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Chris Leben gibt Rücktritt vom MMA bekannt

Chris Leben beendete heute seine MMA-Karriere (Foto: Elias Stefanescu/Groundandpound.de)

Chris Leben gab heute das Ende seiner aktiven MMA-Karriere bekannt. Der 33-Jährige gab in einem Interview mit Ariel Helwani an, seine Faustschützer an den Nagel zu hängen.

"Ich bin fertig", so Chris Leben nach der ersten Runde gegen Uriah Hall bei UFC 168. Weitreichende Worte, wenn man Lebens heutige Bekanntmachung mit einbezieht. Chris "The Crippler" Leben erklärte seinen Rückzug vom aktiven MMA-Sport. Der 33-Jährige gehört mit 22 UFC-Kämpfen zu den erfahrensten Kämpfern der UFC und konnte in seiner Karriere beinahe 1800 Treffer landen, Rekord im Mittelgewicht.

Gebürtig aus Portland im US-Bundesstaat Oregon kam Chris Leben früh mit dem dort ansässigen Team Quest um Randy Couture, Matt Lindland und Dan Henderson in Verbindung, das sein Talent erkannte und förderte. Der schlagstarke Rechtsausleger konnte mit neun Siegen in seine MMA-Karriere starten und sich dabei gegen Mike Swick zum ersten Mittelgewichts-Champion der WEC krönen. Nach einer Niederlage gegen Joe Doerksen, der damit sein UFC-Ticket lösen konnte, und einem Sieg über Benji Radach wurde Leben eingeladen, an der ersten Staffel von The Ultimate Fighter teilzunehmen.

Dort zeigten sich beide Seiten von Leben. Auf der einen Seite ein loyaler und fleißiger Kämpfer, der seine Teamkameraden jederzeit unterstütze, auf der anderen Seite allerdings auch ein teilweise chaotischer Mensch, der zahlreiche Dämonen in seinem Leben bekämpfen musste. Trotz zweier Niederlagen gegen Josh Koscheck und Kenny Florian wurde Leben von der UFC übernommen und konnte bei der Final-Show gegen Jason Thacker seinen ersten UFC-Sieg feiern. Im Anschluss konnte Leben weitere vier Kämpfer besiegen, bevor er gegen einen anderen UFC-Neuling seine zweite Niederlage einstecken musste: Anderson Silva.

Nach der Demontage durch den späteren Champion musste sich Leben bis zum Schluss im Mittelfeld der Gewichtsklasse herum schlagen. Höhepunkte seiner Karriere waren die beiden Siege innerhalb von drei Wochen gegen Aaron Simpson und Yoshihiro Akiyama sowie sein 27-Sekunden-Knockout gegen Wanderlei Silva. Zuletzt wurden diese Leistungen jedoch immer wieder von Vorgängen außerhalb des Käfigs überschattet. Leben wurde zweimal in der UFC positiv getestet und unternahm vor zwei Jahren einen Entzug gegen seine Abhängigkeit von Alkohol und Schmerzmitteln.

Nun ist es soweit. Die Entwicklung der MMA-Kämpfer hat Chris Leben überholt und hinter sich gelassen. Lebens UFC-Karriere endet mit vier Niederlagen in Folge gegen Mark Munoz, Derek Brunson, Andrew Craig und zuletzt Uriah Hall. Kämpferherz und Nehmerqualitäten reichen heutzutage nicht mehr aus, um Erfolg im Käfig zu haben. Chris Leben hat das erkannt.

Alles Gute für die Zukunft.