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Demetrious Johnson: Ich werde meine Karriere bei ONE beenden.

Demetrious Johnson (Foto: Florian Sädler/GNP1.de)

Seit einem Jahr kämpft mit Demetrious Johnson einer der besten MMA-Kämpfer des Planeten fast unter Ausschluss der amerikanischen Öffentlichkeit bei ONE Championship. Der einstige UFC-Champion im Fliegengewicht gewann bereits den ONE-Grand Prix und zeigt kein Interesse daran, irgendwann wieder in die UFC zurückzukehren.

„Ich werde meine Karriere bei ONE beenden, das ist meine letzte Organisation“, sagte Johnson in einem Interview mit MMAJunkie.com. „Ich liebe die Organisation, alles, wofür sie stehen und wie sie sich um die Athleten kümmern. Das hier ist das Letzte. Wenn ich hier fertig bin, bin ich im Ruhestand. Es gibt für mich nichts mehr, dass ich in Nordamerika beweisen kann, wirklich nicht.“

Bevor Johnson im Tausch für Ben Askren zu ONE Championship wechselte, hatte „Mighty Mouse“ das Fliegengewicht in der UFC mit eiserner Hand regiert. 2012 wurde er zum ersten UFC-Champion der Gewichtsklasse, anschließend verteidigte er den Titel insgesamt elf Mal im Verlauf von sechs Jahren, bevor er von Henry Cejudo umstritten besiegt wurde.

Johnson hatte in der Zwischenzeit Kämpfer wie Joe Benavidez und Cejudo K.o. geschlagen, Kyoji Horiguchi zur Aufgabe gebracht oder Ray Borg per Flying Armbar abklopfen lassen. Obwohl Johnson einer der dominantesten Champions der Liga war, wurde er von den Fans und der UFC-Marketingabteilung größtenteils ignoriert, was sich in schwachen PPV-Verkäufen manifestierte.

Johnson selbst verzichtete stets auf Trash Talk oder große Sprüche und ließ lieber seine Leistung im Käfig für sich sprechen. Fans in Asien scheinen das mehr zu würdigen als der gemeine UFC-Fan. So spielt es für Johnson auch nur eine untergeordnete Rolle, ob er bei ONE auch den Titel gewinnen wird, solange die Leistung stimmt.

„Ich will hier in Asien etwas aus mir machen. Wenn ich dabei noch ein Stück Gold bekommen kann, fantastisch“, so Johnson weiter. „Falls nicht, werden es trotzdem spektakuläre Kämpfe. Als ich noch in Nordamerika gekämpft habe, haben mich die Leute auf meinen Reisen nach Asien angefleht, auch dort vor ihren Augen zu kämpfen. Jetzt bin ich da und gebe den Leuten das, was sie sich gewünscht haben.“

Am 11. April soll Johnson um den ONE-Titel kämpfen und Adriano Moraes herausfordern. Eine sechsjährige Regentschaft wie in der UFC wird es jedoch wahrscheinlich nicht geben, denn Johnson weiß, dass er sich im letzten Kapitel seiner Karriere befindet. Fünf Jahre will er noch kämpfen, falls der Körper solange mitmacht.

„Ich gebe mir selbst noch fünf Jahre, aber es kommt immer auf den Körper an, oder?“, so Johnson. „Ich bin letztes Jahr 32 geworden und habe drei Mal gekämpft. Ich denke, in diesem Jahr werden es zwei Kämpfe. Solange es mein Körper mitmacht, werde ich es genießen, Spaß haben und weitermachen. Sobald ich aber ausgeknockt werde und mir Gehirnerschütterungen und Knochenbrüche abhole, weiß ich nicht, ob es das noch wert sein wird. Ich bin einfach realistisch.“