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Alistair Overeem fällt durch Dopingtest

Alistair Overeem hat sich aller Voraussicht nach die Chance auf den Titel verspielt. (Foto: Zuffa LLC)

In der vergangenen Woche sorgte die Sportkommission von Nevada mit einem unangekündigten Dopingtest auf einer Pressekonferenz für UFC 146 für eine Überraschung unter den anwesenden Schwergewichten. Alistair Overeem, der bei der Veranstaltung am 26. Mai gegen Junior dos Santos um den UFC Schwergewichtstitel kämpfen sollte, konnte dabei ein erhöhter Testosteronspiegel nachgewiesen werden. Der Kampf wird somit aller Voraussicht nach nicht stattfinden.

Über einen Urintest wurde dabei Overeems Verhältnis von Testosteron zu Epitestosteron (T/E-Verhältnis) ermittelt. Das Verhältnis liegt bei den meisten Menschen bei 1:1, wobei die Sportkommission von Nevada Verhältnisse bis 6:1 toleriert. Overeems Dopingtest ergab ein T/E-Verhältnis von über 10:1 und gilt somit als nicht bestanden.

Bereits vor seinem Kampf gegen Brock Lesnar sorgte Overeem aufgrund von Komplikationen mit einem Dopingtest für Aufsehen bei der Sportkommission Nevadas. Der Niederländer bekam für den Kampf letztendlich eine Freigabe, die an gewisse Bedingungen geknüpft war. Unter anderem bekam Overeem die Auflage, innerhalb von sechs Monaten nach dem Kampf gegen Lesnar zweimal einen Dopingtest zu bestehen. Da diese Auflage nun verletzt wurde, könnte sein Sieg gegen Lesnar sogar in ein "No Contest" abgeändert werden.

Overeems eingeschränkte Kampflizenz war lediglich bis zum 31. Dezember gültig, wodurch er aufgrund des positiven Dopingtests keine Disziplinarmaßnahmen seitens der Sportkommission befürchten muss. Für seinen Kampf gegen Junior dos Santos müsste er jedoch vor die Kommission treten, um eine neue Lizenz zu beantragen.

Sollte der 31-Jährige eine gute Erklärung für die erhöhten Testosteronwerte haben, könnte ihm eine Freigabe für den Kampf gegen Dos Santos erteilt werden. Ihm steht es außerdem frei, einen Test der sogenannten B-Probe anzufordern. Die B-Probe wird bei Dopingtests versiegelt eingelagert, um später unabhängig nachgeprüft werden zu können. Sollte diese Probe negativ getestet werden, kann Overeem die Lizenz erteilt werden.

Ein Hüne von Mensch: Alistair Overeem. (Foto: UFC.tv)

UFC Präsident Dana White erfuhr von der Nachricht während einer Telefonkonferenz mit der Presse und äußerte sich mehr als verärgert über das Schlamassel.

„Ich bin mehr als stinksauer. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll“, so White wütend. „Das schlimmste ist, dass er (Overeem) vor mir saß und mich angelogen hat.“

Auf die Frage, was passieren würde, sollte Overeem keine angemessene Erklärung für den Dopingtest haben, antwortete White: „Es gibt keinen Plan B“.

Da das Hauptprogramm von UFC 146 planmäßig ausschließlich von Schwergewichten besetzt sein wird, könnte einer der für die Veranstaltung geplanten Kämpfer in den Titelkampf gegen Dos Santos berufen werden. Als Top-Kandidat wir dabei momentan Frank Mir gehandelt, der eigentlich gegen Cain Velasquez um den Status des nächsten Titelherausforderers kämpfen soll.

Wie Overeems Zunkunft in der UFC aussieht, steht dabei noch in den Sternen. White gab bekannt, dass er erst einmal auf eine Nachricht der Sportkommission sowie auf die Sichtweise Overeems warten würde, bevor er eine Entscheidung fällen könne.

"Es sieht aber nicht gut aus, oder?", fragte White während der Telefonkonferenz. "Es sieht ganz und gar nicht gut aus."