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Brock Lesnar nur ein PR-Produkt?

Brock Lesnar nur ein PR-Produkt? (Foto via Zuffa LLC)

Es war die Mitte der ersten Runde des Hauptkampfes von UFC 121, als der UFC Schwergewichtschampion Brock Lesnar unkoordiniert durch das Octagon stolperte, zu Boden fiel und wieder aufstand, nur um anschließend von Herausforderer Cain Velasquez mit einem Knie zu Boden gestreckt zu werden. Dort beendete dieser die Titelregentschaft des ehemaligen WWE-Stars und schickte damit ein Lächeln auf das Gesicht von Vadim Finkelstein, dem Manager von Fedor Emelianenko.

Nach der Niederlage von Fedor gegen Fabricio Werdum schickte UFC-Präsident Dana White ein Smiley über den Onlinenachrichtendienst Twitter an seine Gefolgschaft. Nun war es Zeit für Finkelstein, seinerseits ein Lächeln zu zeigen. In einem Interview mit AllBoxing.com sagte dieser: „Ich habe schon seit längerer Zeit gesagt, dass Lesnar eher ein Produkt der guten PR-Arbeit der UFC als ein richtiger Kämpfer ist und dieser Kampf hat das eindrucksvoll bestätigt.“ Weiter sagte Finkelstein, dass die UFC Velasquez durchaus als besten Schwergewichtskämpfer der Welt vermarkten könne, schließlich sei dieser ein richtig guter Kämpfer und kein Ergebnis einer PR-Maschine.

Aber wie viel Wahrheit steckt in der Aussage, dass Lesnar ein reines PR-Produkt ist? Er kam schließlich schon als Superstar in die UFC, an seinem Bekanntheitsgrad musste also nicht gefeilt werden. Auch wurde nie ein Hehl daraus gemacht, dass Lesnar ein Ringer ist und sich hauptsächlich auf diese Qualitäten und seine Größe und Stärke verlassen würde. Sicherlich hat man sich weit aus dem Fenster gelehnt, als man Brock zum „Baddest Man on the Planet“ erklärte, nachdem Fedor verloren hatte, aber wenn der einzige Konkurrent für diesen Titel außerhalb der UFC gerade erst gegen einen Kämpfer verloren hatte, der von der UFC entlassen wurde, dann kann man durchaus nachvollziehen, dass diese ihrem Schwergewichtschampion auch diesen Titel verleiht und bis zu dem Zeitpunkt hatte er ihn sich ja auch verdient. Nach seinem Anfängerfehler in seinem ersten Kampf gegen Frank Mir powerte sich Lesnar durch Heath Hearing, Randy Couture und noch mal Mir, um unumstrittener Champion zu werden. In jedem dieser Kämpfe konnte man sehen, wie schnell Lesnar für einen Kämpfer seiner Größe ist und wie dominant er gegen die richtigen Gegner sein kann. Erst gegen Shane Carwin zeigten sich erste Anzeichen von Schwäche und im Kampf gegen Velasquez war nichts mehr von dem dominanten Lesnar zu sehen. Auch wenn einige nach dieser wenig überzeugenden Leistung, wie nach der Niederlage von Fedor, von einer Verschwörung sprachen, ist der Grund dafür relativ schnell gefunden: Es lag an seinem Gegner.

Mit Velasquez hat die UFC einen Champion, der exzellentes Ringen mit technisch gutem Standup vereint, über eine gute Kondition und auch noch ausreichend Kraft verfügt, um gegen ein Biest wie Lesnar wieder auf die Beine zu kommen. Und obwohl die UFC mit Lesnar einen polarisierenden Champion verloren hat, so kann sie sicher sein, dass sich mit Velasquez der lateinamerikanische Markt für sie öffnet und sich neue Einnahmequellen ergeben. Was Lesnar angeht, kann man davon ausgehen, dass ihn die Leute auch weiter sehen wollen. Obwohl seine Aura des körperlich überlegenen Monsters dahin ist, so ist er immer noch ein Superstar und ein Kämpfer, den die Fans lieben oder hassen.