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Andreas Kraniotakes beantwortet Eure Fragen

Andreas Kraniotakes (Foto: tapology.com)

Am Samstag ist es soweit, Deutschlands „Big Daddy“ Andreas Kraniotakes trifft im Hauptkampf von ProElite auf den ehemaligen UFC-Champion Tim Sylvia. Im GroundandPound-Forum steht das Schwergewicht seinen Fans, aber auch seinen Kritikern, Rede und Antwort. Falls Ihr auch eine Frage an „Big Daddy“ habt, könnt Ihr diese gerne in unserem Forum loswerden. Einen kleinen Auszug aus den Fragen, die Andreas Kraniotakes bereits beantwortet hat, findet Ihr in den folgenden Zeilen.

Kannst du vielleicht was dazu sagen wie der Kampf zustande kam (außer, dass Rizzo nicht antreten konnte)?
Andreas Kraniotakes: Ich denke, dass es hier eine Verkettung von günstigen Umständen gab. Zunächst bin ich ohnehin schon in den USA für eines meiner regelmäßigen Trainingscamps (eigentlich sollte ich am 26.11. bei Superior kämpfen). Zudem war mein Management ohnehin schon in Verhandlungen mit ProElite wegen ihrem Schwergewichtsturnier. Nur hatte sich da herausgestellt, dass in erster Linie Newcomer antreten werden und da wäre ich sozusagen überqualifiziert gewesen. Und dann ist Rizzo ausgefallen. Gleichzeitig habe ich wohl sonst auch einen ordentlichen Eindruck auf die gemacht. Und Kabuuum, schon hat man den Main Event bei ProElite... :D

Was für eine Reichweite hast du? Wenn ich von deinen Kämpfen ausgehe, eine ordentliche, die vor allem gegen Sylvia nicht von Nachteil sein kann.
Ich habe sie noch nie gemessen um ehrlich zu sein. Ich messe sehr selten an meinem Körper rum... ;)
Aber ich weis, dass ich eine ziemlich ordentliche Reichweite habe für meine Größe. Um nicht zu sagen Orang-Utan-Arme... Hoffen wir mal, das mir das von Nutzen sein wird!

Wo siehst du Sylvias stärkste Waffen und größte Schwächen?
Es dürfte schwer sein, einen Takedown zu landen, so lange er noch frisch ist. Seine Taktik wird wahrscheinlich sein, mit mir zu stehen oder mich an den Käfig zu pinnen. Da sehe ich seine größten Chancen. Zudem würde er sich sicher über die Top-Position freuen. Gleichsam denke ich aber auch nicht, dass er zu einem Double-Leg-Takedown ansetzen wird. Das kostet zu viel Energie. Also Boxen und Clinch sind seine vermeintlich besten Waffen in meinen Augen. Plus das Top-Game. Ich finde das Match-Up spannend. Selbst wenn ich nicht selbst kämpfen würde, fände ich interessant zu sehen, wie es ausgeht!

Wo siehst du deine eigenen Chancen?
Ich sehe meine Möglichkeiten auf verschiedene Bereiche verteilt. Wenn es mir möglich ist im Stand meine Taktik auszuspielen, dann könnte ich ihm da sicherlich Probleme bereiten. Gleichzeitig denke ich, dass jeder von uns beiden der die Top-Control bekommt einen klaren Vorteil haben dürfte in dem Kampf. Demnach werde ich versuchen zu vermeiden ihm diese zu überlassen. Auf einen Ringkampf werde ich es auch nicht bewusst anlegen, aber dennoch ist es ja MMA und da kann alles passieren... Die Zermürbungstaktig mag ich einfach nicht. Ich versuche immer meine Kämpfe zu beenden!

Wie sieht dein Trainingsalltag so aus? Wie lange trainierst du am Tag und was sind deine Schwerpunkte?
Also mein Trainingsalltag ist eigentlich so wie man sich das bei einem MMA-Kämpfer vorstellt. Er ist aufgeteilt zwischen Ringen, Bodenkampf und Standup-Training. Dazu kommen spezifische Sparrings und Konditionseinheiten. Kurz vor einem Kampf wird das Training meist intensiver und kürzer. Da ich für diesen Kampf nur knapp drei Wochen Vorbereitung hatte, ist das Training einfach nur intensiv. Normal hat mein Körper etwas Zeit sich langsam an die Belastung zu gewöhnen. Im Moment fühlt er sich einfach nur geschunden an. Aber das muss auch so sein in diesem Stadium des Camps.

Natürlich spüre ich auch den Druck. Ich weiß natürlich, dass mich ein Sieg noch weiter nach vorne katapultieren würde. Aber ich versuche das nicht zu sehr an mich heran zu lassen. Am Ende des Tages muss ich meine Leistung bringen und es ist auch eine Art "Reality Check", wie die Amis so schön sagen. Letztlich ist er aber auch nur ein Mensch und das hier ist nur ein weiterer Kampf. „Win or lose“, mein Leben und meine Karriere werden weiter gehen. Und wenn es nicht klappt, dann hat es eben nicht sein sollen. Wenn ja, dann geht es im gleichen Tempo weiter.