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Bellator 155: Manhoef um Titel betrogen, Dufresne schockt die Fans

Melvin Manhoef (re.) sah eigentlich wie der sichere Sieger aus (Foto: Bellator MMA)

Es sollte der Abschluss einer tollen Fight Night in Boise werden: der Titelkampf im Mittelgewicht zwischen Champion Rafael Carvalho und Melvin Manhoef. Mit einem Titelkampf der Frauen, zwei Schwergewichtskämpfen und einem Duell zweier Top-Leichtgewichte sah das Programm auf dem Papier für Fans wie gemalt aus. Leider nur auf dem Papier.

45 Kämpfe, 42 vorzeitig beendet. Wer am Freitag einen Blick in die Bilanz von Melvin Manhoef warf, wusste, dass der niederländische Altmeister seine Kämpfe entweder selbst früh beendet oder ebenso schnell unterliegt. Kombiniert mit der K.o.-Quote von Rafael Carvalho, zehn seiner zwölf Siege erreichte der Brasilianer vorzeitig, ergab das das Bild eines schnellen und vor allem kurzen Kampfes. Nur die wenigsten dürften mit fünf Runden gerechnet haben, schon gar nicht mit dem sich darbietenden Kampfverlauf. Denn fünf Runden lang passierte so gut wie gar nichts.

Bereits in der ersten Runde musste Ringrichter John McCarthy die Kämpfer zu mehr Aktivität ermahnen. Eine der wenigen richtigen Entscheidungen. Denn in der Folge fiel Carvalho immer wieder mit illegalen Aktionen auf. Zu tiefe Kniestöße, Stiche in die Augen und ein zu später Ellenbogenschlag, nachdem McCarthy bereits die Unterbrechung angezeigt hatte sollten Manhoef behindern. Mehr als eine Verwarnung gab es für die wiederholten Verstöße jedoch nicht.

Der Niederländer zeigte sich als der geringfügig aktivere der beiden Kämpfer, traf mit Kicks zum Körper und den Beinen, während Carvalho im Stand keinerlei effektive Aktionen zeigen konnte. So waren es am Ende wahrscheinlich die Takedowns, die für die Punktrichter den Unterschied machten. In den letzten drei Runden konnte der 29-Jährige gelegentlich den Kampf auf die Matte verlagern, dabei jedoch keinen weiteren Schaden ausrichten oder Manhoef lange unten halten.

Nach Abschluss der Kampfzeit waren sich die lautstark buhenden Fans und Experten größtenteils einig, Manhoef der Sieger in einem sehr schwachen Kampf. Zur Überraschung aller erklärten die Punktrichter Carvalho zum Sieger. Eine Tatsache, die von Kommentator Jimmy Smith noch während der Übertragung als noch größere Enttäuschung als der Kampf an sich bezeichnet wurde.

Dufresne schockt Coenen und die Fans

Mit zehn Tagen Vorbereitung auf die amtierende Championesse treffen? Kein Problem für Alexis Dufresne. Das „Sneaky Zebra“ sprang für die verletzte Julia Budd ein und traf auf Marlos Coenen. Dabei machte sich die 25-Jährige aber garantiert keine Freunde bei Bellator. Erst kam sie fünf Pfund zu schwer zum Wiegen, dann brachte sie die Championesse in der ersten Runde zur Aufgabe. Nach einem frühen Takedown von Dufresne war Coenen zunächst aus der Unterlage am Drücker, brachte die Amerikanerin mit Submissions und Schlägen in Gefahr bevor sie nach einem Sweep in die Oberlage kam.

Hier begannen die Probleme für die Niederländerin, denn Dufresne attackierte sofort mit einem Triangle Choke. Den ersten Versuch wehrte Coenen noch ab, beim zweiten gab es kein Entrinnen mehr. Mit aller Kraft kämpfte „Rumina“ gegen den Würger an, ließ dabei aber ihren Arm ungeschützt. Diese Gelegenheit ließ Dufresne nicht ungenutzt. Sie packte sich den Arm, hebelte ihn und brachte Coenen so eine halbe Minute vor dem Ende der ersten Runde zum Abklopfen. Die Sensation war perfekt. Zu schade, dass dem Sieg der Makel des verpassten Kampfgewichts nachhängen wird.

Die Ergebnisse im Überblick:

Bellator 155
20. Mai 2016
Boise, Idaho, USA

Titelkampf im Mittelgewicht
Rafael Carvalho bes. Melvin Manhoef geteilt nach Punkten (48:47, 47:48, 48:47)

Pat Curran bes. Georgi Karakhanyan einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Dan Charles vs. Augusto Sakai endet mehrheitlich unentschieden (28:28, 28:28, 30:26)
Alexis Dufresne bes. Marlos Coenen via Triangle Armbar nach 4:33 in Rd. 1
Chase Gormley bes. Joey Beltran geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 29:28)

Vorprogramm
Veta Arteaga bes. Jackie Vandenburgh einstimmig nach Punkten (29:27, 30:27, 29:28)
Scott Thometz bes. Josh Tyler einstimmig nach Punkten (30:27, 30:25, 30:25)
Will Noland bes. Sean Powers via K.o. (Schläge) nach 3:29 in Rd. 1
Jesse Brock bes. Olly Bradstreet via Rear-Naked Choke nach 3:57 in Rd. 3
Marcin Held bes. Dave Jansen einstimmig nach Punkten (30:27, 29:28, 29:28)
Casey Johnson bes. Brendon Raftery via Rear-Naked Choke nach 1:16 in Rd. 2
Joe Hamilton bes. Tyler Freeman via Rear-Naked Choke nach 0:22 in Rd. 1
Vincent Morales bes. Hamilton Ash via K.o. (Schläge) nach 2:32 in Rd. 3