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Fabricio Werdum im Interview

Fabrico Werdum (Foto via commons.wikimedia.org)

Guilherme Cruz vom brasilianischen Tatame-Magazin hatte die Gelegenheit mit Fabricio Werdum kurz nach seinem Triumph über den scheinbar unantastbaren Fedor Emelianenko ein interview zu führen. Der charismatische Brasilianer lies es sich nicht nehmen seinen Sieg noch einmal Revue passieren zu lassen und fand auch einige Worte zu seinem eventuell zukünftigen Gegner und Strikforce Schwergewichtschampion Allistair Overeem:

Tatame: Was denkst du über den Kampf gegen Fedor?

Fabricio Werdum: Die Erwartungen waren sehr hoch! Ich war sehr gut auf den Kampf vorbereitet. Der Kampf wurde mehrfach verlegt und ich hatte nie wirklich aufgehört zu trainieren, was sich als sehr nützlich erwies. Ich war körperlich und physisch 100% fit. Zudem war meine Familie und Teamkollegen aus Brasilien angereist, was mich zusätzlich sehr positiv stimmte. Nach dem Kampf zelebrierten wir lautstark den Sieg, in der Umkleidkabine, Backstage, im Ring, einfach überall.

Du sagtest einmal, dass die richtige Strategie für dich sei, Fedors Nacken zu packen, da er bei dir niemals versuchen würde dich mit einem Arm- oder Beinhebel zur Aufgabe zu bringen. Bist du wirklich mit dieser Strategie in den Kampf gegangen?

Ja, schon. Also ich wollte auf jeden Fall den Kampf auf den Boden verlagern, aber ich habe mir nicht vor dem Kampf ausgemalt, ihn mit einer Triangle zu submitten. Ich bin eher davon ausgegangen ihn mit einem Kimura oder einem Rear Naked Choke zu besiegen. Plan war es, ihn zur Aufgabe zu bringen, egal wie und den Kampf so schnell wie nur möglich auf den Boden zu verlagern. Meinen ersten Angriff hat er noch abgewehrt, dann habe ich sofort einen weiteren Angriff gestartet und dies hat sich ausgezahlt. Er war noch damit beschäftigt seinen Nacken zu schützen und so konnte ich seinen Arm greifen und die Triangle ansetzen. Man kann es auf dem Video sehen, dass ich zuerst seinen Nacken, Bein und dann seinen Arm packe. Ich fasste seinen Arm und es sah so aus, dass er jeden Moment abklopfen würde, aber ich habe nicht entschlossen genug nachgearbeitet, deshalb setzte ich zum Triangle an.

War es ein Niederschlag, welcher dich zu Boden gehen lies oder hast du einfach nur deine Balance verloren?

Es war kein Niederschlag. Also ich war nicht angeschlagen. Sein schlag brachte mich aus dem Gleichgewicht und ich fiel zu Boden. Ich spürte den Schlag, aber es war nicht besonders viel Kraft dahinter. Wie ich schon sagte, ich wollte unter allen Umständen gegen ihn auf dem Boden kämpfen, von daher kam mir diese Situation nicht gerade ungelegen.

Die MMA-Welt steht Kopf: Werdum bezwingt Fedor. (Foto via Dave Mandel/Sherdog)

Wie habt ihr deinen Sieg gefeiert?

Es war unglaublich! Für mich war es eine große Party mit meiner Familie und meinen Freunden.

Nach dem Kampf hast du Fedor in den größten Tönen gelobt und ihm einen Rückkampf angeboten. Hat der Veranstalter sich bereits dazu geäußert?

Nein, wir müssen abwarten. Sie sagten zu mir, dass ich doch jetzt erst einmal meinen Sieg feiern soll. Vielleicht stellen sie mich ja auch gegen Overeem auf. Wir werden sehen. Ich habe den besten Kämpfer der Welt geschlagen und deshalb möchte ich nun keinen Schritt zurück machen und gegen Overeem kämpfen. Ich möchte innerhalb der nächsten 6-8 Monaten erneut gegen Fedor kämpfen und dies am besten in Russland, a la Rocky Balboa.

Wie würde der Kampf in seinem Heimatland verlaufen?

Ich denke, dass die Menschen hinter ihm stehen würden und ihn dementsprechend anfeuern. Ich bin mir aber ebenfalls sicher, dass sie mich auch respektieren würden und ich würde meine Jungs nach Russland mitbringen. Die Brasilianer können einen ungeheuren Lärm machen und gegen eine Millionen russische Fans mithalten!

Siehst du diesen Sieg als einen Triumph gegen deine Kritiker und den Menschen, welche nicht an deine Fähigkeiten glaubten?

Es ist einfach hart für an einen Kämpfer zu glauben, wenn er gegen den besten Kämpfer der Welt kämpft. Ich ging ganz klar als Außenseiter in den Kampf und an dieser Stelle möchte ich mich auch bei den Leuten bedanken, die trotzdem an mich glaubten. Zudem sehe ich es so, dass auch meine Kritiker nun gesehen haben, dass man nie einen Kämpfer unterschätzen darf, egal wer es ist.

Wie sehen nun deine Pläne aus?

Ich werde nach Los Angeles zurück zu meiner Frau und Tochter gehen und etwas essen. Ic h glaube ich werde die ganze Woche nur von Barbecue ernähren. (lacht)

Deine Frau hat sich den Kampf nicht angeschaut, richtig?

Nein, sie geht meistens im Supermarkt einkaufen oder sonst wohin und wartet auf meinen Anruf. Sie ist immer völlig angespannt und sehr nervös wenn ich kämpfe. Für mich war es der schönste Anruf meines Lebens!