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„Einer der besten Schwergewichtskämpfe der letzten Jahre“

Das Wichtigste der UFC 131-Eröffnungspressekonferenz. Foto by Mark Bergmann/GroundandPound.

„Einer der besten Schwergewichtskämpfe der letzten Jahre“ erwartet uns laut UFC-Präsident Dana White am kommenden Samstag bei UFC 131. Shane Carwin und Junior dos Santos werden im Hauptkampf des zweiten Kanada-Events des Jahres den neuen Herausforderer auf den UFC-Schwergewichtstitel ermitteln und beide garantieren den Zuschauern ein Feuerwerk.

Dos Santos hatte nach seinem Sieg gegen Roy Nelson bei UFC 117 bereits einen Titelkampf gegen den Champion Cain Velasquez sicher. Eine Schulterverletzung zwang Velasquez jedoch zu einer längeren Pause. Die Genesung des Champions abzuwarten war für Junior dos Santos jedoch nie eine Option. Er bat die UFC um einen weiteren Kampf, um in Form zu bleiben. „Wir sind Kämpfer, also müssen wir kämpfen.“, so der Brasilianer. „Mein letzter Kampf war vor 10 Monaten und ich bin froh, dass die UFC das Kampfdatum [nach dem Gegnerwechsel] nicht änderte.“

Seinen Gegner hat dos Santos tiefgehend studiert. „Sobald er meine Geschwindigkeit zu spüren bekommt, wird er einen Takedown versuchen.“, spekulierte dos Santos. Eine Sache weiß „Cigano“ allerdings jetzt schon sicher: „Dieser Kampf wird nicht über die volle Distanz gehen.“

Auch Shane Carwin versprach den Zuschauern ein Spektakel: „Junior ist ein Top-Schwergewicht. Ich freue mich auf den Kampf und auch die Zuschauer sollten gespannt sein, denn hier treffen zwei explosive, hart zuschlagende Kämpfer aufeinander.“. Carwin stand bereits bei UFC 116 in einem Kampf um den Gürtel. Er verlor in der zweiten Runde durch Aufgabe gegen Brock Lesnar, nachdem er sich in der ersten Runde komplett verausgabte. „Dafür gibt es keinerlei Entschuldigung“, so Carwin.

Nach dem Kampf musste sich der NCAA Division II Hall of Famer einer Nackenoperation unterziehen. „Diese Nackenverletzung hatte mich schon eine ganze Weile beeinträchtigt.“, gab Carwin zu. „Die Operation war notwendig und erforderte eine längere Regenerationsphase. Es war schwer für mich, so lange nicht trainieren zu können und bin nun froh, hier zu sitzen.“

Der Sieger des Kampfes zwischen Shane Carwin und Junior dos Santos wird im Kampf um die Schwergewichtskrone auf Cain Velasquez treffen. Laut Dana White wird dieser „in vier bis fünf Monaten wieder fit sein“. Somit stünde der Titelverteidigung gegen Ende des Jahres nichts im Wege.

Im Co-Hauptkampf wird Kenny Florian das Debüt in seiner mittlerweile vierten Gewichtsklasse feiern. Schrittweise ging der Teilnehmer der ersten Staffel von „The Ultimate Fighter“ vom Mittelgewicht herunter ins Federgewicht. Er wird auf den WEC-Veteran Diego Nunes treffen. „Alles läuft soweit nach Plan. Ich hatte es mir viel schwerer vorgestellt“, berichtete Florian über seine Gewichtsabnahme.

Auf die Frage, wo sein Tatendrang herkomme, antwortete Florian: „Meine Eltern haben schwer gearbeitet. Ich bin eines von sechs Kindern. Meine Eltern kamen beide aus armen Familien und mussten sich alles hart erarbeiten. Sie haben uns Kindern ebenfalls nichts viel gegeben. Wenn wir ins Kino gehen wollten, mussten wir dafür arbeiten. Sie haben uns quasi gezeigt, wie man einen Fisch angelt, anstatt uns einfach einen Fisch zu geben.“

Für Diego Nunes „geht ein Traum in Erfüllung“. Ein Sieg gegen Kenny Florian würde den Brasilianer in den Ranglisten nach oben katapultieren. Ob der Sieger des Kampfes direkt einen Titelkampf gegen Jose Aldo bekommt, ist noch unklar. Nunes trainiert im gleichen Team wie Aldo, würde jedoch trotzdem gegen seinen Trainingspartner kämpfen. „Wir sind Trainingspartner, wir sind wie Brüder. Allerdings arbeiten wir beide für die UFC und wir haben beide Träume. Wenn der Kampf ansteht, werden wir kämpfen.“, so Nunes.

Außerdem wird der Kanadier Sam Stout auf Yves Edwards treffen. „Ich habe bei den ersten drei UFC-Events in Montreal gekämpft und freue mich riesig, jetzt auch hier in Vancouver kämpfen zu können. Gegen Yves Edwards antreten zu dürfen ist das Tüpfelchen auf dem I.“, sagte Stout. Fünf seiner zehn Kämpfe in der UFC wurden mit dem „Fight of the Night“-Bonus ausgezeichnet und auch am Samstag wird Stout alles geben, um erneut einen Bonus abzugreifen. „Von dem Geld habe ich mir ein Haus und ein Auto gekauft. Außerdem habe ich mir etwas zur Seite gelegt.“, so Stout.

Sein Gegner Yves Edwards kehrte 2010 mit einem Sieg gegen John Gunderson in die UFC zurück, nachdem er 2006 entlassen wurde. „Seit meiner Niederlage gegen Joe Stevenson bei UFC 61 wollte ich mich zurück in die UFC kämpfen. Außerhalb der UFC habe ich einige Fehler gemacht, aber durch das richtige Training habe ich mich wieder hochgearbeitet.“, so Edwards. „Es ist beeindruckend, wie sich die UFC in der Zeit entwickelt hat.“

UFC 131 findet am gleichen Wochenende wie ein Finalspiel der NHL zwischen Vancouver und Boston statt. „Ich liebe es zur gleichen Zeit hier zu sein.“, erklärte Dana White. „Ich würde jedes Wochenende eine Veranstaltung in Kanada haben, wenn ich könnte.“ Angesichts der Fanreaktionen im Land des Ahornblatts glaubt man ihm das Gern.