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Fedor überlegt es sich anders

Fedor während und nach dem Silva-Kampf. (Foto via www.thesweetscience.com)

"Der letzte Kaiser", wie Fedor Emelianenko ehrenvoll genannt wird, hat nach seiner letzten Niederlage einige Worte von sich gegeben, die er nun scheinbar revidiert. "Ja, vielleicht war dies mein letzter Kampf. Ich danke Gott für alles. Ich hatte eine große und schöne sportliche Karriere. Scheinbar ist es Gottes Wille, diese nun zu beenden," sagte Emelianenko nach der TKO-Niederlage gegen Antonio "Bigfoot" Silva. Der Kampfabbruch kam nach der zweiten Runde durch den Ringarzt zustande, der Emelianenkos rechtes Auge vor weiterer Beschädigung schützen wollte.

Einen Tag nach dem Kampf bestätigten die Ärzte, dass Emelianenko keinen Knochenbruch im Gesicht davongetragen habe (ein Augenhöhlenbruch wurde angenommen) und bald wieder kampffähig wäre.

Via Twitter teilte das ehemalige Nr.1 Schwergewicht folgendes mit: "Ich war voreilig mit meinem Rücktritt. Ich werde weiter kämpfen, möglicherweise kehre ich in den Schwergewicht Grand Prix zurück."

Emelianenko bezieht sich damit auf die Worte des Strikeforce-Geschäftsführers Scott Coker, der nach dem "Fedor vs. Silva"-Event sagte: "Wir wissen nicht, wie die dritte Runde verlaufen wäre, wenn Fedor weitergekämpft hätte. Sollte sich einer der Turnierteilnehmer verletzen, könnte Fedor derjenige sein, der für diesen einspringt."

Diese Worte werden den Siegern der Reservekämpfe, Shane des Rosario, Chad Griggs und Valentijn Overeem, sicherlich nicht schmecken, jedoch Fedor-Fans nach dem angedeuteten Rücktritt neue Hoffnung geben und möglicherweise Pay-Per-Views mit großen Verkaufszahlen bestücken.

"Es ist schön, Fedor mit neuem Kampfgeist zu sehen," sagte Vladimir Voronov, Emelianenkos Sambo-Coach. "Er ist bereit, jeden seiner nächsten Gegner auseinander zu nehmen. Sein Auge mag zwar geschwollen sein, aber das wird ausheilen. Das wichtigste ist hierbei, keinen psychologischen Druck zu spüren. Er wird härter trainieren als jemals zuvor."

Emelianenko war zehn Jahre lang am Stück ungeschlagen, von 2000 bis 2010 regierte er mit einer perfekten 27-1 Kampfbilanz die MMA-Ranglisten. Überbewertet und überschätzt, wie viele meinen, doch darf man als Kritiker nicht vergessen, dass Emelianenko damals keine Waschlappen besiegte, sondern eine Hand voll "Top 1"- Gegner, darunter auch fünf ehemalie UFC Schwergewichtshampions. Um dies zu bestätigen, sollten einige Gegner ins Gedächtnis gerufen werden, die damalig via Sherdog-Rangliste folgendermaßen aufgestellt waren: Nogueira (#1), Nogueira (#2), Herring (#3), Cro Cop (#3), Schilt (#7), Arlovski (#2), Sylvia (#4), Coleman (#7), Hunt (#6), Randleman (#7), Rogers (#7). Fedor scheint sich somit keine Gegner handverlesen auszusuchen, was Dana White ihm vorwarf, sondern stellt sich dem Wettbewerb, auch wenn dies Niederlagen bedeutet, wie zuletzt gegen Werdum und nun Silva.

Man darf gespannt sein, in welcher Form Emelianenko zurückkehrt und was die Zukunft für ihn bringt. Mit seinen 34 Jahren, dem richtigen Training sowie dem dazugehörigen Schlachtplan könnte "Der letzte Kaiser" noch für so einige Überraschungen gut sein.