MMA - Europa

UFC Fight Night 30: Machida schlägt Munoz per Highkick-K.o.

Der Live-Blog zum England-Event der UFC.

Die zweite England-Show der UFC in diesem Jahr ist vorüber und bot im Grund alles, was ein guter MMA-Event haben muss: spektakuläre Knock-outs, tolle Submissions und ein kleines bisschen Kontroverse. Lyoto Machida konnte sein Mittelgewichts-Debüt mit einem Highkick-K.o. gewinnen, der Co-Hauptkampf zwischen Ross Pearson und Melvin Guillard endete unerfreulich im No Contest.

Lyoto Machida vs. Mark Munoz
Lyoto Machida ist mit einem Knall im Mittelgewicht angekommen. Nach einer langen Abtastphase, ohne wirkliche Aktionen beider Kämpfer, feuerte er einen linken Highkick ab, traf, und Mark Munoz ging zu Boden. Machida wollte nachsetzen, doch der Referee ging dazwischen.

Ross Pearson vs. Melvin Guillard
Ross Pearson machte von Beginn an Druck. Als er Melvin Guillard mit einem eingesprungenen Knie am Käfig attackierte, fing der ihn ab und brachte ihn zu Boden. Pearson wollte wieder aufstehen, doch Guillard feuerte zwei Kniestöße zum Kopf ab. Dabei befand sich Pearson jedoch in der Dreipunktstellung, weshalb der Kampf sofort abgewunken wurde. Der Referee wertete die Knie als unabsichtliches Foul und den Kampf damit als No Contest.

Jimi Manuwa vs. Ryan Jimmo
Ryan Jimmo wollte Jimi Manuwa das Heft offenbar gar nicht erst in die Hand geben und ging geradewegs aggressiv nach vorne. Schnell entwickelte sich der Kampf aber zum Clinch-Fest am Zaun, erst in der zweiten Hälfte der Runde kam es zu einigen Aktionen im Stand. Hauptsächlich bewegte sich Manuwa im Vorwärtsgang und attackierte mit vielen Kicks, traf aber kaum wirkungsvoll.

Auch in Runde zwei endeten beide Kämpfer schnell am Käfig. Sobald der Referee trennte, begann Manuwa zu attackieren, Jimmo versuchte daher einige Male, das Geschehen auf die Matte zu verlagern, was jedoch nie gelang. Nach einem Kniestoß zum Kopf stolperte Jimmo kurz vor Ende der Runde rückwärts, begann plötzlich auf dem linken Fuß zu humpeln und ging mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden. Der Referee beendete den Kampf sofort. Damit endete für Manuwa der zweite Kampf in Folge durch eine Verletzung seines Gegners.

Norman Parke vs. Jon Tuck
Eine recht ereignislose und ausgeglichene erste Runde ging am Ende an Parke, der pünktlich zum 10-Sekunden-Signal einen Takedown ansetzte, scheiterte, Tuck aber schließlich doch mit einem Back-Suplex zu Boden beförderte.

Verlief der erste Durchgang im Stand noch relativ ausgeglichen, nahm Parke das Zepter nun in die Hand, marschierte vorwärts und setzte methodisch einen Treffer nach dem anderen. Tuck baute immer mehr ab und verlor die zweite Runde so klar und deutlich.

Dasselbe Schauspiel bot sich in Runde drei. Parke nahm Tuck systematisch auseinander, zu bemängeln war höchstens Parkes fehlender Wille zu finishen, es fehlte das letzte Quäntchen Aggression, um den Kampf vorzeitig zu beenden. So reichte es aber immerhin zu einem deutlichen Punktsieg.

Alessio Sakara vs. Nicholas Musoke
Beide Kämpfer ließen nichts anbrennen und begannen, mit Fäusten um sich zu werfen. Sakara landete zunächst besser, Musoke versuchte zu clinchen, doch wurde per Suplex zu Boden befördert. Sakara ließ den Schweden kurz darauf aufstehen – ein Fehler, denn nun kassierte er selbst harte Treffer und wackelte sogar. Nach einer kurzen Clinch-Phase am Käfig brachte Musoke den Kampf problemlos zu Boden und landete in der Guard Sakaras. Musoke passierte in die Sidecontrol,  Sakara konnte sich irgendwann in die Guard Musokes vorarbeiten, musste dort aber kurz darauf in einem Armbar aufgeben.

Phil Harris vs. John Lineker
John Lineker hatte einiges wiedergut zu machen, weil er am Vortag zum dritten Mal in seiner Karriere mit Übergewicht über die Waage ging. Und das hat er getan. Im ersten Hauptkampf des Abends machte der Brasilianer kurzen Prozess mit Phil Harris, den er schon nach kurzer zeit zum ersten Mal mit einer Rechten auf die Bretter schickte. Lineker roch nun das Ende und verfolgte Harris, der kurz darauf erneut nach einer Geraden zu Boden ging. Ein rechter Haken zum Körper beendete einige Sekunden später schließlich den Kampf, Harris ging zu Boden, Lineker setzte nach, der Referee winkte den Kampf ab.

Al Iaquinta vs. Piotr Hallmann
Iaquinta versuchte, wie erwartet, mehrfach, den Kampf auf den Boden zu verlagern, Hallmann konnte die Takedown-Versuche des Amerikaners jedoch jedes Mal verteidigen. Kurz vor Ende der Runde gelang ihm dafür selbst ein Takedown, daraus machen konnte er jedoch nichts mehr. Im Stand hatte Iaquinta die Nase vorn, nahm aber auch immer wieder Konter von Hallmann.

Der Takedown aus Runde eins zeigte Wirkung, Iaquinta war nun vorsichtiger im Stand-Up, Hallmann konnte daher selbst offensiver agieren – zumal ihm gleich zu Beginn der Runde ein weiterer Takedown gelang, Iaquinta kam jedoch zurück auf die Beine, wo er Hallmann kurz darauf mit einer Kombination zu Boden schicken konnte. Der klammerte sich an einem Bein seines Gegners fest und kämpfe sich zurück nach oben – diese Runde war dennoch weg.

Der dritte Durchgang spielte sich zunächst im Stand ab und verlief ausgeglichen. Nach der Hälfte der Zeit bekam Hallmann im Schlagabtausch einen Finger ins Auge, wovon er sich jedoch schnell erholte. Langsam zeigten sich Ermüdungserscheinungen beim Polen, dessen rechtes Auge zudem begann, zuzuschwellen. Iaquinte nutzte das und brachte ihn zweimal zu Boden, landete im Stand immer wieder Hände. Nach drei unterhaltsamen und vor allem für beide Kämpfer sehr harten Runden ernannte das Punktgericht Al Iaquinta mit 29:28, 30:27, 30:27 zum einstimmigen Punktsieger.

Luke Barnatt vs. Andrew Craig
Beide Kämpfer verbrachten den Großteil der ersten Runde in der Halbdistanz, jedoch gelang keinem ein wirklicher Wirkungstreffer, bis Barnatt kurz vor Ende der Runde mit einer Rechts-Links-Kombination ein Niederschlag gelang. Zwar konnte er den Sack am Boden mit seinem Ground and Pound nicht zu machen, doch hatte er sich die Runde damit in jedem Fall gesichert.

Runde zwei verlief ähnlich, diesmal gelang Barnatt der Niederschlag jedoch um einiges früher. Er freute sich schon über einen Knock-out, doch Craig war noch im Spiel. So setzte er am Boden nach, arbeitete an einem Kimura, sicherte sich aber schließlich doch den Rücken Craigs und beendete den Kampf nach 2:12 mit einem Rear-Naked Choke.

Rosi Sexton vs. Jessica Andrade
Jessica Andrade begann gewohnt aggressiv und marschierte mit langen Schwingern nach vorne, Sexton schien damit zunächst völlig überfordert. Jeden Takedown-Versuch der Britin wehrte Andrade scheinbar problemlos ab, konnte sie gegen Ende der Runde sogar selbst einmal werfen. Zwar begann Sexton im Lauf der Runde auch selbst, den einen oder anderen Treffer zu landen, musste in letzter Sekunde vor der Pause aber nach einem rechten Haken auf die Bretter.

Im zweiten Durchgang machte Andrade dort weiter, wo sie zuvor aufgehört hatte: Sie deckte Sexton, die kaum etwas entgegenzusetzen hatte, im Stand mit Bomben ein. Zehn Sekunden vor Rundenende gelang Sexton dann doch noch ein Takedown, doch Andrade konnte sofort wieder aufstehen.

Auch Runde drei brachte nicht viel Neues, Andrade dominierte weiter, Sexton steckte weiter ein. So gab es am einstimmigen Punktsieg der Brasilianerin nach drei Runden nichts zu rütteln. Mit mehr als eindeutigen 30:26, 30:27 und 30:26 entschieden die Punktrichter für sie.

Andy Ogle vs. Cole Miller
Andy Ogle begann im Vorwärtsgang, nahm aber immer wieder einzelne, lange Hände von Miller und wirkte sogar ein wenig angeschlagen, also begann er, den deutlich größeren Miller an den Käfig zu pressen. Schließlich gelang ihm sogar ein Takedown, doch Miller konterte zügig und schnappte sich den Rücken, wo er die Runde auch beendete.

Auch im zweiten Durchgang wollte Ogle vom Standkampf nichts wissen und versuchte, Miller mit einem Single-Leg Takedown auf die Matte zu bringen. Der konterte jedoch mit einem Guillotine Choke, den Ogle verteidigen und am Ende in der Sidecontrol landen konnte. Miller holte sich die Guard zügig zurück, versuchte sich an einem Triangle und schließlich einem Armbar – doch wieder konnte Ogle beide Aufgabegriffe abwehren, bevor Miller erneut auf den Rücken stieg, wo er bis zum Rundenende verweilte.

Im dritten Durchgang wollte Ogle es wissen und landete einige Treffer im Stand, ging nach einem Konter von Miller aber doch wieder zum Takedown über, landete in der Guard und grindete den Rest der Runde mit Ellenbogen und kurzen Schlägen. Diese Runde hatte er sicher, die beiden vorherigen jedoch klar abgegeben, weshalb nach 15 Minuten Cole Miller mit 29:28, 29:28 und 29:28 den Punktsieg mit nach Hause nahm. Anschließend erklärte er, dass kein Europäer in der Lage sei, ihn zu schlagen, was das Publikum in Manchester wenig erfreut aufnahm.

Jimy Hettes vs. Robert Whiteford
Beide Kämpfer begannen mit überfallartigen Schlagabtauschen, die Hettes jedoch meist gewann. Whiteford versuchte sich an einem Wurf, wurde aber schließlich von Hettes per Juso-Hüftwurf zu Boden gebracht. Nach einigem scramblen gelang Whiteford fast aufzustehen, doch Hettes schnappte sich schnell den Rücken und arbeitete länger an einem Choke. Zum Ende der Runde konnte Whiteford sich in die Guard drehen, aber nichts Größeres anrichten.

Auch in Runde zwei verlagerte Hettes das Geschehen schnell auf den Boden und arbeitete an einem Rear-Naked Choke. Wieder konnte sich Whiteford drehen, versuchte aus der Guard aufzustehen und zu pounden, doch Hettes schnappte ihn in einem Triangle Choke, schlug ein paar Ellenbogen von unten und zog den Würger zu. Whiteford kippte um, kam nicht einmal mehr zum abklopfen, sondern schlief vorher ein, und der Referee musste nach 2:17 Minuten dazwischen gehen.

Brad Scott vs. Michael Kuiper
Brad Scott versuchte von Beginn an, das Tempo zu bestimmen und suchte den Clinch, landete ein paar Knie und verlagerte den Kampf schließlich an den Käfig. Nach einem Takedown von Kuiper konnte er wieder aufstehen, ein paar lange Hände landen und ihn schließlich in einem Frontchoke finalisieren.

UFC Fight Night 30: Machida vs. Munoz
Samstag, 26. Oktober 2013
Phones 4u Arena in Manchester, England

Hauptprogramm
Lyoto Machida bes. Mark Munoz via K.o. (Highkick) nach 3:10 in Rd. 1
Ross Pearson vs. Melvin Guillard endete nach 1:57 im No Contest (unerlaubter Kniestoß)
Jimi Manuwa vs. Ryan Jimmo via T.K.o. (Verletzung) nach 4:17 in Rd. 2
Norman Parke bes. Jon Tuck einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 30:27)
Nicholas Musoke bes. Alessio Sakara via Submission (Armbar) nach 3:07 in Rd. 1
John Lineker bes. Phil Harris via T.K.o. (Schläge) nach 2:51 in Rd. 1

Vorprogramm
Al Iaquinta bes. Piotr Hallmann einstimmig nach Punkten (29:28, 30:27, 30:27)
Luke Barnatt bes. Andrew Craig via Submission (Rear-Naked Choke) nach 2:12 in Rd. 2
Jessica Andrade bes. Rosi Sexton einstimmig nach Punkten (30:26, 30:27, 30:26)
Cole Miller bes. Andy Ogle einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Jimy Hettes bes. Robert Whiteford via Submission (Triangle Choke) nach 2:17 in Rd. 2
Brad Scott bes. Michael Kuiper via Submission (Frontchoke) nach 1:17 in Rd. 1