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GnP Awards 2009: KO des Jahres international

Fedor Emelianenko (r.) vs. Andrei Arlovski

Fedor Emelianenko vs. Andrei Arlovski bei Affliction - Day of Reckoning!

Am 24. Januar vergangenen Jahres kam es zum Kampf der Kämpfe, als sich Fedor Emelianenko seinen wohl bis dahin gefährlichsten Gegner, Andrei Arlovski, stellen musste.

Drei Minuten lang zwang Arlovski seinen Kontrahenten Fedor mit geraden Schlagkombinationen und Lowkicks in die Defensive. Man konnte schon fast den Eindruck gewinnen, als ob der sonst so souveräne und unaufhörlich vorpreschende Emelianenko keine Antwort auf die Angriffe des Weißrussen hätte. Ein Hauch von Sensation lag in der Luft. Aber dann bewies der "Letzte Kaiser" wieder einmal, warum er als einer der besten Kämpfer aller Zeiten gilt: Fedor nutzte eine überhastete Aktion von Arlovski aus, um ihn mit einem krachenden Schwinger auszuknocken. Der "Pitbull" schien so erfreut über seine bis dahin gelungenen Angriffe zu sein, dass er mit einem spektakulär eingesprungenen Knie Fedor, welcher sich in der Ringecke befand, den Finalstoß geben wollte. Arlovski blieb einige Zeit bewusstlos auf dem Boden liegen und benötigte die Hilfe seiner Ringecke, um wieder auf die Beine zu kommen.

Für den "Pitbull" war dies das Ende seiner Siegesserie von fünf Siegen in Folge und der Beginn eines persönlichen Debakel. Aus der UFC verbannt und mit dem Untergang von Affliction ohne Vertrag, fand der Weißrusse mit Strikeforce seinen neuen Arbeitgeber. Da eine Niederlage gegen den unantastbaren Fedor bei weitem keine Schande war, wollte Arlovski mit der Vernichtung des aufkommenden Strikeforce-Kämpfers Brett Rogers ein neues Statement setzen und mit einem Sieg den Rückkampf gegen den "Letzten Kaiser" erzwingen. Wir alle kennen das Ende der Geschichte. Arlovski wurde in sage und schreibe 22 Sekunden auf die Bretter geschickt. Seitdem ist es sehr still um ihn geworden. Wann und wo der "Pitbull" wieder kämpfen wird, ist bis dato noch nicht sicher. Dabei sah es vor dem Kampf gegen Fedor noch so rosig für den ehemaligen UFC Schwergewichtschampion aus. Im ersten Kampf außerhalb der UFC zerlegte Arlovski einen Gegner nach dem anderen. Er knockte Ben Rothwell bei seinem Affliction-Debüt aus und lehrte Roy Nelson nach einigen Anlaufschwierigkeiten, dass seine Schlagkombinationen zu den Besten im MMA-Sport zählen.

(Foto (c) D. Mandel/Sherdog.com)

Nach dem Untergang von PRIDE arbeitete Fedor weiterhin erfolgreich an seiner Kampfbilanz. Mit Siegen gegen Lindland und Hong-Man Choi wurden jedoch zum ersten Mal einige Stimmen laut, welche Fedors Fähigkeiten und Ruf in Frage stellten. Man warf dem Russen vor, gegen mittelmäßige Gegner anzutreten, welche nur für einen weiteren Ausbau seiner positiven Kampfbilanz dienen würden. Fedor blieb wie gewohnt gelassen und setze eine erste Duftnote seiner brachialen Kraft und Knockoutpower, als er bei der Affliction-Debütshow in 36 Sekunden den ehemaligen UFC Schwergewichtschampion Tim Sylvia demontierte.

Auch nach dem Kampf gegen Arlovski zeigte sich Fedor wie gewohnt gelassen und äußerte sich gegenüber den Medien:

"Was die Schläge angeht, die Andrei gelandet hat, denke ich, dass sie mich nur gestreift haben. Sie haben mich nicht genau am Schalter getroffen und ich habe sie nicht sonderlich gespürt. Auf meinem Befinden im Ring basierend, denke ich, dass es bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich ihn ausgeknockt habe, ein ausgeglichener Kampf war. Als er seine Attacken startete, hat er sich ein bisschen geöffnet. Ich hatte das Gefühl, dass er einen Fehler machen würde und wartete darauf, das auszunutzen."

Die Tatsache, dass Fedors KO mit 46,5% der Gesamtstimmen gewählt wurde, dürfte ein weiterer Beweis sein, dass der Russe nicht umsonst deutlich zum besten Kämpfer des Jahres international gewählt geworden ist.

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:

1. Fedor Emelianenko vs. Andrei Arlovski 46,5%
2. Marius Zaromskis vs. Jason High 25,0%
3. Dan Henderson vs. Michael Bisping 8,3%
4. Lyoto Machida vs. Rashad Evans 8,2%
5. Scott Smith vs. Cung Le 6,2%
6. Dan Hornbuckle vs. Akihiro Gono 5,8%