MMA Restliche Welt

Änderung der Unified Rules

Die Punktrichter und deren Entscheidungen standen schon zahllose Male in der Kritik der MMA-Community und -Medien. Nicht zu Unrecht werden die Richterleistungen als das wohl gravierendste Problem des noch recht jungen Sportes Mixed Martial Arts angesehen. Um dies nun zu bekämpfen, wurden kürzlich Änderungen an den 'Unified Rules of MMA' vorgenommen.

Im Jahre 2001 führte das 'New Jersey State Athletic Control Board' (NJSACB), zusammen mit anderen Verfassungsorganen und auch MMA-Organisationen, die einheitlichen MMA-Regeln ein.

Diese wurden 2009 von der 'Association of Boxing Commissions' (ABC) übernommen.

Eben dieser Verband hat nun die Regelsätze erneuert. Damit erhofft man sich, dass die Punktrichter zukünftig eine bessere Bewertung des Kampfes abliefern können und der Sport somit auf einer faireren Grundlage basiert.

Im Juli 2010 richtete die ABC eine Kommission ein, welche einen Vorschlag von Nelson „Doc“ Hamilton bezüglich des '10-point must system' untersuchen sollte. Hamilton wollte ein Halb-Punkt-System einführen, mit dem Ziel, die einzelnen Runden besser bewerten zu können.

Nach einer einjährigen Testphase im Amateurbereich kam man zu dem Ergebnis, dass das verfeinerte Bewertungssystem von Hamilton nur in wenigen Ausnahmefällen zu anderen Richterentscheidungen führte. Deshalb wurde dieser Vorschlag nun endgültig verworfen und wird nicht auf die professionelle Ebene übertragen.

Außerdem hat die ABC einige feststehende Begriffe verbessert und neu formuliert:

  • „Effective Striking“: Schwerere Schläge/Tritte, welche sichtbare Auswirkungen auf den Gegner haben, werden stärker als die Anzahl der Schläge/Tritte gewertet.
  • „Effective Grappling“: Die Anzahl von erfolgreichen und legalen Takedowns, Umkehrungen von Positionen und Versuche von Aufgabetechniken sind ausschlaggebend.
  • „Effective Aggression“: Dies erreicht man, wenn man mit legalen Techniken vorwärts geht oder man aus der Guard heraus, mit drohenden Aufgabetechniken, attackiert.
  • „Cage/Ring Control“: Darunter versteht man die Bestimmung des Tempos, des Platzes und die Position des Kampfes.

Des Weiteren wurde das Kriterium „Effective Defense“ gestrichen, und der Kampf im Stand und auf dem Boden bekommt zukünftig eine gleiche Gewichtung.

Der Begriff „Damage“ wird man nicht länger als ein Schlagwort benutzen, um Runden zu klassifizieren. Anstatt dessen wird nun „Effective“ als Begrifflichkeit verwendet.

Zudem versucht die ABC zu umschreiben und verdeutlichen, in welchen Fällen eine gewisse Punktvergabe auf die jeweilige Runde zutrifft:

Eine Runde sollte mit...

...10-10 bewertet werden, wenn beide Kämpfer gleichwertig kämpfen und keiner der Kämpfer nicht einmal eine leichte Überlegenheit ausstrahlt. Diese Punktzahl sollte nur selten benutzt werden.

...10-9 bewertet werden, wenn ein Kämpfer knapp gewinnt, basierend auf die größere Anzahl gelandeter, legaler Treffer, effektivem Grappling, und das Benutzen von weiteren effektiven, legalen Techniken.

...10-8 bewertet werden, wenn ein Kämpfer deutlich gewinnt, basierend auf effektiven Schlägen/Tritten und oder effektivem Grappling, was große Auswirkungen auf den Gegner hat.

...10-7 bewertet werden, wenn ein Kämpfer vollkommen dominiert, aufgrund effektiven Schlägen/Tritten und oder effektivem Grappling, was den Gegner, durchgehend in der Runde, in große Gefahr gebracht hat. In solch einer Runde möge der Ringrichter kurz vor dem Beenden des Kampfes gestanden haben. Diese Punktzahl sollte nur selten benutzt werden.

Hauptziel ist es sicherlich, dass Punktrichter nun auf ein genaueres Regelwerk zurückgreifen können und somit Runden und Kämpfe besser bewerten können.

Dennoch ist die Legalisierung des MMA-Sports in den verbleibenden US-Staaten und sicherlich auch auf internationaler Ebene, ein weiterer Faktor. Denn der Begriff „Damage“ half bisher sicherlich nicht, um Menschen mit ungebildeten Meinungen bezüglich MMA von der Sportart zu überzeugen. Die neuen Begrifflichkeiten lassen eine neutralere Sichtweise auf den Sport zu.

Diese Änderungen sind allerdings noch nicht final. Erst nächste Woche wird bei der jährlichen ABC-Konferenz darüber abgestimmt. Jedoch sollte dies lediglich Formsache sein, denn die Änderungen sind ein wichtiger und essentieller Schritt um den Sport weiter zu bringen und um Aufklärungsarbeit zu leisten um vielleicht doch irgendwann dem Mainstream anzugehören.