MMA Restliche Welt

GnP Awards 2011: Bester junger Kämpfer international

Dem Kanadier Rory MacDonald (22) gehört die Zukunft. (Foto: Josh Hedges)

In der Sportgeschichte gab es schon häufig die Situation, dass jemand, der neben einer lebenden Legende eigentlich nur die Rolle des „zweiter Mannes“ spielte und lange Zeit übersehen wurde, dann aber plötzlich auch selbst richtig Karriere machen konnte. Franz Beckenbauer, der größte deutsche Fußballer aller Zeiten hatte in den golden Siebzigern stets den dynamischen Querdenker Paul Breitner an seiner Seite. Basketball-Ikone Michael Jordan hatte mit dem langgliedrigen Arbeitstier Scottie Pippen einen hochqualifizierten Adjutanten. Und neben Boris Becker hatte das deutsche Tennis in Michael Stich Ende der achtziger, Anfang der neunziger Jahre einen zweiten Ausnahmespieler.

Eine ähnliche Situation herrscht gerade im Tristar Gym im kanadischen Montreal. Neben UFC-Weltergewichts-Weltmeister und Werbeikone Georges St. Pierre trainiert unter der Anleitung des akribischen Cheftrainers Firas Zahabi dort auch der acht Jahre jüngere Shooting Star Rory MadDonald. Der 22-jährige Allrounder schaffte Anfang 2010 den Sprung in die UFC und musste sich dort bis dato lediglich dem ehemaligen WEC-Weltmeister und aktuellen Titelherausforderer Carlos Condit nach enger Schlacht knapp geschlagen geben. Im Kalenderjahr 2011 schraubte der kanadische Kriegsgott (Kampfname: Ares) seine Bilanz mit beeindruckenden Leistungen gegen Nate Diaz und Mike Pyle auf 12-1.

Nate Diaz bekommt den guten alten Stiefel ins Gesicht (Photo © Josh Hedges/UFC)

Da St. Pierre wohl das gesamte Jahr 2012 mit einer komplizierten Kreuzbandverletzung auf Eis liegen wird und einige Experten schon mutmaßen, GSP würde überhaupt nicht mehr in das Octagon der UFC zurückkehren, ruhen die Hoffnungen, nicht nur der kanadischen Fans, auf den bereits erstaunlich breiten Schultern seines jungen Landsmannes. MacDonald gehört zur ersten Generation von Kämpfern, die nicht in einem traditionellen Kampfsport wie Judo oder Karate großgeworden sind, sondern von Beginn an MMA trainiert haben. Und obwohl er erst 22 Jahre alt ist, so ist er doch schon im siebenten Jahr Profi. Zu seinen Stärken gehören eine robuste Physis, starke ringerische Qualitäten, gute Standard-Aufgabegriffe und große Schlagkraft.

Trotz erst vier Auftritte in der UFC, zählen die meisten Experten MacDonald bereits zu den Top 15 in seiner Gewichtsklasse. Seinen nächsten Auftritt im Käfig wird der Jungspund voraussichtlich Ende März haben, wenn er vor heimischer Kulisse auf den Engländer Che Mills trifft. So lange kann er sich noch über den Titel „Bester junger Kämpfer“, den er mit knapp 39% unserer Leserstimmen bei den Groundandpound-Awards 2011 verliehen bekommen hat, freuen.

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:

1. Rory MacDonald (Kanada) 38.93%
2. Alexander Sarnavskiy (Russland) 31.54%
3. Alan Omer (Deutschland) 10.07%
4. Eduardo Dantas (Brasilien) 9.40%
5. Dustin Poirier (USA) 5.37%
6. Doo Ho Choi (Korea) 4.70%