MMA - Europa

UFC Rotterdam: Stefan Struve gegen „Bigfoot“ Silva im Duell der Hünen

Messen sich in Rotterdam: Stefan Struve und Antonio Silva (Foto: Dorian Szücs & Tobias Bunnenberg/GNP1.de)

Die Spatzen pfiffen es bereits von den Dächern, nun wurde es informell bestätigt. Wie die brasilianischen Kollegen von Combate erfuhren, kommt es am 10. Mai in Rotterdam zum Duell zwischen Stefan Struve und Antonio „Bigfoot“ Silva. Für beide Schwergewichte steht dabei der Job in der UFC auf dem Spiel.

Dass Stefan Struve (26-8) bei der UFC-Premiere in den Niederlanden dabei sein würde, war so sicher wie das Amen in der Kirche. Ob der holländische Kämpfer jedoch die Halle hinter sich hat, wird sich zeigen. Struve stammt aus Beverwijk neben Amsterdam, einer Stadt die zumindest im Fußball traditionell ein großer Rivale der Rotterdamer ist. Denn Unterstützung kann der „Skyscraper“ momentan gut gebrauchen. Drei seiner letzten vier Kämpfe gingen in den vergangenen Jahren verloren, zwei Mal wurde er dabei vorzeitig besiegt.

Dass der 28-Jährige überhaupt noch kämpfen darf, ist bei seiner medizinischen Vorgeschichte ein kleines Wunder. Beim Niederländer wurde 2013 eine Erkrankung der Herzklappe und ein vergrößertes Herz festgestellt. Keine guten Voraussetzungen, um Kampfsport auf höchstem Niveau zu betreiben. Struve kämpfte sich jedoch zurück und konnte seit seiner Freigabe zwei Mal das Octagon betreten. Dabei setzte er sich im August gegen Antonio Rodrigo Nogueira nach Punkten durch, bevor er sich anschließend Jared Rosholt geschlagen geben musste.

Ihm gegenüber steht mit Antonio „Bigfoot“ Silva (19-8-1 (1)) ein Gegner, der ebenfalls nicht mehr auf der körperlichen Höhe ist. Der an Akromegalie leidende Brasilianer wurde vom TRT-Verbot der UFC hart getroffen, war er doch bis dato einer der wenigen UFC-Kämpfer, der tatsächlich aus medizinischen Gründen auf die Restosteron-Ersatz-Therapie zurückgreifen musste. Diese Probleme wurden mit der Entfernung eines Hirntumors hoffentlich endgültig beseitigt. Denn auch im Octagon lief es für den 36-Jährigen zuletzt mehr schlecht als recht.

Ein verlorener Titelkampf gegen Cain Velasquez vor zweieinhalb Jahren läutete einen Abwärtstrend mit einem Unentschieden gegen Mark Hunt, später aufgrund eines positiven Tests zum No Contest erklärt, sowie Erstrundenniederlagen gegen Andrei Arlovski und Frank Mir ein, der erst im August gestoppt werden konnte. In Rio de Janeiro konnte Silva noch einmal zeigen, was in ihm steckt und Soa Palelei in der zweiten Runde technisch ausknocken. Der Höhenflug sollte jedoch nur drei Monate anhalten, bevor Mark Hunt im Rückkampf kurzen Prozess mit dem Brasilianer machte und ihn noch im ersten Durchgang K.o. schlug.

Weitere Kämpfe für den 10. Mai stehen bislang nicht fest, allerdings gab Alistair Overeem via Twitter zu verstehen, dass er aller Voraussicht nach den Hauptkampf der Veranstaltung in Rotterdam bestreiten wird.