MMA - Europa

Women Fight Back: Frauen geben Kontra

In etwas mehr als drei Wochen veranstaltet „Colosseum Sports“ ein rein weibliches MMA-Spektakel mit dem Titel „Women Fight Back“ (z. Dt. „Frauen schlagen zurück“). Am 25. August werden 16 weibliche Athletinnen im englischen Aldershot für einen guten Zweck gegeneinander antreten.

Die gemeinnützigen Wohltätigkeitsveranstaltung soll, in Zusammenarbeit mit dem britischen „Victim Support“, die Masse mit einem wichtigen Thema erreichen: Frauen kämpfen für Verbrechensopfer. Die gesamten Einnahmen gehen an den sogenannten „Victim Support“, der als gemeinnützige Organisation für Verbrechensopfer Spenden generiert und somit z. B. Frauen in gewalttätigen Beziehungen, aber auch jegliche Opfer von Verbrechen, unterstützt und einen finanziellen Ausweg ermöglicht. Auf der offiziellen Internetpräsenz der Organisation kann man jederzeit eine Spende tätigen oder sich weiter informieren. Diese ist unter folgendem Link zu finden: VictimSupport.Co.Uk.

Zuschauer werden außerdem bekannte Namen der MMA-Szene live erleben, denn diese werden sich die Klinke in die Hand drücken, wenn bei „Women Fight Back“ die Ringglocke angeläutet wird. Fliegengewicht Rosi Sexton, die vor kurzem noch gegen Aisling Daly gewann und auf Deutschlands Sheila Gaff im Cage Warriors Frauenturnier treffen wird (GnP berichtete), wird, an der Seite von UFC-Kämpfer und Strongman Oli Thompson als Punktrichterin dabei sein.

Rosi "The Surgeon" Sexton (Foto: Rosi Sexton FB)

Wir sprachen exklusiv mit Sexton über die Veranstaltung in ihrem Heimatland: „Ich denke es ist eine tolle Sache für alle Frauen die MMA betreiben. Dies zeigt wie sehr FMMA wächst und sich weiterhin nach vorne entwickelt. Zudem ist der gute Zweck dieses Events eine wirklich tolle Sache. Ich freue mich meinen Beitrag als Punktrichterin zu leisten.“

Als Ringrichterin wird die amerikanische Kämpferin Danielle West fungieren, die zuletzt in Marbella im GnP-TV Interview vor der Kameralinse stand. Als Verstärkung wird ihr UFC- und Invicta-Ringrichterin Michelle Drake Browning aus den USA unter die Arme greifen.

Exklusiv dazu sprachen wir heute mit West über ihren Auftritt als Ringrichterin, schließlich hätte sie als Kämpferin an den Start gehen sollen, wäre sie derzeit nicht verletzt. „Es ist wirklich sehr schade, ich wollte gerne die Fäuste schwingen, doch leider sind meine Füße heftig verletzt, so dass ich schlussendlich froh bin, in auch nur irgendeiner Weise mithelfen zu können. Zudem freue ich mich auf spannende Kämpfe, denn hier sind einige aufstrebende Talente aus England am Start, sowie Rosi Sexton als Punktrichterin, eine Kämpferin, die ich sehr schätze und mich darauf freue, ihre Bekanntschaft zu machen.“

Auf die Frage hin, gegen wen West angetreten wäre, sofern sie sich nicht verletzt hätte, antwortete die sympathische Amerikanerin, die England ihr Zuhause nennt: „Ich denke, ich hätte ein K-1- oder Muay-Thai-Duell gemacht, denn es gibt keine qualitative Gegnerin in meiner Gewichtsklasse. Romy Ruyssen ist an Invicta gebunden und Yana Kunitskaya (auf die West in Marbella hätte treffen sollen, Anm. d. Red.) kämpft bereits im September.“

Danielle "The Honey Badger" West (Foto: Elias Stefanescu/GroundandPound)Abschließend wollten wir wissen, wie lange die 35-Jährige noch außer Gefecht sein wird, schließlich verriet sie uns in Marbella, dass dies ihr letztes Jahr als aktive Kämpferin sein wird.

„Mal sehen. Ich leide derzeit an einer Fasciitis Plantaris (Fersensporn, Anm. d. Red.), einem angebrochenen Fußwurzelknochen und zusätzlich quält mich ein Knorpelschaden am großen Zeh. Die Fasciitis Plantaris behandle ich derzeit durch Schockwellentherapie und bekomme zudem Ultraschall-Injektionen für den Knorpelschaden, während ich Q5 Combat und CherryActive supplementiere, was mir ermöglicht, trotz der Schmerzen weiterhin zu trainieren und aktiv zu sein. Ich werfe Reifen um, klettere Wände hoch und mache Pratzentraining durch diese Wundermittel; für die Unterstützung wollte ich mich bedanken.“

Bisher sind acht Kämpfe für die Veranstaltung bekannt, in deren Höhepunkt Rachael McMillan auf Kate Jackson treffen wird, während Chloe Hinchcliffe und Cherie Buck den Co-Hauptkampf bestreiten. Dazu sollen noch weitere Duelle folgen. Kämpfe im Amateurboxen sowie K-1 werden das Kampfprogramm ebenfalls erweitern, versichern die Veranstalter.

Rollentausch - Nur fair, wenn die Damen kämpfen? Zur Erheiterung der anreisenden Zuschauer werden international erfahrene (männliche) MMA-Kämpfer wie Louis King, Tomasz Czerwinski, Dom Clarke, Steve Dossett und Tolly Plested als „Ring Boys“ agieren.

Trotz der raschen Entwicklung des MMA-Sports und der steigenden Beliebtheit von Frauen-MMA ist es immer noch sehr schwer, genügend Kämpferinnen für alle Gewichtsklassen zu finden, doch mit Amateur- sowie Profikämpfen hat es sich Colosseum Sports zum Ziel gemacht, Abhilfe zu schaffen.

Mit Unterstützung der britischen Website Cage Queen, welche Großbritannien mit Statistiken und Nachrichten rund um FMMA versorgt, ähnlich wie es unsere geschätzten amerikanischen Kollegen von WMMAToday oder WombatSports für die USA tun, werden Statistiken sowie Trainingsmöglichkeiten, aber auch Kämpfe, geführt und angeboten. Diese Annoncen und Informationen sollen zukünftig regelmäßige Kämpfe für weibliche Athletinnen in Großbritannien möglich machen. Ein guter Ansatz, auf den britische Kämpferinnen in Zukunft zugreifen können.

Gina Carano, Ronda Rousey, oder Christiane Santos haben in der Vergangenheit durch die Strikeforce-Organisation starke Kämpfe hingelegt und Interesse generiert. Hinzu kam Branchenbooster Invicta FC, die mit zwei erfolgreichen Veranstaltungen (GnP berichtete) Frauen-MMA ins mediale Scheinwerferlicht stellte. Nun startet auch England durch, wenn es am 25. August heißt: Women Fight Back!

Women Fight Back
25. August 2012
Aldershot, England

Pro-MMA
Rachael McMillan vs. Kate Jackson
Chloe Hinchcliffe vs. Cherie Buck
Andrea Gladiatrix vs. Emma Watson

Amateur-MMA
Kristy Davis vs. Cheryl Flynn
Paula Donnelly vs. LJ Adams
Emma Luxford vs. Laura Howarth
Kerry Hughes vs. Kerry Masarati
Bex Packham vs. Charlotte Stephen