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Der Kampf ist noch nicht vorbei

Nach dem Kampf ist vor dem Kampf. (Foto via www.addictedtomma.com)

Obwohl Jorge Rivera vor dem Aufeinandertreffen bei UFC 127 einen heftigen Wirbelwind an Videos und Provokationen gegenüber Michael Bisping losfeuerte, sieht er sich letztendlich als das Opfer.

Was war geschehen? Sidney, Australien, UFC 127 am vergangenen Samstag: Jorge Rivera befindet sich sitzend auf dem Mattenboden und wird von Bisping mit einem harten Knie zum Kopf getroffen. Eine illegale Aktion. Der Ringrichter geht dazwischen und hält den Kampf an, um einen Punktabzug zu verteilen. Rivera, sichtlich durchgerüttelt, wird vom Arzt untersucht und will dennoch weiterkämpfen. Dies wird sein Verhängnis, denn Minuten später wird er von Bisping TKO geschlagen.

Hätte Rivera sich, dem Ringarzt gegenüber, für kampfunfähig erklären lassen, hätte er den (Disqualifikations-"Sieg in der Tasche gehabt, doch von dieser Option will Rivera nichts wissen. "Ich wollte den Fans einen Kampf liefern. Nach all dem Aufbau vor dem Aufeinandertreffen, all dem Hype, konnte ich nicht via Disqualifikation gewinnen. Ich wollte den Fans die Show liefern, die sie erwartet haben," so Rivera. "Dann lieber kämpfend untergehen."

Rivera ist der festen Überzeugung, dass Bisping den Kniestoß böswillig und mit Absicht durchgeführt hat. "Das Knie war sicherlich kein Versehen," so Rivera. "Zuerst hält er sich bei einem Sweep-Versuch von mir am Käfig fest, was illegal ist, und wenig später knallt er mir das Knie ins Gesicht. Während der Ringrichter mich untersucht, ging Bisping in meine Ringecke und sagte "Wenn das Knie nicht gut überlegt war, Freunde, dann weiß ich auch nicht mehr.""

Was Rivera damit behaupten will ist, dass Bisping ihn, am Boden kniend, mit Absicht, und einen Punktabzug einplanend, so sehr schwächen wollte, um daraufhin den Kampf beenden zu können. Eine riskante Strategie, die, sofern sie wirklich so geplant war, vollends aufging. "Ich war angeschlagen, verdammt angeschlagen, aber ich wollte den Kampf so nicht enden lassen," sagte Rivera. "Ich hätte gerne noch ein paar Minuten bekommen um etwas Luft zu holen, aber es ging sofort weiter."

Nach dem TKO Sieg ging Bisping in Riveras Ecke, zeigte den Mittelfinger und spuckte in Richtung des Boxtrainers Matt Phinney.

"Das ging zu weit. Ich meine, ich habe die Videos gemacht um dem Kampf die nötige Würze zu verleiten, doch ich habe nie die Grenze überschritten," sagte der 39 Jahre alte Rivera. "Es macht mich zudem traurig, gegen Bisping verloren zu haben, denn ohne das Knie hätte ich den Kampf noch zu meinen Gunsten entscheiden können. Ich bereue trotzdem gar nichts. Bisping hat sein wahres Gesicht gezeigt. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen."

Aufgrund der unprofessionellen Art und Weise nach dem Kampf, muss Bisping nun mit Disziplinarmaßnahmen rechnen, bestätigte UFC-Präsident Dana White. "Für das Spucken muss Bisping entweder mit einer Geldstrafe oder einer Suspendierung rechnen."

Bisping entschuldigte sich bereits in der Pressekonferenz nach dem Event und sagte, dass bei ihm, aufgrund von Riveras Videos, kurzzeitig eine Sicherung durchgebrannt sei.