MMA Restliche Welt

Die UFC 141-Vorkämpfe

Zum Jahresabschluss spendiert die UFC noch einmal ein mit bekannten Namen und aufregenden Kämpfern bestücktes Vorprogramm, um den Schwergewichtskampf zwischen Brock Lesnar und Alistair Overeem einzuleiten.

Die angesetzten Kämpfe sind dabei sehr international gehalten – nur drei von zwölf Kämpfern kommen aus den Vereinigten Staaten, der Rest verteilt sich auf sieben Länder aus der ganzen Welt.

Mit UFC 141 läuft der Vertrag der UFC mit dem amerikanischen Fernsehsender Spike TV endgültig aus, weshalb dieser Event der letzte sein wird, dessen Vorkämpfe dort und auf Facebook gezeigt werden. Mit Beginn des neuen Jahres startet die Zusammenarbeit der UFC mit FOX. Ab dann übernimmt dessen Ableger FX den ehemaligen Part von Spike TV, und die bisher auf Facebook gezeigten Kämpfe werden dort oder auf Fuel TV übertragen.

Außerdem kehrt die UFC mit dieser Veranstaltung aufgrund rückläufiger PPV-Verkaufszahlen wieder zu ihrer ursprünglichen Sendezeit zurück, was bedeutet, dass die Hauptkämpfe um 4 Uhr, die Kämpfe auf ufc.tv um 3 Uhr und die Kämpfe auf Facebook um 1 Uhr deutscher Zeit beginnen werden.

Ross Pearson vs. Junior Assunção

Der Engländer Ross Pearson (12-5) wird Freitag den ersten Kampf in seiner neuen Gewichtsklasse, dem Federgewicht, austragen. Pearson tauchte Mitte 2009 über „The Ultimate Fighter“ in der UFC auf und bewies seine Klasse seither im Leichtgewicht mit Siegen gegen Andre Winner, Aaron Riley, Dennis Siver und Spencer Fisher.

Auch gegen den hoch favorisierten, aufkommenden Star Edson Barboza lieferte er als starker Underdog einen tollen Kampf ab, nach dem ihm der Bonus für den Kampf des Abends die geteilte Punktniederlage etwas versüßt haben dürfte. Nach Ausflügen nach Brasilien, Australien und seine Heimat England wird Pearson Freitag zum ersten Mal seit Gewinn des Ultimate Fighters wieder in Sin-City antreten, wo in der MGM Grand Garden Arena Junior Assunção (13-4) auf ihn warten wird.

UFC-Fans dürfte dessen WEC-erfahrener kleiner Bruder Raphael eher ein Begriff sein, obwohl Junior schon im Octagon zu sehen war, als sein Bruder noch Jahre von seinen Kämpfen gegen Urijah Faber u.A. entfernt war. Damals kämpfte Junior drei mal im Octagon, aber Niederlagen gegen Kurt Pellegrino und Nate Diaz sorgten dafür, dass er von der UFC vor die Tür gesetzt wurde.

Seitdem gewann er sieben von acht Kämpfen in kleineren amerikanischen und brasilianischen Organisationen und bekam dafür seine zweite Chance von der UFC. Erstmalig im Federgewicht unterwegs, besiegte er dabei im September Eddie Yagin dominant nach Punkten, was ihm diesen Kampf gegen einen etablierten Namen wie Pearson eingebrachte.

Anthony Njokuani vs. Danny Castillo

Njokuani (14-5-0-1) und Castillo (12-4) sind zwei Leichtgewichte aus der WEC, für die in letzter Zeit Triumphe und Rückschläge nah beieinander lagen.

Der aus Nigeria stammende Anthony Njokuani ist ein Muay Thai-Spezialist: Acht seiner 14 Siege kamen durch Head Kicks, Knie- bzw. Ellenbogenstöße oder Schläge zustande – mit Aufgabegriffen hat er dagegen noch nie selber einen Kampf beendet. Mit einer 4-3-Statistik in der WEC gab er im März sein UFC-Debüt gegen Edson Barboza, ebenfalls ein Experte im Thaiboxen, das er durch knappen, aber dennoch einstimmigen Punktentscheid verlor.

Bei UFC 132 setzte Joe Silva ihn dann mit Andre Winner ein weiteres Mal auf einen Kämpfer an, der seine Stärken im Stand hat. In diesem Kampf ließ Njokuani allerdings nichts anbrennen und nachdem der Ringrichter bereits in der ersten Runde beinahe dazwischen gehen musste, gab es nach 15 Minuten keinen Zweifel, wer der Sieger sein würde.

Nachdem sein nächster Kampf in Birmingham Anfang November kurzfristig abgesagt wurde, wird „The Assassin“ am Freitag schließlich doch noch auf einen Gegner treffen, der nicht den Kampf im Stand bevorzugt.

Danny „Last Call“ Castillo ist ein klassischer Vertreter des Kämpfertyps „sich weiterentwickelnder College-Ringer“ und rettete erst vor etwas mehr als einem Monat seine UFC-Karriere mit einem Sieg gegen Shamar Bailey, den er in Runde eins TKO schlug.
Kurz darauf trat Ramsey Nijem von seinem Kampf gegen Njokuani zurück, und Castillo sprang als Ersatzmann ein. Er wird daher, genau wie sein Gegner, mit zwei Trainingscamps in den Kampf gehen.

Sollte Castillo „The Assassin“ besiegen können, wäre das nach Joe Stevenson der zweite Erfolg gegen einen bekannten Namen und ein großer Schritt vorwärts in der Nahrungskette der Leichtgewichtler - eine Niederlage dagegen würde dafür sorgen, dass er in seiner nächsten Begegnung wieder mit dem Rücken zur Wand stehen könnte.

Dong Hyun Kim vs. Sean Pierson

Dieser Weltergewichstkampf ist der Headliner der auf Facebook gezeigten Kämpfe. Dong Hyun Kim (14-1-1-1) und Sean Pierson (11-5) werden dabei versuchen, wieder auf die Erfolgsstraße zu gelangen, da beide in ihren letzten Kämpfen brutale KO-Niederlagen hinnehmen mussten.

„Stun Gun“ Dong Hyun Kim ist einer der erfolgreichsten asiatischen Kämpfer der UFC. Zwischen April 2004 und Juli 2011 bestritt er 16 MMA-Kämpfe, ohne besiegt zu werden – eine respektable Leistung, wenn man bedenkt, dass er u.a. gegen Kämpfer wie Nate Diaz, Matt Brown und Amir Sadollah antrat.

Ein Titelkampf schien aus diesem Grund auch nicht mehr unerreichbar weit entfernt zu sein, bis Kim im Sommer gegen den „Natural Born Killer“, auch bekannt als Carlos Condit, antrat.
Dieser versenkte nach nur drei Minuten Kampfzeit sein Knie in Kim’s Gesicht, was Condit eine 75.000 Dolllar-Bonuszahlung und Kim den Abschied aus dem Titelrennen einbrachte.

Den Nachteil einer harten Niederlage im Rücken wird am Freitag allerdings nicht nur Kim haben, denn sein Gegner Sean Pierson erlitt im April bei UFC 129 Ähnliches.
Nachdem Brian Foster in Toronto nicht antreten konnte, sprang Top-Weltergewicht Jake Ellenberger kurzfristig ein und schlug Pierson in der ersten Runde mit einem brutalen linken Haken bewusstlos.

In diesem Kampf befinden sich sowohl Kim, als auch Pierson am Scheidepunkt. Kim könnte mit einem überzeugenden Sieg seinen letzten Kampf wiedergutmachen und weiterhin oben mitspielen, während eine Niederlage ihn für längere Zeit aus diesen Regionen verbannen würde. Pierson müsste im Falle einer Niederlage unter Umständen sogar um seinen Job fürchten, da er bisher nur einmal in der UFC gewinnen konnte. 

Jacob Volkmann vs. Efrain Escudero

Dem gelernten Ringer Jacob „Christmas“ Volkmann (13-2) wird hier zum dritten Mal in Folge das zu seinem Spitznamen passende Festessen versaut – beinahe die Hälfte seiner UFC Kämpfe fallen auf die Zeit rund um den Jahreswechsel. Nichtsdestotrotz war Volkmann bisher im Octagon sehr erfolgreich, seitdem er in der stark besetzten Leichtgewichtsklasse antritt. Dort kann er zur Zeit eine Siegesserie von vier Kämpfen sein Eigen nennen, die u.a. Erfolge gegen Danny Castillo und Paul Kelly beinhaltet.

Eigentlich sollte er am Freitag auf den Kanadier TJ Grant treffen; da dieser allerdings verletzungsbedingt absagen musste, hat die UFC den letztes Jahr entlassenen TUF-Gewinner Efrain „Hecho en México“ Escudero (18-3)  in die Organisation zurückgeholt.

Dieses Comeback verdiente sich Escudero mit fünf Siegen aus den letzten sechs Kämpfen. In diesem Kampf wird er versuchen, mit einem Sieg gegen einen soliden Gegner wie Volkmann direkt wieder oben einzusteigen.

Matt Riddle vs. Luis Ramos

Dieser Kampf wird bis 77 Kilo ausgetragen und zeigt zwei junge Kämpfer, die sich wieder zurück auf Erfolgskurs bringen wollen.

Matt Riddle (5-3) ist einer der wenigen Kämpfer, der alle seine Profikämpfe in der UFC ausgetragen hat. Das könnte sich zwangsläufig ändern, falls er am Freitag zum dritten Mal in Folge verlieren sollte.

Riddle kam 2008 über die Reality-Show „The Ultimate Fighter“ in die UFC, und konnte dort fünf zumeist sehr unterhaltsame Kämpfe, u.a. gegen DaMarques Johnson und Dan Cramer, gewinnen; sein letzter Sieg liegt allerdings schon eineinhalb Jahre zurück.

Riddle’s Gegner Luis „Beicao“ Ramos (19-7) ist zwar weitaus erfahrener, kann im UFC-Octagon aber erst einen Kampf vorweisen – im August wurde er von Anderson Silvas Trainingspartner Erick Silva nach 40 Sekunden TKO geschlagen. Auch für ihn könnte eine Niederlage daher das Aus in der UFC bedeuten.

Manny Gamburyan vs. Diego Nunes

Mit diesem Federgewichtskampf eröffnen zwei namhafte WEC-Veteranen das Programm von UFC 141.
Eigentlich sollte diese Begegnung bereits im September bei UFC 135 stattfinden, allerdings mussten beide im Vorfeld aus dem Kampf aussteigen, weshalb er für den 30. Dezember neu angesetzt wurde. 

Manvel „The Pitbull“ Gamburyan (11-6) trat vor seiner Zeit bei der WEC schon einmal im Leichtgewicht bei der UFC an, hatte allerdings nur moderaten Erfolg und wechselte nach einer Niederlage gegen Thiago Tavares im Jahr 2009 in die WEC und ins Federgewicht.

Dort gewann er u.a. gegen Leonard Garcia und Mike Brown,  was ihm einen Titelkampf gegen José Aldo einbrachte. Diese Begegnung verlor er allerdings, genau wie sein Comeback in der UFC gegen Tyson Griffin, weshalb er gegen Diego „The Gun“ Nunes (16-2) stark unter Zugzwang steht.

Auch der talentierte Thaiboxer Nunes verlor seinen letzten Kampf im Juni gegen Kenny Florian. Nachdem er anfangs sehr gut aussah, ging ihm mit der Zeit die Puste aus, was in einer einstimmigen Punktniederlage endete.

Um seinen Platz in der UFC wird er allerdings aufgrund seines spektakulären Kampfstils und seines in Siegen u.a. gegen Mike Brown und Raphael Assunção gezeigten Potentials auch im Falle einer weiteren Niederlage kaum fürchten müssen.

UFC 141: Lesnar vs. Overeem
30. Dezember 2011
MGM Grand Garden Arena in Las Vegas, Nevada, USA

Hauptkämpfe (www.ufc.tv)
Brock Lesnar vs. Alistair Overeem
Nate Diaz vs. Donald Cerrone
Jon Fitch vs. Johny Hendricks
Vladimir Matyushenko vs. Alexander Gustafsson
Nam Pham vs. Jimmy Hettes

Vorkämpfe (www.ufc.tv)
Ross Pearson vs. Junior Assunção
Anthony Njokuani vs. Danny Castillo

Vorkämpfe (Facebook)
Dong Hyun Kim vs. Sean Pierson
Jacob Volkmann vs. Efrain Escudero
Matt Riddle vs. Luis Ramos
Manny Gamburyan vs. Diego Nunes