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Brasilianerin gewinnt im dritten Schwangerschaftsmonat MMA-Titel

Kinberly Novaes vor ihrem Titelkampf (Foto: facebook.com/kinberlynovaes)

Am 17. Mai feierte Kiberly Novaes in Brasilien einen großen Erfolg, als sie mit einem Punktsieg über Renata Baldan den Strohgewichtstitel der brasilianischen Organisation Noxii gewinnen. konnte. Was Novaes zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Sie war bereits im dritten Monat schwanger.

Von der Schwangerschaft erfuhr die 24-Jährige erst letzte Woche. Bei RFA 29 sollte sie heute eigentlich ihren ersten Kampf in den USA bestreiten, doch der übliche Gewichtsverlust in den Wochen vor dem Kampf fiel ihr diesmal ungewöhnlich schwer.

„Ich bin ein wenig stur, ich gehe nicht gerne zum Arzt“, sagte Novaes lachend im Interview mit MMAFighting. „Ich fühle mich schon seit einer Weile nicht ganz gesund – Koliken, Kopfschmerzen und Krämpfe. Ich war in letzter Zeit sehr müde, konnte nicht rennen gehen und das Gewichtmachen war sehr schwer. […] Ich habe vier Wochen vor meinem Kampf eine noch striktere Diät angefangen, aber ich habe nach sechs Tagen sogar ein Kilogramm zugenommen. Ich war verzweifelt und habe gemerkt, dass mein Bauch sich so hart anfühlt. Ich dachte, ich habe Darmprobleme und habe abführende Mittel genommen, aber ein Kollege sagte mir, ich solle lieber zum Arzt gehen.“

Und so tat Novaes das einzig Richtige und ging ins Krankenhaus. Dort wurde sie vom Arzt direkt gefragt, ob sie schwanger sei.

„Ich beharrte darauf, dass ich nicht schwanger bin“, so Novaes. „Er führte einen Bluttest durch. Eine Stunde später sagte er mir, ich sei tatsächlich schwanger. Ich habe geweint und bin aus dem Krankenhaus gerannt, aber dann habe ich realisiert, dass das eigentlich gute Nachrichten sind. Ich dachte, ich sei krank, aber habe eigentlich ein Baby in mir.“

Letzte Woche wurde per Ultraschall ermittelt, dass Novaes sich bereits in der 24. Schwangerschaftswoche befindet. Hartes Training, Sparring, Gewichtmachen und sogar ein Kampf mit Baby im Bauch? Novaes machte sich zu Recht große Sorgen um das Wohlergehen des Kindes, doch der Arzt konnte Entwarnung geben. Der kleine Junge ist bei bester Gesundheit.

Bruno Barros, der Veranstalter von Noxii, sieht die Schuld an der ganzen Situation bei sich. Noxii wird nicht von der brasilianischen Sportkommission (CABMMA) reguliert und so liegt es in der Verantwortung des Veranstalters, die Gesundheit und Sicherheit der Sportler sicherzustellen.

„Ich habe nicht nach einer ärztlichen Untersuchung gefragt“, sagte Barros. „Ich habe nicht mal an die Möglichkeit gedacht, dass eine schwangere Frau kämpft, ein Trainingscamp bestreitet und Gewicht macht. Das war mein erster Event. Ich habe nach HIV- und Hepatitis-Tests gefragt, aber manche Kämpfer haben mir einfach nichts geschickt. Ich habe sie nicht vom Event gestrichen, weil sie alle kämpfen wollten. Manche Kämpfer haben gesagt, sie hätten kein Geld für die Tests. Andere sagten, ihnen fehle die Zeit für die Tests. Es ist meine Schuld, dass ich sie trotzdem habe kämpfen lassen. Aber Gott sei Dank ist mit dem Baby alles in Ordnung."