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Fedor Emelianenko: Silvas Test ein Schlag ins Gesicht des Sports

Fedor Emelianenko (Foto: Dorian Szücs/Groundandpound.de)

Fedor Emelianenko befindet sich gerade in den USA, wo er heute im Dienste von Bellator MMA unterwegs sein wird. Bei einem Fan-Fest wird der Pride-Veteran den anwesenden Fans für Fragen und Fotos zur Verfügung stehen. Emelianenko, der seit seinem Karriereende im Jahr 2012 als Botschafter des MMA-Sports in Russland unterwegs ist, gab nach seiner Ankunft in New York eine Reihe von Interviews. Eines der Hauptthemen: Die steigende Zahl an Dopingskandalen im MMA.

„Es ist extrem ärgerlich, dass ein Athlet auf diesem Level tatsächlich auf Arzneistoffe zurückgegriffen hat, um seine Leistung zu steigern“, sagte Emelianenko gegenüber Fansided bezüglich des Dopingskandals um Ex-UFC-Champion Anderson Silva. „Es ist Schlag ins Gesicht – ein Schlag ins Gesicht des Sports und der Kämpfer. Ich denke, dass ein Athlet auf seinen Fähigkeiten, seiner Erfahrung und der harten Arbeit aufbauen sollte, und nicht mithilfe von Steroiden oder anderen leistungssteigernden Mitteln die Distanz zwischen hartem Training und dem Sieg verkürzen sollte. Am wichtigsten ist es, sich selbst und seinen Fans treu zu bleiben. Durch seinen Steroidenmissbrauch hat man jetzt immer im Hinterkopf, dass er leistungssteigernde Mittel für den Sieg benutzt.“

Silva wurde im Januar sowohl vor als auch nach seinem Kampf gegen Nick Diaz bei UFC 183 der Konsum von Steroiden nachgewiesen. Nur wenige Monate zuvor sprach sich der Brasilianer noch öffentlich gegen Doping aus und forderte lebenslange Sperren für Kämpfer, die Steroide nehmen.

„Ich denke, dass man die Strafen und Kontrollen erhöhen sollte“, sagte Emelianenko gegenüber MMAFighting.com über mögliche Maßnahmen, um Doping zu verhindern. „ Es gibt da auf jeden Fall Raum für Verbesserungen. Ich fühle mich von Kämpfern betrogen, die ihre Leistung mit verschiedenen Stoffen steigern. Es ist unfair und es sollte auf jeden Fall gestoppt werden. Es fällt alles auf den Sport und die Kämpfer zurück,  und zwar auf sehr negative Weise.“

In der Tat ließ die steigende Zahl der Dopingfälle zunehmend Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Sports aufkommen. Nach positiven Tests von Anderson Silva, Nick Diaz und Hector Lombard zog die UFC jedoch kürzlich die Reißleine und kündigte verschärfte Kontrollen und höhere Strafen an.

In den Zeiten von Pride FC hatten Dopingtests keinen allzu großen Stellenwert. Enson Inoue veröffentlichte diesbezüglich im vergangenen Jahr einen Ausschnitt aus einem Pride-Vertrag, in dem ausdrücklich geschrieben steht, dass im Rahmen des Drogentests bei Pride nicht auf leistungssteigernde Substanzen oder Steroide getestet wurde.

„Wir wurden auf Steroide getestet“, beteuerte Emelianenko jedoch. „Aber alle dachten, dass wir nicht getestet wurden, weil man niemanden erwischt hat. Natürlich habe ich daran gedacht (, dass manche meiner Gegner Steroide genommen haben), aber es hat mir Kraft gegeben, zu wissen, dass mein Gegner vielleicht was genommen hat, während ich die ganze harte Arbeit und das lange Training investiert habe, um der bessere Kämpfer zu sein, weshalb ich mit Gottes Hilfe gewinnen konnte – unabhängig davon, ob mein Gegner Steroide genommen hat oder nicht.“

Im Training hat sich Emlianeko während seiner aktiven Zeit nicht geschont: „Als ich noch gekämpft habe, bin ich jeden Tag 20 Kilometer gerannt und habe zusätzlich viele Stunden ins Kampftraining und ins Sparring gesteckt. Darum konnte ich die Geschwindigkeit im Ring immer halten. Ich habe so hart trainiert, dass nicht nur das Aufstehen schwer war, sondern manchmal auch das Hinlegen. Heutzutage versuchen die Sportler – nicht nur im MMA – die harte Arbeit durch leistungssteigernde Mittel zu ersetzen.“