MMA Restliche Welt

Die zehn verrücktesten Freak Fights der MMA-Geschichte

272 Kilogramm schwer: Emmanuel Yarborough (Foto: UFC.tv)

Der Riese gegen den Zwerg, der Muskelberg gegen die Speckgranate, der Show-Wrestler gegen den Mixed Martial Artist - das alles sind Kampfansetzungen, die es in der Geschichte der gemischten Kampfküste zur Genüge gab. Auch heutzutage gibt es noch gelegentlich Kämpfe, bei denen ein sportlicher Hintergrund nicht wirklich ersichtlich wird. Im Laufe der Zeit kristallisierte sich die Bezeichnung „Freak Fights“ für diese besondere Art der Kämpfe heraus. Manche Kämpfer sind aufgrund ihrer körperlichen Gegebenheiten und ihres Kampfstils prädestiniert für solche Kämpfe und kommen somit in unserer Top 10 mehrfach zur Geltung. Es ist auch kein Zufall, dass ein Großteil der Kämpfe in unserer Liste in Japan stattfand. Immerhin sind die Japaner für ihre verrückte Art bekannt, was sich in der Vergangenheit häufig an den teils durchgeknallten Kampfansetzungen widerspiegelte.

Platz 10: Teila Tuli vs. Gerard Gordeau

Vor knapp 21 Jahren öffnete die Ultimate Fighting Championship ihre Tore, um in einem Turnier ohne Gewichtsklassen und fast ohne Regeln den besten Kämpfer zu finden. Acht Sportler, die vom Kampfstil und von den körperlichen Gegebenheiten teils nicht unterschiedlicher hätten sein können, kämpften am 12. November 1993 um ein Preisgeld in Höhe von 50.000 US-Dollar. Gleich im ersten Kampf der UFC-Geschichte kam es dabei zu einem wahrlichen Freak Fight.

Mit 186 Kilogramm wog der Sumo-Ringer Teila Tuli beinahe doppelt so viel wie sein Gegner Gerard Gordeau. Gebracht hat ihm das allerdings rein gar nichts. Nach gerade einmal 26 Sekunden erklärte der Ringrichter den Kampf für beendet, nachdem Gordeau dem beim Takedown-Versuch gestürzten Tuli mit einem präzisen Tritt und einem Schlag eine Platzwunde und eine Zahnlücke verpasste. Der bereits im Vorfeld zurückgetretene Sumo-Ringer erklärte danach auch seine MMA-Karriere für beendet, während sich Gordeau noch am gleichen Abend ins Finale kämpfte, wo er letztendlich gegen Royce Gracie abklopfen musste. Der erste Freak Fight in der UFC – unsere Nummer zehn der verrücktesten Freak Fights.

Platz 9: Don Frye vs. Yoshihiro Takayama

Mit Anderson Silva und Fedor Emelianenko feierten zwei Ausnahmeathleten bei PRIDE 21 ihre beeindruckenden Debüts bei der japanischen Organisation. Diese bedeutsamen Momente gehen jedoch im Schatten des Hauptkampfes der Veranstaltung unter. Don Frye traf hier auf den Show-Wrestler Yoshihiro Takayama, der sich zu diesem Zeitpunkt bereits zweimal bei PRIDE in MMA-Kämpfen versuchte und dabei verlor. Schon beim Blickduell beider Kontrahenten wurde klar, dass hier gehörig die Fäuste fliegen werden. Und das taten sie auch!

Don Frye (l.) und Yoshihiro Takayama im Blickduell (Foto: UFC.tv)Don Frye (l.) und Yoshihiro Takayama im Blickduell (Foto: UFC.tv)

Beide gingen direkt auf einander los und feuerten Schläge ohne Ende ab. Deckung war dabei ein Fremdwort. Im Clinch drückte Takayama den Amerikaner in die Ringecke, wobei sich beide pausenlos die Fäuste um die Ohren schmissen. Da sich Takayamas Auge laufgrund der zahlreichen Treffer langsam schloss, musste der Kampf zunächst unterbrochen werden. Der Ringarzt gab das Spektakel aber nach einem kurzen Check wieder frei und so bekamen die jubelnden Fans einen weiteren verrückten Schlagabtausch zu sehen. Takayama versuchte sich an einem Wurf, landete aber prompt selbst auf dem Rücken. Aus der Full Mount konnte Frye noch ein paar Treffer ins Ziel bringen, bis der Ringrichter den Kampf schließlich abbrach. Der wohl wahnsinnigste Schlagabtausch der MMA-Geschichte  - unsere Nummer neun der verrücktesten Freak Fights.

Platz 8: Mariusz Pudzianowski vs. Butterbean

In Polen ist Mariusz Pudzianowski seit Jahren ein Volksheld. Ganze fünf Mal konnte der Muskelberg den Titel „Stärkster Mann der Welt“ gewinnen und ist damit Rekordhalter. Im Jahr 2009 entschied sich Pudzianowski für einen Wechsel zum MMA-Sport und unterzeichnete einen Vertrag mit Polens größter MMA-Organisation KSW. Nach zwei erfolgreichen Auftritten in Polen ging es in die Vereinigten Staaten, wo Tim Sylvia der Siegesserie ein Ende setzte. Ein Aufbaukampf musste her. Also holte man Eric „Butterbean“ Esch nach Polen und stellte ihn Pudzianowski gegenüber.

Während Butterbean mit Jabs gelegentlich Treffer landete, versuchte sich der Pole mit Leg Kicks. Pudzianowski, der für den Kampf knapp zehn Kilogramm verlor, um seine konditionellen Probleme auszumerzen, versuchte sich dann an einem Single Leg Takedown, woraufhin Butterbean wie ein gefällter Baum nach hinten umfiel und sich die Arena in einen Hexenkessel verwandelte. Aufstehen war keine Option mehr, denn der immer noch 130 Kilogramm schwere Pudzianowski ließ solange Hammerfists auf seinen Gegner niederhageln, bis dieser abklopfte. Muskeln gegen Fett – unsere Nummer acht der verrücktesten Freak Fight.

Platz 7: Royce Gracie vs. Akebono

Nachdem der Sumo-Ringer Akebono in seinen bis zu diesem Zeitpunkt fünf Kickboxkämpfen nicht einen Sieg nach Hause bringen konnte, entschied er sich für den Start einer MMA-Karriere. Bei K-1 PREMIUM 2004 Dynamite!! traf er dabei in seinem ersten Kampf auf den legendären Royce Gracie. Dieser stellte ja bereits zuvor häufig genug unter Beweis, dass er körperlich überlegenen Gegnern nicht aus dem Weg geht. Ein 230 Kilogramm schwerer Sumoringer war aber auch für ihn Neuland. Man könnte meinen, dass man so ein Monster selbst als BJJ-Ass nicht auf sich liegen haben möchte. Royce Gracie sah das aber anders.

Es dauerte nicht einmal zehn Sekunden, da ließ sich der Brasilianer auf den Rücken fallen, als Akebono auf ihn zu gerannt kam. Dieser landete direkt in der Full Guard, doch Gracie schaffte es tatsächlich, sich aus der Situation herauszudrehen und wieder auf die Beine zu kommen. Keine fünf Sekunden später fiel Gracie jedoch erneut auf den Rücken und wieder landete Akebono in der Full Guard. Diesmal konnte er aus der Position etwas machen und so dauerte es nicht lange, bis er einen Omoplata ansetzte. Akebono dachte gar nicht daran, den kommenden Aufgabegriff zu verteidigen und ahnte scheinbar nicht, dass es gleich wehtun könnte. Der Schmerz setzte zügig ein, sodass der Sumo-Ringer abklopfen musste. Royce Gracie gegen die großen Jungs – unsere Nummer sieben der verrücktesten Freak Fights.

Platz 6: Butterbean vs. Zuluzinho

Was passiert, wenn man zwei 185 Kilogramm schwere Kolosse in einem Ring gegenüber stellt? Man landet auf Platz 7 der verrücktesten Freak Fights der MMA-Geschichte. Eric „Butterbean“ Esch und Wágner da Conceição Martins, besser bekannt als Zuluzinho, gaben sich bei der allerletzten Veranstaltung von PRIDE FC die Ehre. Butterbean fackelte nicht lange und zeigte, dass seine 75 Siege im Profiboxen nicht von ungefähr kamen. In einem Schlagabtausch erwischte er das brasilianische Superschwergewicht mit einer Reihe von Haken. Zuluzinho klammerte sich daraufhin an seinem Gegner fest und versuchte ihn zu Boden zu bringen. Während die verkeilten Kontrahenten mit einem Gesamtgewicht von 370 Kilogramm gen Boden stürzten, konnte sich Butterbean so drehen, dass er prompt in der Side Mount landete.

Butterbean gewann durch Aufgabe. (Foto: UFC.tv)Butterbean gewann durch Aufgabe. (Foto: UFC.tv)

Zwei Minuten lang bearbeiteten sich beide Gegner in Folge dessen spärlich mit Schlägen, bis Butterbean die Chance ergriff, sich den Arm seines Gegners zu schnappen und ihn mit einem Key Lock zur Aufgabe zu zwingen. Der Kampf, bei dem viele wohl mit 20 Minuten Dauerschnaufen gerechnet hatten, nahm somit ein überraschend schnelles und zufriedenstellendes Ende. Zwei Fleischmonster, deren Kampf nicht durch totale Erschöpfung zur Katastrophe wurde – unsere Nummer sechs der verrücktesten Freak Fights.

Platz 5: Fedor Emelianenko vs. Hong Man Choi

Lange Zeit galt Fedor Emelianenko als die unangefochtene Nummer eins in der Welt der Mixed Martial Arts. Immerhin kämpfte der „letzte Kaiser“ die Elite im Schwergewicht und blieb dabei beinahe zehn Jahre lang ungeschlagen. Neben Top-Kämpfern fanden sich allerdings auch einige fragwürdige Gegner mit Emelianenko im Ring wieder – so zum Beispiel der 2,18 Meter große Hong Man Choi.

Bei der japanischen Veranstaltung Yarrenoka! stiegen beide Ausnahmeathleten im Jahr 2007 in den Ring und schon beim Staredown konnten die Zuschauer kaum ihren Augen trauen. Mit stolzen 35 Zentimeter Größenvorteil ging Choi in den Kampf, doch Angst war für Emelianenko auch hier ein Fremdwort. Keine zehn Sekunden dauerte es, da versuchte sich der Russe an einem Takedown, doch der deutlich schwerere Koreaner ließ sich einfach nach vorne fallen und landete in der Top Position. Aus dem Nichts zauberte Emelianenko einen Armbar hervor und baumelte wie ein Kleinkind an Chois riesige Arm.

Einmal konnte der Hüne seinen Gegner noch abschütteln und einige Bomben landen. Wieder auf den Beinen, versuchte Emelianenko aber erneut, den Kampf auf die Matte zu verlagern. Der Russe landete ein weiteres Mal auf dem Rücken und schnappte sich den Arm seines Gegners. Was beim ersten Mal beinahe klappte, führte beim zweiten Versuch zum Erfolg. Mit einem Armbar zwang er Hong Man Choi zur Aufgabe. Was auf den ersten Blick unglaublich wirkte, war eigentlich keine Überraschung, denn es war der unaufhaltsame Emelianenko, der als haushoher Favorit in den Kampf ging. David gegen Goliath, Emelianenko vs. Choi – unsere Nummer fünf der verrücktesten Freak Fights.

Platz 4: Hong Man Choi vs. José Canseco

Ist es eine gute Idee, als Baseballspieler in einem MMA-Turnier anzutreten und sich direkt in seinem allerersten Kampf dem größten K-1-Kämpfer der Geschichte zu stellen? José Canseco wollte auf diese Frage scheinbar eine Antwort finden und stellte sich im Viertelfinale des Super Hulk Grand Prix‘ der japanischen Organisation DREAM Hong Man Choi. Canseco, der 16 Jahre lang in der Major League Baseball (MLB) spielte, trainierte bereits Jahre zuvor Kampfsport und konnte sich einen Schwarzgurt im Karate und im Taekwondo erarbeiten. Das wollte er im Kampf gegen Choi auch zeigen.

Immer wieder versuchte er mit Kicks an den Riesen heranzukommen. Wer hier aber der erfahrene Wettkämpfer war, wurde recht schnell deutlich. Unbeeindruckt von den Attacken seines körperlich deutlich unterlegenen Gegners traf Choi immer wieder mit Jabs, die ihre Wirkung nicht verfehlten. Canseco nahm die Beine in die Hand, kreiste um seinen Gegner umher und stürzte dann letztendlich beim Versuch einen Side Kick zu landen zu Boden.

Choi nutzte die Gelegenheit und deckte den Baseballspieler mit harten Schlägen ein, die Cansco zum Abklopfen zwangen. Für ihn ging es daraufhin zurück in die USA, wo er sich in den unteren Ligen weiter auf seine Baseballkarriere konzentrierte. Für Choi war das Turnier im Halbfinale zu Ende. In seinem bis heute letzten Kampf klopfte er im Heelhook von Ikuhisa Minowa ab. Ein Baseballspieler gegen einen übergroßen Kickboxer – unsere Nummer vier der verrücktesten Freak Fights.

Platz 3: Ikuhisa Minowa vs Giant Silva

Wer dachte, dass der Größenunterschied im Kampf zwischen Fedor Emelianenko und Hong Man Choi verrückt war, sollte sich Ikuhisa „Minowaman“ Minowa gegen Giant Silva anschauen. Der 2,18 Meter große ehemalige Wrestler der World Wrestling Federation (WWF) verdeckte bei PRIDE Bushido 10 den 43 Zentimeter kleineren Minowa in bestimmten Kameraeinstellungen komplett. In seiner Karriere stellte sich Minowaman stets jedem Gegner und zeigte auch in Kämpfen gegen Wanderlei Silva, Mirko Cro Cop und Hong Man Choi keine Angst.

Auch gegen den riesigen Giant Silva war er es, der den ersten Schritt wagte und damit sogar erfolgreich war. Mit einer Vorwärtsrolle näherte er sich Silva an und klammerte sich an seinem Bein fest, nur um ihn dann mit einem Single Leg Takedown zu Boden zu bringen – und das trotz beinahe 100 Kilogramm Gewichtsunterschied. Am Boden ließ der Japaner einige Fäuste fliegen und arbeitete sich dank der Hilflosigkeit des Giganten mit Leichtigkeit zur Side Mount vor.

Giant Silva ging mit 43 cm Größenvorteil in den Kampf. (Foto: UFC.tv)Giant Silva (r.) ging mit 43 cm Größenvorteil in den Kampf. (Foto: UFC.tv)

Dem PRIDE-Regelwerk sei Dank konnte Minowa aus dieser Position eine Reihe von Knien landen, die den Ringrichter den Kampf abbrechen ließen. Für Minowaman war es also wieder Zeit, traditionell zur Feier des Sieges die Faust in Richtung der Zuschauer zu heben, während Giant Silva schwer enttäuscht mit der sechsten Niederlage im siebenten Kampf wieder hinter den Kulissen verschwand. Minowaman auf Gigantenjagd – unsere Nummer drei verrücktesten Freak Fights.

Platz 2: Daiju Takase vs. Emmanuel Yarborough

Der gewichtsmäßig wohl verrückteste Freak Fight fand bei der dritten Veranstaltung von PRIDE FC statt. Der 77 Kilogramm schwere Daiju Takase stellte sich dem 272 Kilogramm schweren Emmanuel Yarborough, der im Guinness Buch der Rekorde als schwerster Athlet der Welt gelistet wird. Allein das Bild der beiden nebeneinander stehenden Kämpfer zauberte den meisten Fans in der Arena ein breites Grinsen ins Gesicht. Was würde in einem Kampf mit solch krassen körperlichen Unterschieden passieren? Anfangs nicht viel!

Mit viel Respekt vor der Masse seines Gegenübers kreiste Daiju Takase in den ersten Minuten umher, um Yarborough müde zu machen. Dieser versuchte immer wieder mit Jabs an Takase heranzukommen, hatte damit aber kaum Erfolg. In der zweiten Runde hatte der Ringrichter dann genug, und verwarnte den dauerhaft fliehenden Takase wegen Verweigerung des Kampfes. Dies nahm sich der Japaner auch zu Herzen und handelte. Mit einem Single Leg Takedown versuchte er den fast 200 Kilogramm schwereren Fleischklops zu Boden zu bringen. Es blieb beim Versuch, denn es passierte das, was für Takase wohl bereits im Vorfeld das Worst-Case-Szenario darstellte. Wie ein Felsen stürzte Yarborough auf seinen 20 Zentimeter kleineren Gegner. Dabei hatte Takase aber noch Glück im Unglück.

Yarboroughs massiger Körper bedeckte nämlich lediglich Takases Beine, wodurch dieser seinen Gegner mit Schlägen eindecken konnte. Nach einigen anstrengenden Minuten schaffte es Takase sogar, sich aus der sicherlich unangenehmen Position zu befreien und aufzustehen. Wie ein gestrandeter Wal lag Yarborough nun völlig hilflos am Boden und kassierte eine Reihe von Schlägen, die ihn zum Abklopfen brachten. Beinahe 200 Kilogramm Gewichtsunterschied, die Takase nicht vom Sieg abhielten – Platz Nummer zwei der verrücktesten Freak Fights der MMA-Geschichte.

Platz 1: Antonio Rodrigo Nogueira vs. Bob Sapp

Etwa 98.000 Menschen fanden sich am 28. August 2002 laut offiziellen Angaben im Olympiastadion von Tokyo ein, um sich den „Mixed Martial Arts“-Event der Superlative anzuschauen. Neben Kämpfen zwischen Mirko Cro Cop und Kazushi Sakuraba, Royce Gracie und Hidehiko Yoshida sowie Ernesto Hoost  und Semmy Schilt kam es auch zu einem Freak Fight der besonderen Art. Bob Sapp, der zu diesem Zeitpunkt noch ganz am Anfang seiner Kampfsportkarriere stand und nach zwei desaströsen Siegen bei PRIDE FC bereits als unaufhaltbares Monster galt, bekam es vor dieser unglaublichen Kulisse mit dem PRIDE-Schwergewichtschampion Antonio Rodrigo Nogueira zu tun.

Der Brasilianer ging mit knapp 70 Kilogramm Gewichtsnachteil in den Kampf und bekam zeitig Sapps Kraft zu spüren. Energisch stürmte der Muskelberg auf Nogueira zu und verpasste diesem direkt einen Piledriver, woraufhin ein Raunen durch die Zuschauerränge ging. Während Nogueira versuchte, aus der Rückenlage Aufgabegriffe anzusetzen, hagelte es immer wieder Bomben von Bob Sapp. Im Verlauf des Kampfes kam es häufig zu Sweeps von beiden Seiten, die die sonst so ruhigen japanischen Zuschauer von ihren Sitzen aufstehen ließen. An Sapp konnte man dann aber schnell sehen, dass so viele Muskeln auch ganz schön hinderlich sein können.

Bob Sapp (l.) vs. Antonio Rodrigo Nogueira (Foto: UFC.tv)Bob Sapp (l.) vs. Antonio Rodrigo Nogueira (Foto: UFC.tv)

Im späteren Kampfverlauf begann das Superschwergewicht heftig zu schnaufen, was Nogueira nur zu Gute kam. Nach vier Minuten in der zweiten Runde nutzte der Brasilianer seine Chance, schnappte sich einen Arm und zerrte sich zum Sieg. Auch wenn es sich um einen Freak Fight handelte, war es für die damalige Zeit ein sehr bedeutsamer Kampf, denn hier wurde deutlich, was Antonio Rodrigo Nogueira für ein harter Hund ist.

Die Karrieren der beiden hätten unterschiedlicher nicht verlaufen können. Während „Minotauro“ sich bei PRIDE weitere historische Schlachten lieferte und letzten Endes sogar den Schwergewichtsgürtel der UFC gewinnen konnte, fing Sapp zunehmend damit an, sich in seinen Kämpfen nach kürzester Zeit hinzulegen, um möglichst keinen Schaden vom Kampf davonzutragen. Ein historischer Kampf, der vor fast 100.000 Zuschauern einiges offenbarte – unsere Nummer eins der verrücktesten Freak Fights der MMA-Geschichte.