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Geht die UFC zu weit?


Die Schattenseite der UFC...Fedor Emelianenko...Knebelverträge…Sponsorenrechte...EA Sports vs THQ


Ich hoffe alle 12 000 Fans werden [bei UFC 100] gleichzeitig Fedors Namen rufen. Der Druck liegt nicht bei mir. Der Druck liegt auf ihm. Wir haben ihm das beste Angebot da draußen gemacht, mehr Geld als ihm irgendjemand anderes geboten hat – also kann man nicht sagen, es scheitere am Geld. Sie kommen zurück und sagen: "Es ist ein einseitiger Vertrag." Lasst und diesen Punkt einmal logisch untersuchen. Wir haben denselben Vertrag angeboten, den dreihundert andere Kämpfer unterzeichnet haben, darunter Brock Lesnar, Chuck Liddell, Anderson Silva, GSP und alle anderen Top Stars. Warum ist der Vertrag nicht gut genug für Fedor?
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Lorenzo Fertitta, UFC-Geschäftsführer


In einem Interview mit Sherdog.com musste Lorenzo Fertitta wieder einmal zu den Gescheiterten Verhandlungen mit Fedor Emelianenko, der weitgehend als bester Kämpfer im Schwergewicht angesehen wird, Stellung nehmen. Dabei Antwortete der UFC- Geschäftsführer in gewohnter Manier und wies jegliche Schuld von sich und erklärte, die Verhandlungen seien am Russen und dessen Management gescheitert.

Im Interview beteuerte Feritta, dass die Hauptkonfliktpunkte die Exklusivität des Vertrages und dabei Fedors Sambo-Ambitionen sind. Doch oft genug erklärte der WAMMA-Weltmeister, dass sein vorwiegendes Problem die Knebelverträge der UFC sind. Als Weltmeister gebe es keine Gelegenheit für den Kämpfer die Organisation zu verlassen, andererseits könnte die UFC nach einer Niederlage ungehindert den Vertrag auflösen.

Jeder will Fedor Emelianenko in der UFC sehen. Sei es, um zu sehen wie er dem arroganten Brock Lesnar in den Hintern tritt, oder um zu sehen, dass er nicht unbesiegbar ist und selbst seinen Meister findet. Aber eines ist klar, die #1 im Schwergewicht sollte für die größte Organisation der Welt kämpfen. Aber vielleicht ist es gut, dass sich jemand gegen die Art und Weise auflehnt, wie die UFC Geschäfte zu machen pflegt. Denn immer öfter scheint die UFC ihre Interessen über die der Kämpfer zu stellen.

Einer dieser Fälle ist die neue Sponsoren-Regelung der UFC, welche vor etwas mehr als einem Monat festgelegt wurde. Seither müssen Sponsoren, die Kämpfer mit ihren Logos bei UFC-Events versehen möchten, dafür eine Berechtigung bei der UFC um 100 000 US-Dollar erwerben. Die dahinter stehende Motivation sei es, einen Anteil am Sponsorengeld abzubekommen und offizielle Sponsoren zu schützen. Bereits davor wurden gewisse Bekleidungsmarken (z.B. Affliction Clothing) von den UFC-Veranstaltungen verbannt.

Dabei bleibt der Kämpfer jedoch außen vor, denn durch diese Regelung sollen gewisse Kämpfer um 35 bis 40 % ihrer Einnahmen kommen. Dies ist vor allem für aufstrebende Kämpfer schmerzhaft, die noch keine fünf- oder sechsstelligen Beträge kassieren, dennoch aber Geld für den Lebensunterhalt und das kostspielige Training benötigen. Aber auch Top-Kämpfer sollen dadurch um bis zu 300 000$ kommen.

Die Situation um Lizenzen für Videospiele erscheint noch bizarrer. Vor einigen Monaten begann die UFC ihren Kämpfern Verträge für THQ-Videospiele (z.B. UFC 2009 Undisputed) vorzulegen. Würden die Athleten es ablehnen, die Verträge zu unterzeichnen, wären sie aus dem UFC- Kader gestrichen. Als Höhepunkt der Kontroverse wurde Jon Fitch, der sich zu Beginn weigerte die Vorgaben zu akzeptieren, von der UFC entlassen, bis er den Vertrag 24 Stunden später letztendlich doch unterschrieb.

Die Situation spitzt sich jedoch weiter zu, denn wie Josh Gross von SportsIllustrated berichtet, soll die UFC auch bereits begonnen haben, Kämpfer unter Druck zu setzten bzw. einzuschüchtern, die nicht unter UFC-Vertrag stehen. So soll die UFC mehreren Kämpfern außerhalb der Organisation mitgeteilt haben, sie sollten keinen Vertrag mit EA Sports für das "EA Sports MMA"-Videospiel (und damit der Konkurrent der THQ-Games) unterzeichnen, sollten sie  jemals in der UFC antreten wollen.

Randy Couture wird vermutlich der einzige Kämpfer unter UFC-Vertrag sein, der im Spiel enthalten sein wird. "The Natural" unterschrieb bereits einen Vertrag mit dem Videospielhersteller, bevor er in die UFC zurückkehrte und wird auf dem Cover des Spiels erscheinen.

Es ist eine Sache, wenn die UFC ihre eigenen Kämpfer auf bestimmte Verträge einschwört, eine gänzlich andere Sache ist es jedoch, wenn Kämpfer unter Druck gesetzt werden, die nicht in der UFC kämpfen. Die Geschichte mit EA Sports ist dabei nicht die erste, es waren auch schon Beschwerden zu hären, wonach die UFC mit derselben Taktik versuche, Kämpfer von gewissen Organisationen fern zu halten.

Auch wenn sich Lesnar, Liddell, Silva oder St. Pierre auf entsprechende Verträge einlassen und der UFC freien Lauf lassen, ist es vielleicht gut, wenn es Kämpfer wie Fedor Emelianenko gibt, die auf ihren Grundsätzen beharren. Im Gegensatz zu vielen anderen Kämpfern, kann es sich der Russe leisten, mit der UFC keinen Pakt einzugehen. Vielen jungen Kämpfern bleibt jedoch kaum eine andere Möglichkeit als den Vorgaben der UFC zu folgen…