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Die Nachwehen von UFC 123

Quinton Jackson vs. Lyoto Machida (Foto via Zuffa LLC)

UFC 123 hatte mehrere interessante Kämpfe zu bieten, von denen nur vier über die komplette Distanz gingen. Dazu gehörte der Hauptkampf, über dessen Ausgang viele nicht sonderlich glücklich waren.

Quinton „Rampage“ Jackson besiegt Lyoto „The Dragon“ Machida

Quinton Jackson hob nach dem Ende der dritten Runde die Hand des an diesem Abend besseren Mannes nach oben. Für ihn war klar: „Machida hat mir heute in den Arsch getreten.“ Zu seinem eigenen Erstaunen sahen es zwei der Punktrichter anders. Damit kam es zu einer weiteren umstrittenen Punktrichterentscheidung in der UFC, die allerdings den Weg für einige interessante Kämpfe öffnet.

Quinton Jackson

Während beide Kämpfer nach dem Kampf von einem sofortigen Rückkampf sprachen, was angesichts der Verletzung des Champions Mauricio „Shogun“ Rua auch Sinn machen würde, da im Moment fast alle potentiellen Gegner noch in den ersten Monaten von 2011 verplant sind, wäre es für die UFC womöglich sinnvoller einem siegreichen „Rampage“ erstmal etwas Urlaub zu geben und ihn dann gegen den Gewinner des Titelkampfes zwischen „Shogun“ und Rashad Evans antreten zu lassen. Beide Kämpfe ließen sich sehr gut vermarkten und würden der UFC wohl mehr Einnahmen bringen als „Rampage“ vs. Machida 2.

Lyoto Machida

Nach nunmehr zwei – in manchen Augen auch drei – Niederlagen in Folge, ist der Mythos des Drachen endgültig dahin, weswegen es in einem zweiten Kampf gegen „Rampage“, aber auch in möglichen Kämpfen gegen den Verlierer von „Shogun“ vs. Evans, Ryan Bader vs. Jon Jones oder Rich Franklin vs. Forrest Griffin für Machida schon darum ginge, nicht aus der Spitzengruppe der Division zu fliegen.

BJ Penn besiegt Matt Hughes

Nach der eindeutigen KO-Niederlage gegen BJ Penn wirkte Matt Hughes genauso geschockt wie nach dem ersten Aufeinandertreffen der beiden Kämpfer. Während Penn seine Freude kaum fassen konnte, fragte Hughes seine Ecke, was überhaupt passiert war. Nach gerade mal 21 Sekunden fand sich der Hall of Famer auf dem Boden des Octagon wieder, während der Ringrichter seinen Gegner von ihm runter schubste. Viele, wenn auch nicht Hughes, hatten vor dem Kampf auf einen Sieg von Penn gesetzt, aber dass es so schnell gehen würde, damit hatte wohl keiner gerechnet.

BJ Penn

Durch diesen eindrucksvollen Sieg hat sich Penn für höhere Aufgaben im Weltergewicht empfohlen und laut Dana White steht sein nächster Gegner auch schon fest. In einem Interview nach der Pressekonferenz sagte der UFC Präsident, dass Penn sich bei UFC 127 mit Jon Fitch, der eindeutigen Nummer 2 der Weltergewichtsklasse, messen wird.

Matt Hughes

Sein Interview nach dem Kampf machte deutlich, wie geschockt Hughes von dem Kampf war. Er wollte diesen Kampf und dann so ein Ende. Man hatte Hughes bereits nach den Niederlagen gegen Georges St. Pierre und Thiago Alves abgeschrieben, aber nach diesem Kampf wird er sich selbst die Frage stellen, ob und wie es für ihn weitergeht. In einem Titelkampf wird man Hughes wohl nicht wieder sehen, und auf Dauer gegen Mittelklassegegner zu kämpfen, ist für einen Mann seiner Klasse wohl eher unbefriedigend. Deswegen wäre es durchaus möglich, dass man Hughes bei UFC 123 zum letzten mal im Octagon gesehen hat. Allerdings könnte er es auch wie Randy Couture handhaben: Gebt mir einen interessanten Gegner und dann werde ich auch wieder kämpfen.

Maiquel Falcao bes. Gerald Harris

Nur selten fängt ein UFC-Debüt so gut an wie das von Maiquel Falcao. Er dominierte Gerald Harris in den ersten beiden Runden und hätte zweimal fast den Tapout durch einen Rear Naked Choke erreicht, nur um dann alles durch reines Weglaufen in der dritten Runde zu verspielen. An einem Punktsieg für ihn gab es keinen Zweifel, aber wenn selbst Mittelgewichtschampion Anderson Silva sich durch so was den Zorn von Dana White auf sich zieht, dann sollte Falcao nicht verwundert sein, wenn er sich damit auch keine Freunde gemacht hat.

Maiquel Falcao

Falcao sollte auf jeden Fall nicht davon ausgehen, dass er auch in seinem nächsten Kampf einen Platz unter den Hauptkämpfen findet. Da ihm die UFC sicherlich kein Fallobst präsentieren wird, darf er wohl mit unbequemen Gegnern wie Court McGee oder dem ebenfalls an diesem Abend erfolgreichen Mark Munoz rechnen.

Gerald Harris

Nach zuvor zehn Siegen in Folge muss sich Harris nun wieder hinten anstellen. Dieses Schicksal muss er allerdings mit dem zuvor ebenfalls hochgehandelten Yoshihiro Akiyama teilen, weswegen ein Kampf zwischen den beiden Sinn machen würde. Allerdings dürfte auch der Verlierer vom Kampf zwischen Chris Leben und Brian Stan auf der Liste stehen.

Phil Davis besiegt Tim Boetsch

Phil Davis bewies mal wieder, warum er zu den am höchsten gehandelten Talenten in der Halbschwergewichtsdivision gehört und ließ Tim Boetsch in diesem einseitigen Kampf keine Chance. Dass der durchtrainierte Ringer dabei wieder mit einem Aufgabegriff erfolgreich war, dürfte all jene glücklich stimmen, die kein Interesse an dominanten Ringern haben, die ihre Kämpfe immer nur nach Punkten gewinnen.

Phil Davis

Die UFC scheint Davis ebenso langsam aufbauen zu wollen wie Jon Jones. Dementsprechend könnte es nun Zeit für einen Kampf gegen Vladimir Matyushenko, Matt Hamill oder Brandon Vera sein, aber auch ein Krzysztof Soszynski dürfte eine interessante und dennoch lösbare Aufgabe für „Mr. Wonderful“ sein.

Tim Boetsch

Für Boetsch bleibt wohl nur der Platz als „Aufwärmgegner“ für Neuankömmlinge in der UFC. Sicherlich sollte man ihn nach einer Niederlage gegen einen potenziellen Superstar nicht abschreiben, aber in seinem nächsten Kampf dürfte es schon wieder eng für ihn werden. Deswegen wäre eine Standortbestimmung gegen den tief gefallenen Luiz Cane oder Seth Petruzelli eine Möglichkeit.

George Sotiropoulos besiegt Joe Lauzon

Nachdem Lauzon sehr gut in den Kampf gekommen war, schien er bereits zum Ende der ersten Runde nachzulassen. In der zweiten Runde kam dann kaum noch Gegenwehr von ihm, was Sotiropoulos schließlich den Kimura-Sieg ermöglichte.

George Sotiropoulos

Für Sotiropoulos kommt es in seinem nächsten Kampf zum Aufeinandertreffen mit dem Deutschen Dennis Siver. Dies gab Dana White nach UFC 123 bekannt. Der Kampf wird voraussichtlich bei UFC 127 in Australien stattfinden.

Joe Lauzon

Lauzon dürfte einer der Kandidaten sein, die einen WEC-Kämpfer in der UFC begrüßen werden. Allerdings stehen dort mit z.B. Jamie Varner und Donald Cerrone auch sehr talentierte Kämpfer in den Startlöchern, die keinesfalls zu unterschätzen sind.