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Der GnP-Jahresrückblick 2011: MMA in Amerika

UFC-Präsident Dana White verkündete im März den Kauf von Strikeforce durch Zuffa. (Foto: Dana White via Twitter)

Ein turbulentes und zugleich wichtiges Jahr für den MMA-Sport ist Geschichte. Aufstiege und Abstiege von Kämpfern, Skandale, Vertragsunterzeichnungen und zu guter Letzt die teils großartigen Kämpfe sorgten im MMA-Amerika für Gesprächsstoff. Im ersten Teil unseres Jahresrückblicks schauen wir auf die Geschehnisse der Monate Januar bis März zurück.

Januar

Das neue Jahr begann mit einer großen Überraschung. Die Erwartungen an den Kampf waren aufgrund der Kampfstile beider Kämpfe eher gering, doch Frankie Edgar und Gray Maynard setzten im Hauptkampf von UFC 125 die Messlatte für den Kampf des Jahres gleich ganz oben an. Edgar wurde in der ersten Runde vorgeführt, konnte sich durch sein unglaubliches Kämpferherz aber noch in einen Unentschieden retten und seinen UFC Leichtgewichtsgürtel somit verteidigen. Ein dritter Kampf zwischen den beiden Kontrahenten wurde direkt angekündigt und sollte noch im gleichen Jahr für ein Déjà-vu sorgen.

Bei UFC 125 kam es zudem zum Kampf zwischen Thiago Silva und Brandon Vera. Silva besiegte seinen Gegner dominant nach Punkten und beförderte ihn damit aus der UFC. Wenig später dann aber die Ernüchterung: Silva gab eine falsche Urinprobe für den Dopingtest ab, um den Konsum leistungssteigernder Substanzen zu vertuschen. Die Sportaufsichtsbehörde von Nevada suspendierte den Brasilianer bis zum 02. Januar 2012.

Bereits im Jahr 2010 hat Chael Sonnen seiner Karriere als MMA-Kämpfer durch eine Suspendierung wegen einem positiven Dopingtest nach UFC 117 keinen großen Gefallen getan. Das Jahr 2011 fing für ihn nicht besser an. Er bekannte sich der Geldwäsche bei seiner Immobilienmaklertätigkeit schuldig und bekam dafür eine Geldstrafe von 10.000 Dollar und zwei Jahre auf Bewährung. Sein Vertrag bei der UFC wurde bis auf weiteres auf Eis gelegt.

Nach sechs Niederlagen in Folge konnte der frühere UFC-Leichtgewichtschampion Jens Pulver im Januar 2011 nach drei langen Jahren mal wieder einen Sieg einfahren. Bei einer kleinen nordamerikanischen MMA-Organisation gelang ihm ein Sieg durch Aufgabe in der ersten Runde, was ihn zu der Entscheidung brachte, seine MMA-Karriere fortzusetzen.

Kurz und knapp:
Brock Lesnar und Junior dos Santos werden als Coaches der 13. Staffel von „The Ultimate Fighter“ benannt.

Nick Diaz verteidigt seinen Strikeforce-Weltergewichtstitel gegen Evangelista „Cyborg“ Santos.

Tim Sylvia wird nach nur 32 Sekunden von Abe Wagner KO geschlagen.


Februar

Foto: Ric Fogel / ESPN.comLange haben Fans auf den Kampf zwischen Anderson Silva und Vitor Belfort gewartet. Bei UFC 126 war es endlich soweit und die Auseinandersetzung endete wie erwartet mit einem Knall, der es in sich hatte. Nach einer Abtastphase und einem kurzen Schlagabtausch schickte Anderson Silva seinen Gegner mit einem präzisen Front-Kick ins Land der Träume und erweiterte seine Rekorde für die meisten Titelverteidigungen und meisten Siege in der UFC.

Rashad Evans musste seinen für März geplanten Kampf um Mauricio „Shogun“ Ruas Halbschwergewichtstitel verletzungsbedingt absagen. Was bei vielen Fans für Enttäuschung sorgte, eröffnete für das aufstrebende Talent Jon Jones die Tore. Nach seinem Sieg gegen Ryan Bader bei UFC 126 wurde er zum neuen Gegner des Champions benannt, was sich für ihn mehr als auszahlen sollte.

Als Favorit auf den Sieg des Strikeforce World Grand Prix ging Fedor Emelianenko in seinen Viertelfinalkampf gegen Antonio Silva und schied direkt durch TKO aus dem Turnier aus. Antonio Silva richtete den PRIDE-Veteran mit Schlägen so sehr zu, dass der Ringarzt den Kampf nach dem Ende der dritten Runde abbrach. Für Emelianenko war es die zweite Niederlage in Folge, nachdem er zehn Jahre lang unbesiegt das Schwergewicht regierte.

Kurz und knapp:
Kenny Florian entscheidet sich für einen Wechsel ins Federgewicht.

Sergei Kharitonov zieht mit einem KO-Sieg über Andrei Arlovski ins Halbfinale des World Grand Prix‘ weiter.

BJ Penn und Jon Fitch erreichen im Hauptkampf von UFC 127 nur ein Unentschieden.

Brandon Veras Entlassung wird zurückgezogen.

Der frühere Sengoku-Champion Marlon Sandro unterschreibt bei Bellator FC.


März

Foto: MMAConvert.comDie Story des Jahres schlug im März wie eine Bombe in die MMA-Welt ein. Völlig überraschend verkündete UFC-Präsident Dana White den Aufkauf der Konkurrenz-Organisation Strikeforce durch die UFC-Muttergesellschaft Zuffa. Als Grund gab White den Bedarf nach neuen Talenten an. Veränderungen sollte es für Fans und Mitarbeiter von Strikeforce keine geben. „Business as usual“ entwickelte sich zum Kernsatz des Aufkaufs, was schneller als gedacht widerlegt wurde.

In der letzten von Zuffa unabhängigen Veranstaltung von Strikeforce gelang Dan Henderson eine Sensation. Hochmotiviert dominierte er mit seinen 40 Jahren den Strikeforce-Halbschwergewichtschampion Rafael "Feijao" Cavalcante und holte sich mit einem TKO-Sieg in der dritten Runde den Gürtel.

Jon Jones holte sich bei UFC 128 den Halbschwergewichtstitel von Mauricio „Shogun“ Rua  und sicherte sich mit seinen 23 Jahren zugleich die Bezeichnung „jüngster Champion der UFC-Geschichte“. Drei Runden lang dominierte er Rua wie kein anderer zuvor und besiegte ihn letztlich sogar via TKO.

Als nächster Herausforderer auf Jon Jones' frisch gewonnenen Titel galt nun Rashad Evans. Jones äußerte sich in Interviews motiviert über einen Kampf gegen seinen Teamkollegen Evans. Das gefiel diesem gar nicht, sodass er sich für einen Wechsel des Teams entschied. Unglücklich verließ Evans das Team von Greg Jackson und äußerte sich negativ über seinen Trainer. Zum Kampf gegen Jon Jones kam es jedoch bis heute nicht.

Kurz und knapp:
Diego Sanchez besiegt Martin Kampmann umstritten in einer blutigen Schlacht.

Chan Sung Jung bezwang Leonard Garcia via Twister – der erste in der UFC-Geschichte.

Ricardo Almeida beendet seine MMA-Karriere.

Die 13. Staffel von „The Ultimate Fighter“ beginnt.