.“

Ohne Frage hat es das. Zwar stehen die herausragenden kämpferischen Fähigkeiten des älteren Diaz-Bruders außer Frage – sein brandgefährliches BJJ und unorthodoxer Boxstil stellten in den vergangenen Jahren für jedes Weltergewicht eine nur schwer lösbare Aufgabe dar – doch es ist fraglich, ob er auch ohne seine große Klappe dort wäre, wo er heute ist.

Eines ist klar: Zumindest den Award für den kultigsten Kämpfer des Jahres hätte Diaz nicht gewonnen, würde er nicht ständig in seiner ihm eigenen Art seinen Gedanken Luft machen. Egal, ob er seine Gegner im Käfig während einer Schlagsalve kurzerhand beleidigt, in Interviews vor dem Fight den harten Burschen mimt, oder sich nach dem Kampf das Mikro schnappt – Nick Diaz ist Kult!

Im Februar wird er bei UFC 143 auf Carlos Condit treffen und endlich um den lang ersehnten UFC-Titel kämpfen, wenn auch nur um den Interims-Gurt. Und all seine Freunde und Feinde werden gleichermaßen wieder gebannt vor den Schirmen sitzen.

„Jeder will sehen, wie mir mal gehörig das Maul gestopft wird“, ist sich Diaz bewusst. „Das ist der einzige Grund, warum ich diese Chance endlich gekriegt habe. Na dann mal los, ich bin bereit.“

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:

1. Nick Diaz (USA) – 33.68%
2. Chael Sonnen (USA) – 20.27%
3. Hamid Corassani (Sweden) – 17.18%
4. Jason Miller (USA) – 16.15%
5. Josh Barnett (USA) – 7.22%
6. Shinya Aoki (Japan) – 5.50%