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GnP Awards 2011: Kämpferin des Jahres international

Ronda Rousey wird prämiert. (Fotomontage: GroundandPound)

Ronda "Rowdy" Rousey (4-0) konnte dieses Jahr bei Strikeforce ordentlich für Furore sorgen. Nicht nur, dass sie die wohl vier schnellsten Submissions des Jahres auf ihrer Seite hat, die gute Dame forderte zudem die Titelträgerinnen im Bantamgewicht (Miesha "Takedown" Tate), sowie Federgewicht (Cristiane „Cyborg“ Santos) heraus. Schließlich entschied sich Rousey für Tate.

Den Großteil des Jahres gab es daraufhin subtile Anspielungen, aber auch offensichtliche Provokationen in gemeinsamem Treffen in Radioshows und Videostreams – eins wurde klar: Die beiden Streithähne mussten einfach früher oder später aufeinandertreffen. Strikeforce Geschäftsführer Scott Coker hatte irgendwann genug und brachte das Duell am Jahresende aufs Papier. Am 3. März soll es dann soweit sein.

Bis dahin heißt es abwarten, jedoch gibt uns das Zeit, Ronda Rouseys Jahr Revue passieren zu lassen, denn sie wurde die Siegerin der Klasse „Internationale Kämpferin des Jahres“ bei den GnP Awards 2011.

Rousey im Judo-Gi. (Foto: usjudo.org)

Rousey ist eine olympische Bronzemedaillengewinnerin im Judo aus dem Jahre 2008 und konnte die weibliche MMA-Welt deutlich durchschütteln, als sie 2011 vier Submissionsiege mit spielender Leichtigkeit erzwingen konnte. Dabei dauerte keine Begegnung länger als eine Minute. Ihre vier Kontrahentinnen hatten am Ende eines gemeinsam: eine Niederlage durch Armbar. Nur 138 Sekunden für vier Kämpfe – sensationell.

Eine große Klappe wirft man der 24-Jährigen vor, doch Rousey kennt den Wert einer lauten und deutlichen Stimme nur zu gut.

Was die Wenigsten wissen ist, dass die Amerikanerin bis zu ihrem sechsten Lebensjahr nicht fähig war, ganze Sätze vernünftig aussprechen zu können. Bei ihrer Geburt klemmte ihr die Nabelschnur den Hals zu, was zu einem Blutmangel und damit verbundenen Herzstillstand führte. Rousey war klinisch tot, wurde zwar erfolgreich wiederbelebt, doch rechneten die Ärzte mit ernsten Hirnschäden. Was eintrat war die Unfähigkeit, Worte richtig zu ordnen, was eine Kommunikation und das Erlernen der Sprache so gut wie unmöglich machten. Nachdem die Amerikanerin viele Jahre mit Sprachtherapie verbrachte, verbesserte sich ihre Lage schlussendlich im Alter von sechs Jahren.

Zwei Jahre darauf folgte die nächste Tragödie, denn Rousey verlor ihren Vater. Im gemeinsamen Familienausflug brach sich dieser bei einem Schlittenrennen den Rücken und war daraufhin gelähmt. Die Ärzte diagnostizierten zudem das Bernard-Soulier Syndrom (eine Blutungskrankheit), was eine Heilung oder Regeneration unmöglich machte. Die Lebenserwartung betrug maximal 24 Monate. Kurz darauf, als Ronda acht Jahre alt war, beging ihr Vater Suizid.

„Er war ein stolzer Mann“, so Rousey. „Er wollte nicht, dass wir ihn jahrelang gelähmt im Krankenhaus sehen, mit Schläuchen, die aus seinem Körper ragten.“

Ihre Mutter Ann Maria war die erste Amerikanerin die eine Weltmeisterschaft im Judo für ihr Land gewinnen konnte. Die Liebe zu dieser Sportart gab sie an ihre Tochter weiter, die scheinbar ein Naturtalent war und 2004 mit 17 Jahren als jüngste Teilnehmerin aller Zeiten bei den olympischen Spielen im Judo antrat. 2008 wurde sie dort die erste Amerikanerin, die eine Medaille im Judo gewinnen konnte, in dem Fall Bronze.

Rousey ist glücklich. (Foto: vigilantemma.com)

Dies öffnete den Weg zum MMA, denn nach einer erfolgreichen Amateurkarriere mit drei Armbar-Erfolgen, folgte die professionelle MMA-Karriere im Jahre 2011.

Ediene Gomes und Charmaine Tweet mussten sich ebenfalls via Armbar ergeben, woraufhin auch Strikeforce-Veteraninnen Sarah D'Alelio und Julia Budd das gleiche Schicksal erduldeten. Fünf Kämpfe im Jahr 2011, vier davon auf professioneller Basis, allesamt souverän gewonnen. Aktiver war keine Frau auf internationalem Top-Niveau. Das MMA-Training mit Judo-Legende Gene Lebell oder UFC-Kämpfern wie Nick Diaz und Manny Gamburyan hat sich scheinbar ausgezahlt.

„Ich bin hier, um hohe Wellen zu schlagen“, verriet die Judo-Expertin. Das ist in der Tat gelungen. Die verdiente Siegerin in diesem Jahr heißt Ronda Rousey.

Auf Platz zwei befindet sich Sarah Kaufman, die bei unseren Lesern haarscharf an Rousey gescheitert ist. Die 26-Jährige war 2011 zweimalig im Einsatz, gewann dabei gegen Megumi Yabushita und Liz Carmouche. Platz drei belegt Deutschlands Sheila Gaff, die den GnP Award für die beste nationale Kämpferin 2011 erlangte.

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:

  1. Ronda Rousey (USA) – 34.39%
  2. Sarah Kaufman (Canada) – 33.12%
  3. Sheila Gaff (Germany) – 9.87%
  4. Jessica Aguilar (Mexico) – 8.60%
  5. Naho Sugiyama (Japan) – 7.32%
  6. Alexis Davis (Canada) – 6.69%