MMA Restliche Welt

Änderung der weltweit anerkannten "Unified Rules of MMA" beschlossen

Eine Hand am Boden reicht bald nicht mehr. (Foto: Zuffa LLC)

Weltweit werden die „Unified Rules“ für MMA-Kämpfe verwendet, in Nordamerika ist die Verwendung des Regelwerks bei Profikämpfen sogar Pflicht. Nun hat die Association of Boxing Commissions (ABC) bei ihrem jährlichen Zusammentreffen aller Kommissionen neue Regeln beschlossen, die ab dem 1. Januar 2017 in Kraft treten werden.

Eine wichtige Änderung betrifft die Richtlinien für Punktrichter. So soll der Fokus bei der Bewertung von Kämpfen nun noch stärker auf „effektivem Striking“ und „effektivem Grappling“ liegen. Bisher waren diese beiden Punkte in etwa gleichauf mit Aggressivität und Kontrolle des Octagons. Aggressivität eines Kämpfers soll zukünftig nur noch in die Wertung einfließen, wenn beide Kämpfer im Striking und Grappling in der Runde gleichauf waren. Die Kontrolle des Octagons soll nur noch beachtet werden, wenn auch anhand der Aggressivität kein Kämpfer einen Vorteil auf der Punktrichterzetteln bekommen würde.

Eine Hand am Boden schützt nicht mehr vor Kicks und Knien

Signifikant ist zudem die Änderung an der Definition eines „am Boden liegenden Gegners“ („grounded“). Laut aktuellem Regelwerk gilt man als „grounded“, wenn man mit mehr als zwei Punkten den Boden berührt. Wird ein Kämpfer an den Käfig gepinnt, braucht er somit nur mit einer Hand die Matte zu berühren, um Kniestöße des Gegners zum Kopf zu verhindern. Die sind gegen einen am Boden liegenden Gegner nämlich verboten. Ab dem 1. Januar reicht es nicht mehr, die Hand auf den Boden zu legen.

Laut neuer Definition gilt man als „grounded“, wenn außer einer einzigen Hand und beiden Füßen ein anderer Körperteil den Boden berührt. Um legale gegnerische Knie und Kicks zu verhindern, müssen also in Zukunft beide Hände den Boden berühren.

Ausgestreckte Finger werden verboten

Immer wieder gibt es in MMA-Kämpfen Augenstecher zu sehen, nur selten werden diese allerdings bestraft. Dies soll sich nun ändern.

Um die Anzahl der Fingerstiche zu minimieren, ist es Kämpfern ab dem 1. Januar nicht mehr gestattet, den Arm in Richtung des Gegners auszustrecken, wenn seine Finger dabei in Richtung des Gesichts des Gegners ausgestreckt sind. Eine solche Aktion gilt dann als Foul, auch wenn das Gesicht des Gegners nicht getroffen wurde. Kämpfer dürfen ihren Arm in Zukunft nur noch in Richtung des Gegners ausstrecken, wenn die Hand zu einer Faust geschlossen ist oder die Finger nach oben zeigen.

Zwei Fouls werden gestrichen, neue Kleidungsregeln für Frauen

Durch die Regeländerung werden auch zwei Punkte aus der Liste der Fouls gestrichen. So ist es zukünftig erlaubt, die Nieren des Gegners mit der Ferse zu treten. Außerdem darf das Schlüsselbein des Gegners gegriffen werden.

Eine Regel betrifft ausschließlich die Damen. So dürfen Kämpferinnen ab dem 1. Januar keine locker sitzenden Oberteile mehr tragen. Kurzärmlige oder ärmellose körperanliegende Rashguards und/oder Sport-BH werden dann Pflicht sein.