MMA Restliche Welt

Andrei Arlovski ist arbeitslos!

Vor fünf Monaten war Andrei Arlovski (15-7) eine der heißesten Adressen im Schwergewicht. Er stand kurz vor dem größten Kampf seiner Karriere gegen Fedor Emelianenko. Drei Minuten lang boxte er den Champion an die Wand, dann brach seine Welt in Sekunden zusammen. Ein schwerer rechter Haken schickte Arlovski bewusstlos auf die Bretter. Respekt und Hoffnung auf eine große Zukunft hatte er sich jedoch verdient. So sah Andreis Welt auch Anfang Juni wieder rosig aus. Zwei Kämpfe hatte er sich allein für diesen Monat vorgenommen, Brett Rogers und sein Box-Debüt. Der denkbar schlechteste Fall trat ein: Rogers knockte ihn in 22 Sekunden aus. Da eine KO-Niederlage eine 90-tägige Sperre aus medizinischen Gründen nach sich zieht, musste Arlovskis Box-Debüt wieder einmal abgesagt werden.

Die schlechten Nachrichten gehen weiter. Nun verkündete der Vizepräsident von Affliction, Tom Atencio gegenüber Fighters Only Magazine: „Sein Vertrag ist abgelaufen und wir haben derzeit so viele Kämpfer unter Vertrag, dass wir uns allein auf die Zusammenarbeit mit diesen konzentrieren.“ Auf die Frage, ob Affliction einen neuen Vertrag mit Arlovski anstrebe, antwortete er: „Nein, im Moment erwägen wir dies nicht.“

Arlovski steht mit leeren Händen da. Affliction will ihn nicht mehr, bei Strikeforce ist er 0-1 (nach der Rogers-Niederlage) und die UFC hat ihn vor einem Jahr entlassen. Seither bekundete deren Präsident Dana White wiederholt, dass die Kündigung Arlovskis einer seiner „größten Fehler“ gewesen war. Doch nach zwei KO-Niederlagen in Folge wird Dana seine Meinung relativiert haben. Vor dem Fedor-Kampf hätte Arlovski noch einen traumhaften UFC-Vertrag erhalten, doch jetzt kann er froh sein, wenn er überhaupt einen Arbeitgeber findet. In Japan ist er unbekannt und die großen amerikanischen Promotions haben allesamt mehr Gründe, ihn abzulehnen als zu verpflichten.

Nun ist eigentlich der Weg frei für eine Box-Karriere, ein Idee mit der Arlovski schon lange kokettiert. Er trainiert seit einiger Zeit mit Freddie Roach, einem der bekanntesten Boxtrainer. Zieht man die beiden letzten Kämpfe in Betracht, so ist klar geworden, dass Arlovski nichts im Boxsport verloren hat. Zwar wusste er in der Offensive mit flüssigen Schlagkombinationen zu überzeugen, aber zwei gewaltige Schwächen sprechen ihm jegliche Hoffnung auf Erfolg ab: Er hat ein Glaskinn und sein defensives Verständnis im Striking ist mangelhaft. Trotz des langen Trainings mit Roach begeht er immer noch den gleichen vernichtenden Fehler: Im Rückwärtsgang bewegt er sich geradlinig, statt in Winkeln. Das wurde ihm gegen Rogers zum Verhängnis. Er wurde nicht von einem Schlag ausgeknockt, sondern von einem Schlaghagel. Durch sein fehlerhaftes Ausweichen war er dem hilflos ausgeliefert. Im Boxen würden seine Schwächen selbst von namenlosen Kämpfern auf peinliche Weise offenbart.