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GnP Awards 2011: Kämpfer des Jahres international

Jon „Bones“ Jones gewinnt mit Erdrutschsieg. (Fotomontage: GroundandPound)

Der GnP Award für den international besten Kämpfer 2011 geht an: Jon Jones.

2011 war das Jahr von Jonny „Bones“ Jones. Viermal stieg der 24-Jährige in den vergangenen 12 Monaten in das UFC-Octagon, viermal verließ er es als Sieger. Vom vielversprechenden Talent entwickelte er sich innerhalb dieses Jahres zum glaubhaften Titelkandidaten, späteren Champion, und schließlich zu einem der gewichtsklassenübergreifend besten Kämpfer der Welt. Es ist nur passend, dass er sich auch in der diesjährigen GnP Award-Wahl zum international besten Kämpfer des Jahres mit deutlichem Vorsprung durchsetzen konnte.

Mit fast 50 Prozent der Leserstimmen verwies „Bones“ die Konkurrenz dabei abgeschlagen auf die hinteren Plätze. Die zweit- und drittplatzierten Anderson Silva und Dan Henderson erhielten jeweils nicht einmal 20 Prozent der Stimmen. Schwergewichtschampion Junior dos Santos belegte, trotz eines ähnlich dominanten Jahres, inklusive Titelgewinn und UFC on Fox-Hauptkampf, mit gerade einmal neun Prozent der Stimmen nur Platz vier. Bellator-Leichtgewichtschampion Michael Chandler und Tachi Palace Fliegengewichtstitelträger sowie UFC-Neuzugang Ian McCall belegten mit weniger als je fünf Prozent die letzten Plätze.

An Jon Jones kommt man momentan einfach nicht vorbei. Nachdem sich das junge Nachwuchstalent aus dem Team von Greg Jackson 2010 mit Erstrundensiegen über die erfahrenen UFC-Veteranen Brandon Vera und Vladimir Matyushenko für größere Aufgaben empfohlen hatte, startete er 2011 vollends durch.

Das Jahr begann für Jones im Februar, als er den damals ungeschlagenen Ryan Bader bei UFC 126 in der zweiten Runde scheinbar mühelos mit einem Guillotine Choke abwürgen konnte. Bader und Jones waren zu dem Zeitpunkt die beiden hoffnungsvollsten jungen Kämpfer im UFC-Halbschwergewicht. Schon vor dem Kampf war klar: Hier sollte sich die Spreu vom Weizen trennen. Titelherausforderer und Jones-Trainingspartner Rashad Evans musste aufgrund einer Knieverletzung längere Zeit pausieren. Dies war die Stunde von Jones. Direkt nach dem Bader-Sieg wurde ihm eröffnet, dass er seinen Teamkollegen ersetzen und an seiner Stelle gegen Champion Mauricio „Shogun“ Rua antreten würde.

Der Kampf fand schon gut einen Monat später, bei UFC 128 statt. Rua, einer der gefürchtetsten Standkämpfer im Halbschwergewicht, wurde vom jungen Herausforderer mit dessen unkonventionellen Attacken über drei Runden dominiert. Im dritten Durchgang beendete „Bones“ das grausame Spektakel mit einem Körpertreffer und darauffolgendem Knie zum Kopf Shoguns. Der sackte am Käfig zusammen und wurde vom Referee aus dem Kampf genommen.

Jon Jones hatte soeben den wichtigsten Kampf seiner Karriere gewonnen und war damit der jüngste UFC-Champion aller Zeiten.

Er hatte einen Titel gewonnen, aber einen Freund verloren. Sein Teamkollege Rasdhad Evans war nun der Pflichtherausforderer auf seinen neuen Gürtel. Aufgrund von nachvollziehbaren Interessenkonflikten verließ Evans das Team Jackson – und machte seinem Ärger in verschiedenen Interviews Luft. Doch die Fehde der beiden wurde bislang nicht mit einem Kampf beendet. Eine Handverletzung zwang Jones zur Pause, bevor es zur Schlacht der früheren Freunde kommen konnte.

Statt gegen Evans verteidigte "Bones" daher im September, bei UFC 135, seinen Gürtel gegen Quinton „Rampage“ Jackson. Der hielt zu Beginn ganz gut mit, musste im vierten Durchgang aber völlig erschöpft in einem Rear-Naked Choke klopfen.

Für Dezember plante man nun erneut den heiß erwarteten Fight zwischen Jones und Evans. Doch erneut kam der Kampf nicht zustande. Dieses Mal war es Evans, der aufgrund einer Daumenverletzung ausgefallen war. Jones verteidigte seinen Gürtel stattdessen bei UFC 140 gegen den ähnlich unkonventionellen Karateka Lyoto Machida.

Auch der fand jedoch kein Mittel gegen die Übermacht von Jones und schlief in der zweiten Runde in einem Standing-Guilotine Choke ein. Das Jahr 2011 war damit für Jon Jones vorüber. Es war zweifellos das erfolgreichste Jahr, das je ein MMA-Kämpfer in der UFC vorweisen konnte.

Schon jetzt vergleicht man Jon Jones mit dem jungen Muhammad Ali - und liegt damit wohl gar nicht soweit von der Wahrheit entfernt. Einerseits hat man hier einen jungen, unglaublich talentierten und disziplinierten Kämpfer, dessen künftiges Potential kaum abzuschätzen ist. Sein gutes Aussehen, seine Redegewandheit und Sicherheit im Umgang mit Medien machen ihn aber erst zu dem was er ist: dem kommenden Megastar der UFC.

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:

1. Jon Jones (USA) – 49.07%
2. Anderson Silva (Brazil) – 19.75%
3. Dan Henderson (USA) – 16.05%
4. Junior Cigano (Brazil) – 9.26%
5. Michael Chandler (USA) – 4.63%
6. Ian McCall (USA) – 1.23%