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Der GnP-Jahresrückblick 2011: MMA in Amerika

Über 55.000 Zuschauer sorgten bei UFC 129 für einen neuen Zuschauerrekord der UFC. (Foto: Tim Fraser, Postmedia News)

Ein turbulentes und zugleich wichtiges Jahr für den MMA-Sport ist Geschichte. Aufstiege und Abstiege von Kämpfern, Skandale, Vertragsunterzeichnungen und zu guter Letzt die teils großartigen Kämpfe sorgten im MMA-Amerika für Gesprächsstoff. Im zweiten Teil unseres Jahresrückblicks schauen wir auf die Geschehnisse der Monate April bis Juni zurück.

April

Nach der Legalisierung des MMA-Sports in Ontario, Kanada, feierte die UFC mit UFC 129 einen riesigen Erfolg. Mit 55.724 Zuschauern und Ticketeinnahmen in Höhe von knapp 12 Millionen US-Dollar brach man alle Rekorde in Nordamerika. Im Hauptkampf der Veranstaltung verteidigte Georges St. Pierre seinen UFC-Weltergewichtstitel gegen Jake Shields. Zudem feierte Jose Aldo sein UFC-Debüt und besiegte Mark Hominick zur Verteidigung seines Federgewichtstitels.

Foto: Jon Kopaloff/Getty Images Am gleichen Abend wurde das Ende einer großen Karriere besiegelt. Bereits im Vorfeld kündigte UFC-Hall-of-Famer Randy Couture an, dass es sich bei seinem Kampf gegen Lyoto Machida um seinen letzten handeln würde. Couture verabschiedete sich mit einem Knall – im negativen Sinne. Mit einem Flying Front Kick beförderte Machida die 48 Jahre alte, lebende Legende auf spektakuläre Weise in die verdiente Rente. In seiner Karriere, die 40 MMA-Kämpfe umfasste, konnte Couture viele Erfolge feiern. Neben dem Sieg des Schwergewichtsturniers bei UFC 13 holte er sich je dreimal den Schwergewichts- und Halbschwergewichtsgürtel der UFC.

Nick Diaz verteidigte seinen Strikeforce-Weltergewichtstitel gegen Paul Daley und gewann somit seinen zehnten Kampf in Folge. Im Anschluss erklärte Diaz, dass es bei Strikeforce keine würdigen Gegner mehr für ihn gebe und er einen Wechsel ins Boxen in Erwägung ziehe. Auch im Interview mit GnP-TV verdeutlichte Diaz seinen Standpunkt. Als Gegner wurden Fernando Vargas, Jeff Lacey, Ricardo Mayorga und Sergio Gabriel Martinez erwähnt. Die Vermutung, dass es sich dabei lediglich um eine Verhandlungsmethode mit der UFC handeln würde, bewahrheitete sich später.

Lange war der ehemalige WWE-Wrestler David Bautista (auch bekannt als Batista) im Gespräch, bei Strikeforce sein MMA-Debüt zu feiern. Mit dem Aufkauf der Organisation durch die UFC-Muttergesellschaft Zuffa, löste sich dieser Traum jedoch in Luft auf. Seitens der UFC wollte man von Batista nichts wissen und so brach man den Kontakt zu ihm ab. Ein MMA-Debüt in einer anderen Organisation schloss Bautista jedoch nicht aus.

Kurz und knapp:
Jason „Mayhem“ Miller unterschreibt einen Vertrag bei der UFC.

Joey Stevenson und Tyson Griffin wechseln ins Federgewicht.

Verletzungsbedingt muss Jon Jones seine Titelverteidigung gegen Rashad Evans absagen.


Mai

Traditionsgemäß sollte Brock Lesnar als Coach der 13. „The Ultimate Fighter“-Staffel nach der Finalshow auf den gegnerischen Coach Junior dos Santos treffen. Der für UFC 131 angesetzte Kampf musste jedoch abgesagt werden. Zum zweiten Mal erkrankte Lesnar an der schweren Darmkrankheit Divertikulitis und musste operiert werden. Circa 30 Zentimeter des Dickdarms wurden dem früheren UFC-Schwergewichtschampion dabei entfernt. Als Ersatzgegner für Junior dos Santos wurde Shane Carwin angekündigt.

Foto: Andrey KlagenbergNach einer klaren Niederlage gegen Tom Watson bei BAMMA 6 beendete Murilo „Ninja“ Rua seine aktive MMA-Karriere mit einem Kampfrekord von 20-12-1. Der ältere Bruder des ehemaligen UFC Halbschwergewichtschampions Mauricio „Shogun“ Rua machte sich vor allem in seiner Zeit bei der japanischen MMA-Organisation PRIDE in Kämpfen gegen Quinton Jackson, Dan Henderson, Ricardo Arona, Alexander Otsuka und Kevin Randleman einen Namen.

Gute Neuigkeiten gab es für alle bei der UFC unter Vertrag stehenden Kämpfer zu vermelden. Sowohl UFC- als auch Strikeforce-Kämpfer waren fortan über ihren Arbeitgeber krankenversichert und bekamen Behandlungskosten in Höhe von 50.000 Dollar jährlich übernommen. Die Versicherung greift unabhängig davon, ob die Verletzung aus dem Training oder einer Alltagssituation herbeigeführt wurde – eine großartige Sache für alle Athleten, denen es finanziell nicht möglich war, sich selbst zu versichern.

Kurz und knapp:
Jason Miller und Michael Bisping werden als Coaches der 14. Staffel von „The Ultimate Fighter“ benannt.

Der Rückkampf zwischen Frankie Edgar und Gray Maynard muss verletzungsbedingt abgesagt werden.

Quinton Jackson besiegt Matt Hamill im Hauptkampf von UFC 130.

Michael Chandler gewinnt das Leichtgewichtsturnier der vierten Bellator-Staffel.

Christian M'Pumbu wird der erste Bellator-Halbschwergewichtschampion.

Der Kampf zwischen den lebenden Legenden Fedor Emelianenko und Dan Henderson wird angekündigt.

Zur Verringerung der Fehlurteile bekommen Punktrichter künftig Monitore an ihren Platz, um eine bessere Sicht auf das Geschehen im Octagon zu haben.

 

Juni

Was sich bereits in den Wochen zuvor andeutete, wurde Anfang Juni zur Wahrheit. Nick Diaz wechselte als erster Kämpfer von Strikeforce zur UFC. Ein Kampf gegen Georges St. Pierre wurde direkt für UFC 137 angekündigt. Da der Wechsel von Dauer sein sollte, legte Diaz seinen Strikeforce-Weltergewichtstitel nieder, um direkt um St. Pierres UFC-Titel kämpfen zu können.

Der Strikeforce World Grand Prix ging mit den nächsten Viertelfinalkämpfen in die nächste Runde. Alistair Overeem besiegte Fabricio Werdum und zog somit in das Halbfinale ein, wo er auf Antonio Silva treffen sollte. Am gleichen Abend zwang Josh Barnett seinen Gegner Brett Rogers zur Aufgabe, um im Halbfinale auf Sergei Kharitonov zu treffen.

Nur einen Tag vor dem geplanten Hauptkampf zwischen Nate Marquardt und Rick Story bei UFC Live on Versus kam es zum Super-GAU. Der Hauptkampf musste abgesagt werden, da Marquardt die Lizenz verweigert wurde. UFC Präsident Dana White fackelte nicht lange und verkündete Marquardts sofortige Entlassung aus der UFC. Wie sich später herausstellte, führten zu hohe Testosteronwerte zur Verweigerung der Kampflizenz durch die zuständige Sportaufsichtsbehörde.

Foto: Apple Valley PDIm Juni musste sich noch ein weiterer Zuffa-Sportler aus dem Kader verabschieden. Strikeforce-Schwergewicht Brett Rogers wurde aufgrund von häuslicher Gewalt, Belästigung sowie Gefährdung von Kindern in Apple Valley, Minnesota verhaftet. Im alkoholisierten Zustand soll er seine Frau gewürgt und bewusstlos geschlagen haben. Sein inakzeptables Verhalten führte zur sofortigen Entlassung von Strikeforce.

UFC-Präsident Dana White hatte im Juni wichtige Neuigkeiten zu vermelden. Neben der geplanten Einführung der Fliegengewichtsklasse verkündete White, dass zukünftig alle Hauptkämpfe über die Distanz von fünf Runden ausgetragen werden sollen - unabhängig davon, ob es sich um einen Titelkampf handelt. Der erste Hauptkampf, den diese Änderung betrifft, sollte der Kampf zwischen Chris Leben und Mark Munoz bei UFC 138 in Birmingham, England werden.

Kurz und knapp:
Junior dos Santos besiegt Shane Carwin auf dominante Weise und sicherte sich einen Titelkampf gegen Schwergewichtschampion Cain Velasquez.

Kenny Florian feiert sein Debüt im Federgewicht mit einem Sieg über Diego Nunes.

Cheick Kongo schlägt Pat Barry im Hauptkampf von UFC Live on Versus KO.