MMA Restliche Welt

Die UFC verklagt New York

Die UFC verklagt den Bundesstaat New York – und sie ist nicht allein. Dem Rechtsstreit angeschlossen haben sich bekannte Kämpfer wie die Leicht- und Halbschwergewichtschampions Frankie Edgar und Jon Jones, MMA-Reporter Beth und Donna Hurle, die Eignergesellschaft Zuffa sowie eine Reihe weiterer Personen mit engem, beruflichem Bezug zum MMA-Sport.

Grund der Klage ist das 1997 beschlossene und bis heute unverändert fortbestehende Verbot des MMA-Sports im Bundesstaat New York. Zwar war der Sport früher in diversen Teilen der USA verboten – New York ist jedoch der einzige Staat, der das Verbot bis heute aufrecht erhalten hat.

In den vergangenen Jahren hatte die Liga bereits mehrfach Gesetzgebungsinitiativen zur Aufhebung des Verbotes angeregt, von denen allerdings keines den langen und verschlungenen Weg durch sämtliche zuständigen Komitees bis zum Senat geschafft hat. Nun soll die Judikative richten, wozu die Legislative augenscheinlich nicht bereit oder im Stande ist.

In ihrer Klage argumentiert die UFC unter anderem, dass das Verbot zu weit geht, zu vage ist, nicht von rationalen Argumenten getragen wird und den freien wirtschaftlichen Verkehr zwischen den Bundesstaaten behindert.

Die Argumentation ist, wie in Gerichtsverfahren üblich, breit gestreut, in der Hoffnung, dass sich die Richter wenigstens von einem der genannten Gesichtspunkte werden überzeugen lassen. Der von der Großkanzlei Morrison & Foerester entworfene Schriftsatz ist mit 123 Seiten nicht eben knapp ausgefallen, und arbeitet die unter Fans hinlänglich bekannten Argumente zur Fairness des Sports, zur Vergleichbarkeit mit dem Boxen, zum Respekt der Kämpfer untereinander, zur oftmals übertrieben dargestellten Verletzungsgefahr usw. detailliert und eloquent heraus.

Trotz der gut ausgearbeiteten Klageschrift, und trotz eines ansatzweise vergleichbaren Präzedenzfalles, in dem unlängst das Verbot brutaler Videospiele durch den U.S. Supreme Court aufgehoben wurde, müssen die Erfolgsaussichten des Vorhabens als überaus unsicher bezeichnet werden.

Sicher ist hingegen, dass es einige Zeit dauern wird, bis das Gericht zu einer Entscheidung gelangen wird: Vor 2013 ist kaum mit einem erstinstanzlichen Urteil zu rechnen, und sollte der Rechtsweg bis zum Supreme Court von einer der beiden Seiten ausgeschöpft werden, so könnten ohne Weiteres fünf bis sechs Jahre oder noch mehr ins Land gehen.

Bis dahin wird die UFC leider weiterhin keine Veranstaltungen in New York abhalten können – doch durch den TV-Vertrag mit Fox, die wachsende Aufmerksamkeit der Medien und die langsam aber sicher kippende Stimmung in der New Yorker Politik besteht Hoffnung, dass womöglich doch irgendwann in Zukunft noch ohne Zutun der Gerichte eine Änderung des Gesetzes beschlossen werden wird.