MMA Restliche Welt

Benson Henderson will auch in anderen Sportarten durchstarten

Die Nachricht ging wie eine Schockwelle durch die MMA-Welt. Benson Henderson verlässt seinen langjährigen Arbeitgeber, die UFC, und wechselt zu deren größtem Rivalen, Bellator MMA. Sofort wurde von allen Seiten über die möglichen Beweggründe des einstigen Weltmeisters spekuliert. Viele der selbsternannten Experten kamen zu einem gemeinsamen Ergebnis: Geld. Durch den Deal der UFC mit Reebok ist es den Athleten nicht mehr erlaubt, ihre persönlichen Sponsoren während der Kämpfe zu repräsentieren. Dadurch verlieren vor allem Top-Kämpfer wie Henderson einen großen Teil  ihrer Einnahmen. Bei Bellator stellt sich die Situation anders dar, hier darf fleißig alles Mögliche beworben werden. Neben dem monetären Aspekt führt „Smooth“ jedoch auch andere Vorteile seines Wechsels ins Feld.

„Es war auf jeden Fall eine sehr schwere Entscheidung“ so Henderson. „ Ich habe mir Zeit genommen, die richtige Entscheidung zu treffen. Ich habe die Vor- und Nachteile abgewogen, alle Optionen beleuchtet. Ich hatte Angebote von Box-Organisationen, Kickbox-Organisationen und allen großen MMA-Organisationen.“

Am Ende gab die Aufgeschlossenheit Bellators' gegenüber Hendersons' Zukunftsplänen den Ausschlag: „Ich war schon immer einer von den Typen, die gegen den Strom geschwommen sind. Ich will einen Boxkampf machen, ich will einen Kickbox-Kampf machen. Unter dem Zuffa-Banner wäre das nicht möglich gewesen. Die Zusammenarbeit von Bellator mit anderen Organisationen macht mir das möglich. So haben sie mich geködert.“

Der Wechsel eines Aushängeschildes wie „Smooth“ könnte der Beginn eines neuen Zeitalters im MMA-Sport werden. Durch den fragwürdigen Ausrüster-Deal der UFC ist die Vormachtstellung des Marktführers instabiler denn je. Laut Henderson wägen auch andere Athleten einen Arbeitgeberwechsel ab.

„Mich haben eine Menge UFC-Kämpfer gefragt, was die UFC mir geboten hat, und was Bellator mir geboten hat. […] Bellator war sehr aufgeschlossen gegenüber der Idee, ein paar Sachen anders zu machen.“

Sein Debüt bei Bellator wird Henderson am 22. April geben. Gegen Andrey Koreshkov steht dessen Weltmeistertitel im Weltergewicht auf dem Spiel. Trotz vieler Titelduelle in der UFC nimmt Henderson seinen Kontrahenten nicht auf die leichte Schulter.

„Der Junge ist jung und hungrig“, so „Smooth“. „Er hat nur einmal verloren, gegen einen starken Ringer in Ben Askren. Ich garantiere euch, dass er in diesem Bereich besser geworden ist. Er ist nicht mehr der Selbe, der er war, als er gegen Ben Askren gekämpft hat. Ich nehme ihn sehr ernst. Ich werde nicht da raus gehen und sagen: Hey ich bin dies, ich bin das. […] Ich habe jetzt eine riesige Zielscheibe auf dem Rücken. Jeder, der gegen mich kämpft, wird sein Bestes geben, also muss ich auch mein Bestes geben.“