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Diaz verkündet Rücktritt nach Niederlage gegen Condit

Carlos Condit (r.) konnte sich gegen Nick Diaz durchsetzen. (Foto: Zuffa LLC)

Die UFC hat einen neuen Champion im Weltergewicht – zumindest übergangsweise. Bei UFC 143  holte sich Carlos Condit im Mandalay Bay Events Center in Las Vegas, Nevada nach einem taktisch klug geführten Kampf gegen Nick Diaz den Punktsieg. Nick Diaz stimmte der Entscheidung der Punktrichter nicht zu und verkündete prompt seinen Rücktritt.

Während Diaz bezüglich des Kampfstils einfach Diaz war, ging Condit mit einem perfekten Gameplan in den Kampf. Einen offenen Schlagabtausch vermied der „Natural Born Killer“ und landete seinerseits von Beginn an viele Low Kicks. Condit befand sich fast durchgehend im Rückwärtsgang, landete aber mehr Treffer als Diaz.

Diaz versuchte seinen Gegner wie gewohnt in die Ecke zu drängen und mit Schlagkombinationen zu zermürben. Nur selten ging diese Taktik auf, denn Condit konnte diesen Situationen erfolgreich ausweichen und selbst einige Schläge landen.

In der fünften und letzten Runde versuchte Diaz noch aggressiver nach vorne zu gehen, konnte Condit jedoch nur selten treffen und steckte hingegen selbst einige Treffer ein. Kurz vorm Kampfende gelang Diaz der erste Takedown der der Auseinandersetzung, doch Condit wehrte alle Submission-Versuche erfolgreich ab. Die Punktrichter werteten den Kampf 48-47, 49-46 und 49-46 für Condit.

„Ich werde diese Niederlage nicht akzeptieren“, so Diaz sichtlich unzufrieden im Interview nach dem Kampf. „Ich habe ihn die ganze Zeit zurückgedrängt, ich habe ihn zu Boden gebracht und war in der Top-Position. Ihr bezahlt mir viel Geld, aber es ist zu wenig um das hier weiter zu machen. Ich brauche diese Scheiße nicht.“

Im Co-Hauptkampf des Abends zeigte Fabricio Werdum seine verbesserten Fähigkeiten im Stand. Kraftvolle Knie richteten dabei das Gesicht von Roy Nelson bereits in der ersten Runde zu. Zum Ende der Runde brachte Nelson seinen Gegner mit einem rechten Haken auf die Matte, doch Nelson vermied den Bodenkampf und ließ Werdum wieder auf die Beine kommen.

Auch in der zweiten Runde punktete Werdum mit Knien, die so manch anderen ins Land der Träume geschickt hätten. Nelson versuchte sich mit Uppercuts, doch Werdum richtete mit Low Kicks, Knien und harten Schlägen mehr Schaden an.

In der dritten Runde ging Nelson noch einmal aggressiv nach vorne und konnte Werdum mit einem Standing Guillotine Choke in Bedrängnis bringen. Werdum befreite sich und setzte Nelson weiter im Stand zu. Die Punktrichter waren sich am Ende einig und werteten alle drei Runden für Werdum.

Mike Pierce suchte früh den Takedown gegen Josh Koscheck, blieb damit jedoch erfolglos und drückte seinen Gegner stattdessen an den Käfig. Der Ringrichter trennte beide wegen Inaktivität, woraufhin sich beide für den Rest der Runde einen Schlagabtausch lieferte.

Pierce setzte in der zweiten Runde erneut früh zum Takedown an, den Koscheck abwehren konnte. Beide tauschten Schläge aus, bis Koscheck einen explosiven Takedown durchbrachte. Er konnte aus der Situation jedoch keinen Vorteil gewinnen und bevor die Runde endete, kam Pierce wieder auf die Beine.

In der letzten und entscheidenden Runde dieses knappen Kampfes gelang Pierce der erste Takedown, doch Koscheck konnte direkt wieder aufstehen. Erneut lieferten sich beide einen Schlagabtausch. Kurz vor dem Kampfende sicherte sich Koscheck einen Takedown, der ihm vermutlich die Runde auf den Punktzetteln der Punktrichter sicherte. Diese werteten den Kampf am Ende 29-28, 28-29 und 29-28 für Koscheck.

Seinen 28. Sieg in Folge sicherte sich Renan Barao gegen Scott Jorgensen. Barao setzte seinem Gegner von Beginn an mit schnellen Schlagkombinationen zu und wehrte jegliche Takedown-Versuche ab.

Jorgensen suchte auch in der zweiten Runde den Takedown, musste jedoch immer und immer wieder Kicks und Schläge von Barao einstecken. Jorgensen zog Barao dann in seine Guard, konnte daraus jedoch kein Kapital schlagen.

Auch in der letzten Runde wurden Baraos überlegene Fähigkeiten im Stand deutlich. Takedowns wurden abgewehrt und Low Kicks abgefeuert. Die Punktrichter werteten den Kampf allesamt 30-27 für Barao, der seine beeindruckende Siegesserie somit fortführt.

Ed Herman und Clifford Starks ließen zu Beginn ihres Kampfes ein Feuerwerk los, wobei Herman die besseren Treffer landete. Starks punktete seinerseits mit Konterschlägen und Schlägen aus dem Clinch. Kurz vorm Rundenende gelang Herman der Takedown, doch Starks drehte das Spiel mit einem Sweep um.

In der zweiten Runde sicherte sich Herman früh einen Takedown und erklomm den Rücken seines Gegners. Starks konnte den Rear-Naked Choke einige Zeit abwehren, musste sich am Ende jedoch genau diesem geschlagen geben.

UFC 143: Diaz vs. Condit
4. Februar 2012
Mandalay Bay Events Center in Las Vegas, Nevada, USA

Interimstitelkampf im Weltergewicht
Carlos Condit bes. Nick Diaz nach Punkten (einstimmig)

Fabricio Werdum bes. Roy Nelson nach Punkten (einstimmig)
Josh Koscheck bes. Mike Pierce nach Punkten (geteilt)
Renan Barao bes. Scott Jorgensen nach Punkten (einstimmig)
Ed Herman bes. Clifford Starks via Rear-Naked Choke nach 1:43 in Rd. 2

Vorprogramm
Dustin Poirier bes. Max Holloway via Mounted Triangle-Armbar nach 3:23 in Rd. 1
Edwin Figueroa bes. Alex Caceres nach Punkten (geteilt)
Matt Brown bes. Chris Cope via KO nach 1:19 in Rd. 2
Matt Riddle bes. via Henry Martinez nach Punkten (geteilt)
Rafael Natal bes. Michael Kuiper nach Punkten (einstimmig)
Steven Thompson bes. Dan Stittgen via KO nach 4:13 in Rd. 1