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Aldo verteidigt Federgewichtstitel, Bigfoot Silva sorgt für Schocker

Mit einem Knaller endete das PPV-Jahr 2012 Jahr der UFC und mit einem Superfight begann das neue PPV-Jahr 2013. In einem packenden Kampf über 5 Runden setzte sich Jose Aldo nach Punkten durch und verteidigte den Titel im Federgewicht. Zuvor konnten die weiteren Brasilianer im Hauptprogramm mit Siegen über Rashad Evans, Alistair Overeem und Jon Fitch für Überraschungen sorgen.

Wenn es nach den Fans geht, soll 2013 das Jahr der Superfights in der UFC werden. Mit Jose Aldo gegen Frankie Edgar ist in der Hinsicht schon mal ein guter Anfang gemacht. Der amtierende Champion im Federgewicht und der ehemalige Champion im Leichtgewicht boten den Zuschauern 25 packende Minuten, an deren Ende Jose Aldo ein weiteres Mal triumphierte.

Aldo ließ die Fans nicht lange warten und zeigte bereits von Beginn an sein gefährliches Waffenarsenal. Mit Jabs und der Rechten hielt er Edgar in der ersten Runde auf Distanz und traf zudem noch mit sehr harten Leg Kicks. Diese Taktik baute Aldo in der zweiten Runde sogar noch aus und bearbeitete das linke Bein Edgars mit zahlreichen Treffern. Edgar hatte kein Mittel gegen die Geschwindigkeit und versuchte meist erfolglos, den Champion auf die Matte zu bringen, während er konstant Treffer einstecken musste.

Aber Frankie Edgar wäre nicht Frankie Edgar, wenn er nicht nach verlorenen Runden zurück kommen würde. Ab der dritten Runde war Edgar im Kampf angekommen. Aldos Geschwindigkeitsvorteil war nicht mehr spürbar und Edgar versuchte mit Leg Kicks und Kombinationen, Aldo gefährlich zu werden, musste aber einen schönen Front Kick einstecken, der das sowieso schon gezeichnete Gesicht Edgars weiter malträtierte.

In den letzten beiden Runden nahm Edgar das Heft in die Hand und warf nun alles in die Waagschale. Ob Kniestöße, Leg und High Kicks, Kombinationen oder Takedowns, Edgar versuchte alles, um Aldo den Gürtel zu entreißen. Es reichte aber nicht. Mit zweimal 49:46 und einmal 48:47 werteten die Punktrichter den Kampf geschlossen für den alten und neuen Champion Jose Aldo.

Evans verspielt Titelchance

Im Vorfeld des Kampfes zwischen Rashad Evans und Antonio Rogerio Nogueira wurde gemutmaßt, Evans könnte mit einem Sieg der nächste Herausforderer auf Anderson Silvas Titel im Mittelgewicht werden. Nach dieser Leistung rückt ein Titelkampf, egal in welcher Gewichtsklasse, erst einmal wieder in weite Ferne. Der als Favorit gehandelte Evans fand drei Runden lang kein Mittel gegen Nogueira.

Bereits in der ersten Runde zeichnete sich der Kampfverlauf ab. Nogueira nahm die Mitte des Käfigs ein und versuchte, Evans zu stellen. Immer wieder musste Evans Treffer von Nogueira einstecken, während er selbst wenige eigene Hände durchbringen konnte. Und auch Evans ringerischer Vorteil machte sich in diesem Kampf nicht bemerkbar. Evans suchte drei Runden lang nach einer Lücke, blieb dabei aber sowohl mit den Fäusten als auch mit Takedown-Versuchen weitestgehend erfolglos und unterlag schließlich im schwächsten Kampf des Abends Antonio Rogerio Nogueira verdient nach Punkten.

Hochmut kommt vor dem Fall

Dreizehn Monate mussten die Fans auf die Rückkehr von Alistair Overeem warten und dann war es soweit: Der niederländische Hüne kehrte nach dem Ablauf seiner Doping-Sperre gut gelaunt und bedeutend schmaler als zuvor in den Käfig der UFC zurück. Der Niederländer wirkte sehr gelassen und feierte seine persönliche Party beim Einlauf, was Antonio Silva spürbar verärgerte. Der fehlende Respekt zeigte sich anschließend auch im Kampf der beiden Schwergewichte. Overeem agierte zwar abwartend in der ersten Runde, ließ aber permanent die Arme hängen und versuchte gar nicht erst, Silvas Aktionen aus dem Weg zu gehen. Durch gute Clincharbeit und vereinzelte Treffer sicherte sich Overeem die erste Runde.

In der zweiten Runde überraschte Overeem die Zuschauer mit einem Takedown. Overeem landete in der Side Control und begann sofort mit Ground and Pound, musste aber auch Ellenbogen Silvas einstecken. Overeem verbrachte den Großteil der Runde in der Guard Silvas und bearbeitete Silvas Körper bis die beiden kurz vor Ende der Runde wieder in den Stand beordert wurden. Die Zeichen standen also auf Sieg Overeem, aber Silva machte dem in der letzten Runde einen Strich durch die Rechnung. "The Reem" zeigte erneut nicht den gebotenen Ernst und wurde dieses Mal bitter dafür bestraft. Nach einem Head Kick Silvas wurde Overeem am Käfig gestellt und ging nach zahlreichen schweren Treffern zu Boden, bevor Herb Dean einschreiten musste, um schwereren Schaden vom Niederländer abzuwehren.

Maia dominiert Fitch, Benavidez überzeugt Punktrichter

Wenig begeistert waren die Fans vom Weltergewichtsduell zwischen Demian Maia und Jon Fitch. Maia dominierte Fitch drei Runden lang und ließ nahezu keine einzige Offensivaktion des starken Ringers zu, sondern sicherte sich mehrfach Takedowns und in jeder Runde mindestens einmal den Rücken von Fitch. Die gute Verteidigung von Fitch verhinderte ein frühes Ende des Kampfes. Schlussendlich stand am Ende jedoch ein deutlicher Punktsieg für Demian Maia zu Buche, der damit ein Ausrufezeichen im Weltergewicht gesetzt haben dürfte.

Im ersten Kampf des Hauptprogrammes trafen mit Ian McCall und Joseph Benavidez die letzten beiden Gegner von UFC-Fliegengewichtschampion Demetrious Johnson aufeinander. Die beiden lieferten den Fans einen offenen Schlagabtausch über drei Runden, wobei Benavidez die besseren Treffer landete und insgesamt der aktivere Kämpfer war. Zwar konnte auch McCall einige Aktionen anbringen und hatte Benavidez in der zweiten Runde auf der Matte, konnte daraus aber kein Kapital schlagen und musste sich am Ende nach Punkten geschlagen geben.

Strikeforce-Importe begeistern im Vorprogramm

Bevor die Veranstaltung in den PPV-Teil überging, trafen Gleison Tibau und Evan Dunham aufeinander. Tibau kam besser in den Kampf, zeigte im weiteren Verlauf aber zunehmend Konditionsprobleme und war in der dritten Runde nicht viel mehr als ein Sandsack, wenn auch mit hervorragender Takedown-Verteidigung. Dunham sicherte sich den Punktsieg durch seine Treffer im Stand in der zweiten und dritten Runde, nachdem die erste Runde an Tibau ging.

Vor allem Strikeforce-Fans kamen in den Vorkämpfen auf ihre Kosten. Mit Tyron Woodley, Bobby Green und Isaac Vallie-Flagg gewannen alle drei Importe ihre Debüt-Kämpfe in der UFC. Hierbei machte Woodley kurzen Prozess mit Jay Hieron und schlug ihn nach 35 Sekunden K.o., wobei er zuvor mehrere Treffer im Stand und auf der Matte setzen konnte.

Bobby Green lieferte sich einen spannenden Kampf mit Jacob Volkmann. Nachdem Green die erste Runde abgeben musste, fand er immer besser in den Kampf und konnte Treffer im Stand landen sowie Volkmanns Takedowns abwehren. In der letzten Runde brachte Volkmann Green auf den Boden, wurde aber gesweept. Green konnte sich die Full Mount sichern und begann mit Ground and Pound. Volkmann drehte ihm daraufhin den Rücken zu und Green ließ sich die Chance nicht entgehen. Mit einem Rear Naked Choke brachte er Volkmann zur Aufgabe.

Der dritte Strikeforce-Import Isaac Vallie-Flagg konnte davor Yves Edwards per geteiltem Punktentscheid besiegen. Ein erfolgreiches UFC-Debut feierte auch der Hawaiianer Dustin Kimura. Nach zwei engen Runden konnte Kimura einen Takedown von Camus kontern und sich den Rücken sichern, von wo aus er Camus mit einem Rear Naked Choke zur Aufgabe brachte. Eröffnet wurde UFC 156 mit einem Sieg von Francisco Rivera durch technischen K.o. in der zweiten Runde gegen Edwin Figueroa.

Die Ergebnisse von UFC 156 im Überblick:

UFC 156 - Aldo vs. Edgar
02. Februar 2013
Mandalay Bay Events Center in Las Vegas, Nevada, USA

UFC Federgewichtstitelkampf
José Aldo (c) bes. Frankie Edgar nach Punkten (49-46, 49-46, 48-47)

Antonio Rogerio Nogueira bes. Rashad Evans nach Punkten (29-28, 29-28, 29-28)
Antonio Silva bes. Alistair Overeem via T.K.o. (Schläge) nach 0:25 in Rd. 3
Demian Maia bes. Jon Fitch nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)
Joseph Benavidez bes. Ian McCall nach Punkten (29-28, 29-28, 29-28)

Vorprogramm
Evan Dunham bes. Gleison Tibau nach Punkten (29-28, 28-29, 29-28)
Tyron Woodley bes. Jay Hieron via K.o. (Schläge) nach 0:36 in Rd. 1
Bobby Green bes. Jacob Volkmann via Rear Naked Choke nach 4:25 in Rd. 3
Isaac Vallie-Flagg bes. Yves Edwards nach Punkten (29-28, 28-29, 29-28)
Dustin Kimura bes. Chico Camus via Rear Naked Choke nach 1:50 in Rd. 3
Francisco Rivera bes. Edwin Figueroa via T.K.o. (Schläge) nach 4:20 in Rd. 2