Thai/Kickboxen

Trümmerbruch legt den Wolf lahm

Johannes Wolf muss Japan-Pläne begraben. (Foto: Stefan Bösl)

Es war sollte der Rücktritt vom Rücktritt von Triple-Weltmeister Johannes Wolf (Kickboxtempel) werden. Eine Verletzung verhindert den Kampf in Japan beim dortigen K-1 MAX Tournament jedoch.

Am 3. Oktober des vergangenen Jahres krönte sich der Ingolstädter Johannes Wolf nach einem technisch sehr hochwertigen und auch spektakulären Kampf nach einem Punktsieg über Ilias El Hajoui zum Weltmeister der WKU. In diesem Kampf verteidigte er auch seinen WM-Gürtel der ISKA und den der WakoPro hatte er ja bereits errungen. Schon im Vorfeld auf diesen Kampf ließ Wolf verlauten, dass es sich dabei um seinen letzten Profi-Kampf handeln würde. Seine Prioritäten setzte der Schützling von Jens Lintow dann in anderen Bereichen.

Doch man soll ja bekanntlich niemals nie sagen und so war es auch in diesem Fall. Denn welcher Kämpfer kann einen Kampf von K-1 MAX ausschlagen? Zwar haben wir mit Enriko Kehl den derzeit amtierenden Titelträger in der 70kg Klasse, aber im Limit bis 60kg hat es bisher noch keinen Kämpfer in Deutschland gegeben, welcher zu einem Acht-Mann-Tournament nach Japan eingeladen worden ist. Johannes Wolf bekam diese Möglichkeit und da muss man ja nicht mehr lange überlegen, wenngleich der K-1-Stil sich doch um einiges vom dem im Vollkontakt unterscheidet. Also noch einmal quälen und den inneren Schweinehund überwinden und die Plätzchen sowie den Weihnachtsbraten diesmal außer Acht lassen.

Die Formkurve stimmte, aber leider war ihm das Glück nicht hold. Denn kurz vor dem Jahreswechsel zog sich Wolf im Training einen Trümmerbruch der Schulter zu. Dies hatte zur Folge, dass er den Jahreswechsel im Krankenhaus verbringen musste, wo er auch operiert wurde. Der Traum von der Teilnahme am K-1 MAXJapan Grand Prix am 15. Januar war somit ausgeträumt.
Die Schulter von Wolf nach der OP. (Foto: Johannes Wolf)

Wie lange Wolf ausfallen wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Ebenso wenig ist es unklar, ob der Ingolstädter es danach tatsächlich noch einmal versuchen möchte, oder ob er die Handschuhe für immer an den Nagel hängen wird bzw. lediglich bei dem einen oder anderen Amateur-Turnier noch in den Ring steigen wird. Mit gerade einmal 25 Jahren stehen ihm nach der Genesung wohl alle Türen offen. Vielleicht überlegt er sich ja doch noch einmal? Wenn K-1 oder Krush an die Tür klopfen würden, muss man wohl kein Prophet sein um zu wissen, wie die Entscheidung aussehen wird.