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Der GnP-Jahresrückblick 2012: MMA in Amerika

Anderson Silva triumphierte in seiner Heimat. (Foto: Esther Lin/MMAFighting.com)

Das Jahr 2012 wird wohl als das Jahr der Verletzungen in die Kampfsportgeschichte eingehen. Noch nie zuvor mussten so viele wichtige Kämpfe abgesagt werden. 2012 war aber auch das Jahr der Debüts und der Comebacks. Im dritten Teil unseres Jahresrückblicks blicken wir auf die Geschehnisse der Monate Juli bis September zurück.

Juli

Eine der größten Fehden in der Geschichte der UFC fand am 8. Juli bei UFC 148 in Brasilien ihr Ende. Chael Sonnen hatte den Mittelgewichtschampion Anderson Silva wochenlang verbal attackiert. Silva entlud seinen Ärger bei einer Telefonkonferenz, indem er Sonnen so schlimme Prügel androhte, dass dieser nie mehr würde kämpfen wollen. Ein Kniestoß besiegelte in der zweiten Runde Sonnens Titelträume und bestätigte Silvas Vormachtstellung in der Mittelgewichtsklasse.

Wenige Tage später gelang dem unbesiegten Chris Weidman bei UFC on Fuel TV 4 mit einem spektakulären Knock-out-Sieg über Mark Munoz der endgültige Durchbruch in der UFC.

Strikeforce hielt Mitte Juli eine Veranstaltung mit zwei Titelkämpfen ab. Luke Rockhold verteidigte seinen Mittelgewichtsgürtel gegen Tim Kennedy. Nate Marquardt sicherte sich gegen Tyron Woodley den vakanten Weltergewichtsgürtel nach einem spannenden Kampf durch Knock-out.

Kurz und knapp:
Ronda Rousey zierte – völlig nackt – das Cover der vierten Ausgabe der „Body Issue“ des ESPN-Magazins.

Die Association of Boxing Commissions (ABC) optimierte die Bewertungsrichtlinien für Punktrichterentscheidungen.

Renan Barao erkämpfte sich bei UFC 149 gegen Urijah Faber den Interimstitel im Bantamgewicht.

Karl Amoussou
gewann bei Bellator 72 das diesjährige Weltergewichtsturnier von Bellator FC.

August

Nach der Enttäuschung, die „UFC on Fox 3“ war, sorgte „UFC on Fox 4“ am 4. August bei den Fans wieder für Begeisterung. Die Kämpfe zwischen Mauricio „Shogun“ Rua und Brandon Vera, Lyoto Machida und Ryan Bader sowie Joe Lauzon und Jamie Varner gehörten zu den besten Duellen des Sommers.

Der UFC Halbschwergewichtschampion Jon Jones erhielt als erster MMA-Kämpfer überhaupt einen mehrjährigen und weltweiten Sponsoring- und Werbevertrag mit dem Sportbekleidungsriesen Nike. Damit stieß er auch für andere Kämpfer die Tür für potentielle Mega-Deals weit auf.

Wenige Tage nach dieser Neuigkeit war Jon Jones in die Sensation des Jahres entwickelt. Am 23. August bestätigte die UFC, dass sie erstmals in ihrer Geschichte eine Veranstaltung absagt.

Neun Tage vor UFC 151 meldete sich Dan Henderson, der gegen Jones um den Halbschwergewichtstitel kämpfen sollte, wegen einer Knieverletzung ab. Jones weigerte sich, mit neun Tagen Vorbereitungszeit gegen den Ersatzgegner Chael Sonnen zu kämpfen.

Da außer Sonnen niemand bereit war, gegen Jones anzutreten, blies die UFC die gesamte Veranstaltung ab, deren restliche Kampfansetzungen nicht stark genug waren, um ohne einen großartigen Hauptkampf für hohe Einnahmen sorgen zu können.

Zwei Tage nach der Absage von UFC 151 stellte sich heraus, dass Henderson tatsächlich bereits seit drei Wochen verletzt war und dies der UFC verschwiegen hatte. Somit war Jones nicht mehr der alleinige Sündenbock für den Ausfall der Veranstaltung.

Kurz und knapp:
Benson Henderson verteidigte seinen Leichtgewichtstitel am 11. August bei UFC 150 gegen Frankie Edgar.

Jason „Mayhem“ Miller wurde verhaftet, nachdem er nackt in einer Kirche randalierte.

Ronda Rousey verteidigte ihren Strikeforce-Titel am 18. August gegen Sarah Kaufman.

Das ehemalige Weltergewicht Anthony Johnson, das seit jeher Probleme mit dem Gewicht machen hatte, siegte am 24. August bei seinem Halbschwergewichtsdebüt.

Attila Vegh und Marcos Galvao gewannen am 25. August das Halbschwergewichtsturnier bzw. das Bantamgewichtsturnier von Bellator FC.

Jon Jones gegen Vitor Belfort. (Foto: Esther Lin/MMAFighting.com)
September

Das Drama um Jon Jones nahm am 22. September bei UFC 152 in Kanada sein endgültiges Ende. Jones stieg gegen Vitor Belfort zu seiner lange erwarteten Halbschwergewichtstitelverteidigung ins Octagon. Mit einem Armhebel sorgte Belfort für die größte Notsituation in Jones‘ Karriere. Der Champion blieb trotz völlig überstreckten Armes ruhig, verteidigte sich und holte sich in der vierten Runde mit einem Keylock den Aufgabesieg.

Bei UFC 152 fand zudem der erste Fliegengewichtstitelkampf in der UFC statt. Demetrious Johnson war es, der mit einem einstimmigen Punktsieg über Joseph Benavidez den Gürtel gewann und Geschichte schrieb.

Kurz und knapp:
Der unbesiegte Bellator Schwergewichtschampion Cole Konrad trat vom MMA-Sport zurück.