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Danielle West beendet Karriere

Fiasko bei Pancrase-Organisation lässt West Karriere beenden. (Foto: Dorian Szücs/GroundandPound)

Die US-amerikanische MMA-Kämpferin Danielle West traf am 1. Dezember bei der japanischen Pancrase-Organisation in Tokio auf ihre bereits seit Monaten geforderte Kontrahentin Rin Nakai. Beide Athletinnen standen sich im letzten Jahr bereits einmal gegenüber, die Begegnung endete im Unentschieden.

Der Rückkampf hingegen war mit negativem Aufsehen verbunden.

Die Begegnung sollte um den Pancrase-Titel in der 61 Kilo Gewichtsklasse abgehalten werden, doch West konnte diese Vorgabe nicht einhalten, sondern erreichte lediglich 62,2 Kilo. Die in London lebende West wurde daraufhin einen Tag darauf gebeten, erneut Gewicht zu machen, was ihr ebenfalls nicht möglich war, da ihr von ärztlicher Seite empfohlen wurde, die Tortur einer Entwässerung nicht erneut zu durchlaufen, schließlich war sie nach eigener Aussage am Tag zuvor an ihr Äußerstes gegangen. Die Veranstalter überlegten daraufhin, den Kampf zu stornieren, einigten sich jedoch später darauf, einige speziellen Regeln einzuführen.

1. Sollte West gewinnen, würde der Kampf als Unentschieden gewertet werden, oder als No Contest. Der Titel stehe somit nur für Nakai zur Verfügung.

2. Keine Knie oder Würgegriffe waren erlaubt.

„Mitten im Kampf wurde mir dann gesagt, dass die zweite Regel nur für mich gelten würde“, erklärte West im exklusiven Gespräch mit GroundandPound. „Nakai durfte mir somit ins Gesicht knien und ich musste Triangle Choke-Versuche abbrechen. Sie ist daraufhin den ganzen Kampf lang drei Runden vor mir weggerannt, hat zwei oder drei Takedowns erreicht, bei denen ich die aktivere Kämpferin war und versucht habe, Armbars oder Leglocks zu erzielen, und dann dominiere ich die dritte Runde.“

Am Ende wurde Nakai zur Punktsiegerin erklärt und konnte damit den Titel um ihre Hüfte schnallen. Negativ behaftet war laut West zudem, dass der Organisation ihre Einlaufmusik abhanden kam, ihre Ringecke bezahlen musste, um am Event teilzunehmen, sowie 1.000 US-Dollar Strafe, die Pancrase aufgrund des Gewichtsproblems einforderte.

Danielle West in Marbella. (Foto: Elias Stefanescu/GroundandPound)

„Das war es für mich“, sagte uns West. „Ich beende meine Karriere. Seit neun Jahren kämpfe ich mit Verletzungen und Ärzte raten mir schon so lange dazu, eine Pause zu machen. Jetzt kommen noch diese finanziellen Probleme dazu, was es mir unmöglich macht, weitere Trainingscamps zu bezahlen. Das alles wird einfach zu viel. Das mit Pancrase hat den Bogen überspannt. Es ist genug.“

Wie die Zukunft aussehen wird, verriet uns der „Honey Badger“ (z.D. „Honigdachs“), wie die Amerikanerin genannt wird, ebenfalls: „Ich werde am 31. Dezember nach Singapur ziehen und mir dort Arbeit suchen. Ich hoffe, dass ich dort auch Kämpfer(innen) trainieren kann und werde zudem weitere Bücher schreiben.“

West deutete den Umzug sowie ihre Buch-Veröffentlichung im letzten GnP-TV Interview an, als wir sie vor ihrem Kampf bei Invicta FC exklusiv trafen.

Abschließend wollten wir wissen, ob wir die 35-Jährige irgendwann vielleicht doch noch einmal im Ring sehen können.

„Ich muss leider zugeben, dass ich das bezweifle. Ich glaube nicht, dass ich mir das Ganze noch einmal antun werde.“