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„Cyborg“ Santos: „Page ist ein respektloser Dummkopf!“

Evangelista Santos (li.) hat genug von Pages Mätzchen (Foto: Bellator MMA)

Evangelista Santos hat in seiner Karriere schon viel gesehen. Von den Anfängen bei Vale-Tudo-Veranstaltungen in seiner brasilianischen Heimat in den 90ern über Kämpfe in England und Japan bis hin zu seinen geschichtsträchtigen Duellen bei Strikeforce. Eine solche Verletzung wie der Schädelbruch gegen Michael Page jedoch noch nie. Der 38-Jährige gab nun bei MMAFighting.com ein Interview und sprach über seine Verletzung und auch über seinen Gegner.

„Michael Page hat gezeigt, dass er ein toller Athlet ist, ein sehr versierter Striker. Am Boden ist er noch nicht so gut, da wollte ich angreifen,“ so der Brasilianer. „aber er hat sich wie ein Dummkopf verhalten. Er respektiert seine Gegner nicht. Weder vor noch nach dem Kampf. Er lässt sich von schlechten Vorbildern beeinflussen.“

Nachdem Page mit einem eingesprungenen Kniestoß einen Volltreffer landete und der Kampf beendet wurde, lief der Engländer zu seinen Betreuern, ließ sich eine rote Mütze und einen Ball reichen, den er dann in Richtung Santos rollte, um „sich einen „Cyborg“ zu fangen.“. Eine Anlehnung an das derzeit weltweit genutzte Pokémon-Go-Spiel.

„Er könnte mit seinem Talent ein richtiger Star werden, wenn er sich ein Vorbild an richtigen Sportlern nimmt und sich nicht so verhält. Die heutige Generation lässt sich zu sehr von Conor McGregor beeinflussen und das ist nicht, worum es im Kampfsport geht. Sachen nach dem Kampf zu werfen…er ist ein Clown. So verhält sich kein Champion.“

Die Knockout-Attacke hinterließ bleibende Spuren bei Santos. Einen Schädelbruch an der Stirnseite und eine richtige Delle oberhalb der Nase. Der Brasilianer war sich dessen nach dem Kampf jedoch kaum bewusst, wie er zugibt.

„Ich habe die Krankenschwester gefragt, wann ich denn wieder kämpfen könne. Sie hat geantwortet, dass ich vielleicht mal mein Gesicht abtasten solle. Ein Freund hat dann das Bild gemacht. Ich hatte ja keine Ahnung, dass das so aussah. Ich habe vorher abgelehnt, auf einer Trage herausgebracht zu werden. Ich dachte, meine Nase wäre gebrochen. Erst als ich die Röntgenbilder gesehen habe, habe ich mich bei Gott bedankt. Ein paar Zentimeter tiefer und meine Augen oder mein Mund wären eingefallen. Zum Glück hat das Knie dort eingeschlagen, wo es sollte. An der Stirn, einem der härtesten Knochen des Körpers. Die Stirn ist wie eine Stoßstange.“

Mittlerweile gibt es schon Entwarnung. Wie Santos weiter angibt, verbrachte er nicht einmal die Nacht im Krankenhaus, sondern wurde nach ein paar Stunden wieder entlassen. Eine Operation wird demnächst in den USA durchgeführt werden. Santos denkt derweil wieder an seine MMA-Karriere.

„Ich werde bald zurück sein. Ich habe kein Trauma oder Hirnschäden davongetragen. Ich habe keinen Schwindel oder sowas gefühlt, war nicht mal bewusstlos. Ich habe den Schmerz der Fraktur gespürt. Es ist nur eine oberflächliche Verletzung, mir geht es gut.“

Ein echter „Cyborg“ eben.