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GnP Awards 2009: Bester junger Kämpfer international

Jon Jones

Der Award für den besten jungen Kämpfer international geht an: Jon Jones.

Es gibt jedes Jahr zahlreiche junge Kämpfer, welche als absolutes Supertalent verschrien sind, da sie für ein bekanntes Team kämpfen und von ihren Trainingspartner himmelhoch jauchzend als neuer, aufstrebender Superstar tituliert werden, ohne dass sie bereits wesentliche Kampfergebnisse vorweisen können. Dass es auch ohne großartigen Medienrummel geht, bewies Jon Jones. Zwar ist der 22-Jährige vom Superstarstatus noch weit entfernt, jedoch schaffte es der Amerikaner aus Rochester, New York innerhalb eines Jahres von einem Namenlosen zu einem etablierten Athleten in der UFC zu werden.

Mit gerade einmal neun Monaten Training im MMA-Sport begann der damals 20-jährige Jones seine professionelle Karriere. Für seinen ersten Sieg benötigte der Amerikaner nur 92 Sekunden. Nach fünf beeindruckenden Siegen in Folge, alle vorzeitig via (T)KO, sicherte sich Jones einen Vertrag bei der größten MMA-Organisation der Welt. Mit einer Körpergröße von 1,93m und einer Reichweite von 2,14m, welches die bislang längste Reichweite aller derzeitigen UFC Kämpfer darstellt,  stieg der gelernte Ringer zum ersten Mal bei UFC 87 in das Octagon. Bei seinem UFC- Debüt traf der „Knochen“ auf den BJJ-Schwarzgurt und Renzo Gracie Schüler Andre Gusmao. Jones hatte leichtes Spiel mit dem Brasilianer und dominierte den gesamten Kampf mit eingedrehten Ellenbogenschlägen und Tritten, sowie eingesprungenen Knien und gewaltigen Würfen. Ohne jeden Zweifel gewann der damals 21-jährige via einstimmiger Punkteentscheidung.

Jones vs. Bonnar

Obwohl Jones für seine guten Ringertechniken bekannt war, zeigte er bei seinen Kämpfen stets, dass er über eine außerordentlich gute Beinarbeit verfügt und seine Gegner mit sehr gefährlichem Striking zusetzen kann. Stephan Bonnar und der massige Ringer Jake O´Brien bekamen dies besonders zu spüren. Der schlaksig wirkende Amerikaner düpierte Bonnar immer wieder mit seinen eingedrehten Ellenbogenschlägen und verbuchte wieder einen unumstrittenen Punktsieg für sich. Mit nun zwei Siegen in der UFC und einem darauf folgenden Submission-Sieg über O´Brien zeigte Jones, dass er nicht nur ein sehr ernst zu nehmender Gegner, sondern mittlerweile auch zu einem kompakten Kämpfer gereift war, der sowohl im Stand als auch auf dem Boden den Kampf zu jederzeit beenden konnte.

Mit einer weißen Weste von neun Siegen und keiner Niederlage trat Jones zuletzt gegen den „Hammer“ Matt Hamill im Co-Main Event des The Ultimate Fighter 10 Finales an.

Auch in diesem Kampf zeigte Jones direkt zu Beginn wer der Herr im Haus war. Hamill, der schon mehrfach als Ringer bei den Paralympics Medaillen gewinnen konnte, verfügte über keine wirklich effektive Takedown-Abwehr und wurde nach gelungenem Takedown von Jones mit brutalen Ellenbogenschlägen eingedeckt, welche einen tiefen Cut über Hamills rechter Augenbraue öffneten. Der UFC-Kommentator Joe Rogan zeigte sich sichtlich geschockt von der brachialen Kraft der Ellenbogenschläge und bezeichnete diese als die imposantesten und brutalsten Ellenbogenschläge, die er je gesehen habe.

Jones vs. Hamill

Leider bescherten Jones gerade diese so gefährlichen Ellenbogen seine erste Niederlage. Referee Steve Mazzagatti unterbrach nach benannten Geschehnissen den Kampf, um sich den Cut von Hamill näher anzusehen und erkannte, dass dieser nicht mehr in der Lage war den Kampf fortzuführen. Infolgedessen erklärte Mazzagatti den Kampf für beendet. Der jubelnde Jones durfte sich jedoch nicht allzu lange freuen, da bei der offiziellen Urteilsverkündung Matt Hamill als Sieger durch illegale Ellenbogenschläge verkündet wurde. Vertikale Ellenbogenstöße von 12 nach 6 Uhr sind in der UFC verboten - ein sichtlich geschockter und sprachloser Jon Jones ging kopfschüttelnd aus dem Oktagon.

Unser Award-Sieger verkündete bereits kurze Zeit später, dass ihn diese zweifelhafte Niederlage keineswegs zurückwerfen wird und er sich für das Jahr 2010 viel vorgenommen habe. In seinem nächsten Kampf trifft Jones auf den Muay Thai-Spezialisten und UFC-Veteranen Brandon Vera. Die Fans dürfen sich auf diesen Kampf freuen, da beide Kämpfer heiß auf einen Sieg sein werden. Sollte Jones an seine alten Leistungen anknüpfen können, wird Vera alle Hände voll zu tun haben.

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:

1. Jon Jones (USA) 27,2%
2. Marcin Held (Polen) 22,4%
3. Alexander Gustafsson (Schweden) 14,3%
4. Willamy Chiquerim (Brasilien) 13,1%
5. Terry Etim (England) 11,9%
6. Jung Chan Sung (Korea) 11,1%