MMA Restliche Welt

Bringt Fedor die Pleite?

Fedor Emelianenko ist unbestritten einer der besten Kämpfer der Welt. Wenn nicht sogar DER Beste. Doch im Laufe der Jahre muss es dem aufmerksamen Beobachter vorkommen, als wäre es wirtschaftlicher Selbstmord, den „Letzten Kaiser“ in seinen Reihen begrüßen zu dürfen.

Versteht mich nicht falsch! Ich bin einer der größten Fans dieses unscheinbaren und doch so zerstörerischen Russen. Seit seinen ersten PRIDE-Kämpfen war ich förmlich überwältigt von seiner Schnelligkeit. Seinem unkonventionellen Stil. Seiner Unbesiegbarkeit. Doch lassen wir das Geschehen im Ring einmal beiseite, so fällt eine Sache ganz besonders auf: Wo auch immer Fedor sein Geld verdiente, sein Arbeitgeber war früher oder später bankrott. Beispiele?

Affliction – Die Mannen um „T-Shirt Guy“ Tom Atencio bliesen vor einer Woche ihre erst dritte Veranstaltung ab. Nur wenig später vermeldete die Company den kompletten Ausstieg aus dem MMA-Geschäft. Grund: Man verzockte sich mit viel zu hohen Gagen. An der Spitze der Gehaltsliste stand – Wer sonst, wenn nicht er? – Fedor Emelianenko.

Bodog Fight – Die kleine aber feine Promotion machte sich einen Namen, indem sie mit relativ unbekannten Fightern begann, respektable Shows auf die Beine zu stellen. Nach und nach kaufte man auch bekanntere Namen ein, wie die Vale-Tudo-Legende „Pele“ Landi-Jones. Als man allerdings den ungeschlagenen PRIDE Champion Fedor verpflichtete (für eine horrende Gage, versteht sich, 2), um ihn gegen den mittelmäßigen und viel zu leichten Matt Lindland zu stellen, verkaufte man nicht einmal 50.000 Pay-Per-Views. Ein finanzielles Desaster. Und das Ende von Bodog.

PRIDE FC – Okay okay, die Pleite von PRIDE hat nichts mit dem stoischen Russen zu tun. Zumindest lässt sich kein kausaler Zusammenhang herstellen. Für den Niedergang der japanischen Promotion waren in erster Linie deren eigene Hintermänner verantwortlich. Dennoch lässt mich das Fünkchen Aberglaube in mir rätseln, ob der unheilvolle Fluch des Fedor Emelianenko nicht vielleicht doch mit im Spiel war und das Schicksal PRIDES besiegelte.

Die Frage ist – was passiert nun mit Strikeforce?

Bisher konnte sich die Company um Scott Coker mit einer enorm wirtschaftlichen Geschäftsführung und weitsichtigen Entscheidungen rühmen. Mann verbriet kein Geld. Man sorgte stattdessen dafür, dass weniger mehr war. Nach der Pleite von EliteXC und dem daraus resultierenden Kabelfernsehdeal mit „Showtime“, besaß Strikeforce jedoch plötzlich ganz andere Möglichkeiten. Die Shows wurden größer. Ebenso die Namen auf den Fightcards. Nun der Russe. Der Beste der Welt. Ein Schritt zu viel?

Die Frage ist, wen man Fedor entgegenstellen möchte? Einerseits im Hinblick auf faire und ernst zunehmende Paarungen. Mit dem Fokus aber andererseits auch auf gewinnbringenden Verkaufszahlen. Fabricio Werdum ist kein Gegner. Und er ist auch kein Geschäft. Coker weiß das. Brett Rogers? Rogers ist vielleicht keine schlechte Businessentscheidung, aber als Gegner auch keine wirkliche Herausforderung für Haudegen Emelianenko. Holt man Monson oder den noch lizenzlosen Barnett? Monsons Reputation ist trotz vieler kleiner Siege eher fragwürdig. Die Barnetts ist seit dem Steroidskandal vor Affliction: "Trilogy" faktisch gleich Null. Bleibt nur: Alistair Overeem.

Sobald dieser wieder gesundet ist, wäre eine Verteidigung seines Strikeforce-Titels gegen den amtierenden WAMMA Champion der wohl größte Kampf den Strikeforce zu bieten hätte. Dies wäre der einzige Fight, der sowohl wirtschaftlich, als auch sportlich Sinn machen würde. Danach stellt sich allerdings die gleiche Frage wie zum Schluss bei Affliction: „Und was dann?“