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Dana White über UFC 151, Jon Jones und mehr

Dana White (Foto: Elias Stefanescu/GroundandPound)

Wenige Stunden nach dem ausführlichen Interview von Jon Jones (GnP berichtete) äußerte sich UFC-Präsident Dana White bei „UFC Tonight“ zur Absage von UFC 151, seinem Verhältnis zu Jones, einem möglichen Titelkampf für Chael Sonnen und vielem mehr.

In einem Statement, das kurz nach der Absage von UFC 151 veröffentlicht wurde, schob Dana White die alleinige Schuld auf Jon Jones und seinen Cheftrainer Greg Jackson. Mittlerweile ist er zu der Einsicht gekommen, dass die Absage nicht nur Team Jackson anzukreiden ist:

„Dan Henderson wusste es zwei Wochen vorher – zwei Wochen bevor er mir erzählte, dass er verletzt sei, wusste er es. Und wenn er mir diese zwei Wochen gegeben hätte, so wie er es hätte tun sollen, hätte diese Veranstaltung wahrscheinlich stattfinden können. […] Ihn trifft auf jeden Fall eine Mitschuld. Aber es gab noch keinen Fall in der Geschichte der UFC, in dem ein Champion sich einer Herausforderung nicht gestellt hat.“

In dem Statement auf der offiziellen Internetseite der UFC zog White über Jones und seinen Trainerstab her, nannte sie unter anderem „Sportkiller“. In dem gestrigen Interview zeigte White wenig Reue für seine Aussagen, deutete aber an, das Kriegsbeil begraben zu wollen:

„Jon und ich haben seit dem Vorfall nicht miteinander gesprochen. Hasse ich Jon Jones oder bin ich ihm gegenüber feindselig eingestellt? Nein! […] Wir werden sehen, wie sich unsere Beziehung entwickeln wird. Das ist etwas merkwürdig. So etwas ist in der UFC noch nie passiert. Jon ist ein junger Bursche und er hat Fehler gemacht, die junge Menschen machen. Wer macht das in seinem Alter nicht? Wenn man 23 Jahre alt und reich und berühmt ist, macht man eben so seine Fehler. Das Großartige daran, seine Fehler als Mittzwanziger zu machen, ist, dass wenn man mit Ende 20 oder Anfang 30 etabliert ist, man schon alle seine Fehler gemacht hat und sich so verhalten kann, wie man es eigentlich sollte. Ich habe Nachsicht mit Jon Jones. Er ist jung. Ich werde niemals sagen, dass er ein furchtbarer Kämpfer sei, nur weil er bei UFC 151 nicht gekämpft hat. Er ist ein phänomenaler Kämpfer. Jeder, der sich schon eine Weile mit der UFC beschäftigt hat, kennt meine Persönlichkeit und weiß, wie ich bin. Ich habe die letzten zwölf Jahre mit den härtesten Burschen der Welt zu tun gehabt, und das mag ich. Ich mag die Kämpfer. Ich mag, wie sie denken. Manchmal kann es schwer sein, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, aber das gehört zum Geschäft dazu.“

Viele Fans hätten gerne den Titelkampf zwischen Jones und Chael Sonnen gesehen, es gab aber auch viele Fans, die der Meinung waren, Sonnen habe diesen überhaupt nicht verdient. White erklärte seine Entscheidung, Sonnen den Titelkampf zu gewähren:

„Chael war der Einzige, der den Kampf gegen Jon annahm. Er war der Einzige, der sich der Herausforderung stellen wollte. Es ist eine Sache, wenn man durch Sprüche klopfen versucht, an einem Haufen anderer Konkurrenzen vorbeizuziehen, aber die Realität ist, dass er der Einzige ist, der es beinahe geschafft hat, Anderson Silva zu besiegen. Und er war der Einzige, der den Kampf gegen Jones annehmen wollte. Er hat den Kampf nicht nur angenommen, er sagte, er würde am selben Tag noch nach Las Vegas fliegen und gegen ihn kämpfen. Chael sagt oft verrückte Sachen, aber er meinte das ernst. Dieser Mann wäre ohne Trainingslager aufgetaucht, er hatte nur acht Tage Zeit, um zu trainieren, aber er wäre aufgetaucht. […] Wenn die Fans den Kampf zwischen Chael und Jon Jones sehen wollen, werde ich ihn ansetzen.“

Wenige Stunden nach der Absage von UFC 151 kündigte die UFC den ehemaligen Halbschwergewichtschampion Lyoto Machida als neuen Herausforderer für Jones an. Voreilig, wie sich herausstellte, denn Machida lehnte den Titelkampf mit der Begründung ab, er brauche mehr Zeit, um sich auf Jones vorzubereiten. White war darüber nicht sehr erfreut:

„Wenn ich einen Kampf ansetze, sage ich kein Wort, ehe nicht alle Verträge unterschrieben sind. Ich habe genau das gemacht, was ich sonst nie mache. Diese große Telekonferenz sollte am nächsten Tag stattfinden und Machida konnte nicht erreicht werden, aber sein Manager dachte, er würde den Kampf annehmen. Vor diesen Ereignissen terrorisierte er mich förmlich mit seinen Bitten um einen Titelkampf, und dann sagte er, vier Wochen würden ihm nicht reichen. So ändert sich der Lauf der Dinge. Rashad Evans ist es so gegangen. Er musste dann eineinhalb Jahre aussetzen. Machida ist jetzt nicht mehr der Erste in der Reihe. Er muss zuerst gegen jemand anderes kämpfen.“

Vitor Belfort, ein ehemaliger Halbschwergewichtschampion, der in den letzten Jahren im Mittelgewicht angetreten ist, erklärte sich bereit, Machidas Platz einzunehmen und bei UFC 152 gegen Jones um den Titel zu kämpfen. White ist davon sehr angetan:

„Vitor ist richtig heiß auf diese Chance. Erstens ist er der einzige Brasilianer, der sich getraut hat, diesen Kampf anzunehmen. Zweitens macht ihn der Kampf gegen Anderson Silva verrückt. Also hat er die Gelegenheit beim Schopf gepackt. Er weiß, dass man seine Chancen nutzen muss und dass man tun muss, was man tun muss, um sich vorzubereiten. Man nutzt so eine Chance, weil man nicht weiß, wann sie wiederkommen wird. Er rief uns an und bat um diesen Kampf. Ich denke, dass Vitor unglaublich talentiert ist und er jeden besiegen kann.“