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Chael Sonnen: „Fedor ist vollkommen überbewertet“

Chael Sonnen, Fedor Emelianenko (Fotos: Dorian Szücs, Legendashow/Creative Commons)

Als Fedor Emelianenko vor einigen Wochen sein Comeback ankündigte, hofften viele Fans darauf, den einstigen Pride-Star endlich in der UFC zu sehen. Doch erneut entschied sich der Russe gegen die MMA-Champions-League und wird wieder in Japan in den Ring steigen. Aus gutem Grund, meint Ex-UFC-Kämpfer Chael Sonnen. 

„Fedor wird ständig von den Fans beurteilt, dabei haben die meisten überhaupt keine Ahnung wovon sie eigentlich reden“, so Sonnen im US-Podcast MMA Hour. „Bei manchen Sachen die ich so höre, kann ich einfach nur den Kopf schütteln. So ging es mir schon damals mit Kimbo Slice: Die Einschätzung der Fans ist manchmal derart weit von der Wirklichkeit entfernt, die meisten wissen vermutlich einfach nicht, was sie sehen. Fedor hat sich selbst schon am treffendsten eingeschätzt. Er weiß genau, was er kann. Wenn er also nach Japan geht, weil er dort richtig Geld verdient, ohne gegen die Jungs aus der UFC antreten zu müssen, dann ist das doch ein klares Statement. Seine Fans denken immer, er würde sich in der UFC so gut schlagen. Er selbst ist da offenbar anderer Meinung, also solltet ihr auf ihn hören.“

Sonnen hat bereits in der Vergangenheit den Vorwurf geäußert, die Kämpfe des einstigen MMA-Marktführers Pride FC seien gestellt gewesen, die Ringrichter wie im Wrestling per Kopfhörer instruiert worden. Zu Pride-Zeiten gelangte Fedor zu Weltruhm, blieb jahrelang ungeschlagen und ging als bestes Schwergewicht aller Zeiten in die Geschichte ein. Ein Status, an dem Sonnen zweifelt.

„Er ist völlig überbewertet“, so Sonnen. „Viele Leute erinnern sich an seine Kämpfe in Japan, aber was sie gerne vergessen, sind die Kämpfe die er in den USA bestritten hat. Echte Kämpfe, mit einem echten Ringrichter, der keinen Kopfhörer im Ohr hat. Die meisten Leute haben nicht die leiseste Ahnung davon, wer Fedor Emelianenko ist.“

In der Tat lief es nach dem Weggang aus Japan weniger gut für den heute 39-Jährigen. Bei Strikeforce hagelte es drei Niederlagen in Folge, unter anderem gegen Mittelgewicht Dan Henderson. Bei der Silvesterveranstaltung der neu gegründete Organisation Rizin Fighting Federation, dem inoffiziellen Nachfolger von Pride, wird Fedor zum ersten Mal seit drei Jahren wieder in den Ring steigen. Ein Gegner wurde bislang nicht offiziell angekündigt, Gerüchten zufolge handelt es sich jedoch um den Kickboxer Singh Jaideep, der in seiner Karriere erst einen einzigen MMA-Kampf bestritten hat.