MMA Restliche Welt

Der Rücktritt eines gefallenen Engels

Paulo Filho (Foto via bleacherreport.net)

Große Triumphe, viele Skandale, Depressionen, Medikamente – all das steht für einen Namen. Paulo Filho hat  ein hollywoodfilmreifes Leben hinter sich. Der Brasilianer galt als der zweitbeste Mittelgewichtler der Welt. Er war WEC-Mittelgewichtstitelträger, und manche sahen ihn schon als den kommende UFC-Champion. Was dann geschah, kann man nur als große Tragödie bezeichnen. Von Drogen über Depressionen verlief sein Leben steil bergab. Auch die Leistungen litten darunter. Mittlerweile ist er weder einer der besten zehn Kämpfer seiner Gewichtsklasse noch in der Champions League des MMA-Sport, in der UFC.

Am 28. November findet die 17te Veranstaltung des polnischen Premiumprodukts KSW statt. Hierbei sollte der brasilianische Kämpfer auf Mamed Khalidov treffen. Dieses Duell würde er am liebsten nicht mehr machen, hat aber laut eigenen Angaben einen Vertrag unterschrieben, den er auch einhalten möchte.

Im Laufe der Woche sorgte er allerdings wieder für schlechte Schlagzeilen. Berichten aus seinem Heimatland zufolge wurde er am Dienstag aufgrund von Medikamentenmissbrauch ins Krankenhaus eingeliefert. Dabei soll es sich um eine Überdosis Rohypnol handeln.

Filho selbst leugnete diese Gerüchte am Mittwoch in einem Interview mit den Kollegen von Tatame.com, in dem er sagte, dass sein alter Manager, von dem er sich vor kurzem getrennt hat, diese Gerüchte gestreut haben soll. Dabei handelt es sich um Rodrigo Roscardo, der nach Aussage von Filho ein verrückter Mann sei, der viel zu viel Geld von den Kämpfern nahm. Er spricht auch darüber, dass er ein Medikamentenproblem hat, aber kein Problem mit Drogen.

Die Karriere des Brasilianers war schon vorgefertigt. Sein Leben hinderte ihn daran, diese Karriere auszukosten. Seit seiner überraschenden Niederlage im Jahr 2008 gegen den neuen Herausforderer von Anderson Silva, Chael Sonnen, ist er 6-3-2. Der Kampf gegen Mamed Khalidov, als Karriereabschlussduell, steht noch. Ob er allerdings nach den Schlagzeilen dieser Woche auch stattfindet, bleibt abzuwarten. Ein Kampf gegen den ehemaligen Sengoku-Champion wäre auf jeden Fall ein akzeptabler Abschluss der Karriere eines gefallenen Wunderkinds.