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Den berühmten Schritt zu weit

Der frühere WEC-Bantamgewichtschampion steht nun ohne Arbeitsplatz da. (Foto: mmabay.co.uk)

Dem früheren WEC-Champion Miguel Torres (39–4) wurde soeben der Arbeitsvertrag mit der UFC gekündigt. Dana White bestätigte die Entlassung durch seinen offiziellen Twitter Account, sowie in einem Interview mit unseren Kollegen von „Sports Ilustrated“. Der Grund für die Entscheidung des UFC-Präsidenten ist, im wahrsten Sinne des Wortes, lediglich ein Witz, den Torres via Twitter verbreitet hatte.

“If a rape van was called a surprise van more women wouldn’t mind going for rides in them. Everyone like surprises.” - Dies war der Witz der 30-Jährigen den Arbeitsplatz gekostet hat. Frei übersetzt bedeutet dies etwa so viel wie: „Wenn man einen Vergewaltigungs-Bus in einen Überraschungs-Bus umbenennen würde, wären mehr Frauen dazu bereit, freiwillig mitzufahren. Schließlich mag jede(r) Überraschungen.“

„Ich kann das nicht tolerieren“, erklärte White. „Ich fand es nicht witzig, sondern eher verstörend. Torres ist kein Dummkopf, er hat sein eigenes Business, er war Champion, er steht in der Öffentlichkeit und trotzdem schaltet er dabei nicht sein Hirn ein? Inakzeptabel. Ich kann so etwas weder verteidigen, noch billigen. Er arbeitet nicht mehr mit uns zusammen. Seine UFC Karriere ist vorbei.“

Sicherlich war dieser Scherz unangebracht und man mag darüber spekulieren, ob man über alles und jeden einen Witz erzählen darf, oder welche Themen man lieber nicht scherzhaft ansprechen sollte - besonders in der Öffentlichkeit.

Torres fiel bislang nicht negativ auf, doch muss man im Auge behalten, dass White u.a. gegenüber TV-Partner FOX ein professionelles Erscheinungsbild seines Unternehmens bewahren will und daher offensichtlich keine Fehler toleriert. Erst vor wenigen Wochen hatte Forrest Griffin mit einem ähnlich gelagerten Scherz für Aufruhr in den Medien gesorgt, entschuldigte sich aber kurz darauf und kam mit einem blauen Auge davon.

White hat an Torres nun zweifelsohne ein Exempel statuiert, was den übrigen Talenten unter dem UFC-Banner einen Hinweis darauf gibt, was für ein Verhalten von ihnen erwartet wird.

Update: Nun stellte sich heraus, dass der Witz nicht vom Bantamgewichtler selbst, sondern aus der US-amerikanische Fernsehserie „It's Always Sunny in Philadelphia“ stammte, die Torres lediglich zitierte. Diese Erkenntnis zog jedoch keine Verbesserung der Lage nach sich.