MMA - Europa

UFC Dublin: Smolka bringt die Iren zum Schweigen

Wieder einmal volles Haus in Dublin.

Am Samstag war die UFC zum dritten Mal in Dublin zu Gast, und obwohl in diesem Jahr weitaus weniger bekannte Namen auf dem Programm standen als zuvor, sorgten die irischen Fans für explosive Stimmung. Laola-Wellen und Fan-Gesänge brachten dieses Mal jedoch nur durchwachsenen Erfolg – nur zwei von vier Iren konnten sich vor heimischem Publikum gegen ihre Kontrahenten durchsetzen.

Wir haben für euch die Ergebnisse.

Paddy Holohan vs. Louis Smolka
Im Hauptkampf des Abends verschwendete Paddy Holohan keine Zeit, das Geschehen auf den Boden zu verlagern – nach wenigen Sekunden hatte er Louis Smolka auf die Matte befördert. Dort angekommen, ging das Arbeiten aber erst richtig los – Smolka ließ sich nicht unten halten, attackierte aus der Unterlage, drehte sich heraus, bevor Holohan den Spieß wieder umdrehte. Nach dieser Vorlage verlief der Kampf weiter. Beide Kämpfer konnten sich am Boden in gute Positionen vorarbeiten und den jeweils anderen mit Würgern und Griffen in Gefahr bringen, den Kampf aber nicht beenden.

In Runde zwei schien Holohan konditionell leicht einzubrechen, was Smolka zum Anlass nahm, den Druck zu erhöhen. Einen Holohan-Takedown konnte der Hawaiianer drehen – Smolka landete in der Oberlage, sicherte sich die Mount und ließ harte Schläge auf Holohan niedergehen. Der konnte sich zwar ein Stück weit wegdrehen, gab dabei aber seinen Rücken frei, woraufhin Smolka zum Rear Naked Choke ansetzte. Holohan musste abklopfen und in der sonst so lauten Arena wurde es urplötzlich totenstill.
Louis Smolka bes. Paddy Holohan via Aufgabe (Rear Naked Choke) nach 4:09 in Rd. 2

Norman Parke vs. Reza Madadi
Beim Co-Hauptkampf war beim Wiegen böses Blut im Spiel, davon sah man im Kampf selbst jedoch nicht viel. Reza Madadi gab zwar sein bestes, um Norman Parke mit Grimassen und Gesten aus der Reserve zu locken, viel gebracht hat es ihm im Kampf jedoch nicht. Die Anfangsphase verlief noch recht ausgeglichen, die Richtung, die das Duell nehmen würde, wurde aber deutlich, als Madadi mehrfach daran scheiterte, Parke auf die Matte zu befördern.

In Runde zwei entdeckte Parke den linken Headkick für sich, mit dem er Madadi immer wieder traf. Madadi versuchte wiederholt, das Geschehen auf den Boden zu verlagern, scheiterte aber ein ums andere Mal an Parkes solider Takedownverteidigung. Stattdessen spielte sich der Kampf zunehmend am Käfigzaun im Clinch ab, wo Parke die Kontrolle übernahm. Nach drei Runden waren die Zuschauer nicht wirklich mit dem Verlauf zufrieden, dafür aber umso mehr mit dem Ausgang.
Norman Parke bes. Reza Madadi einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)

Nicolas Dalby vs. Darren Till
Im Duell der ungeschlagenen Weltergewichtstalente Dalby und Till würde einer der beiden die Null in der Bilanz verlieren - so zumindest die Theorie. Zunächst sah es auch ganz danach aus, als wenn Till den Thaiboxkampf gewinnen würde, den sich die beiden lieferten. Till traf mit harten Schlägen, Kicks und Kniestößen und frustrierte Dalby dadurch, dass er den meisten von dessen Attacken scheinbar mühelos auswich. Erfolg hatte Dalby lediglich im Clinch, von wo aus er Till einige Male auf die Matte zerren konnte, der jedoch immer schnell wieder auf die Beine kam. Am Ende der ersten Runde konnte Till seinen Gegner mit einem harten Aufwärtshaken niederschlagen.

Nach zwei harten Runden startete Dalby im dritten Durchgang ein unverhofftes Comeback, als er einen etwas zu achtlosen Till mit harten Schlägen erwischte, die den Briten sichtlich überraschten. Dalby witterte seine Chance, schmiss Technik aus dem Fenster und marschierte nach vorne, traf Till wieder und zog ihn auf die Matte. Auf dem Boden ging der Schlaghagel weiter – kurzzeitig sah es so aus, als wenn der Kampf bald gestoppt werden würde, Till überstand die kritische Situation jedoch und kam zurück auf die Beine. Nach drei Runden ging das spektakuläre Duell schließlich an die Punktrichter.
Nicolas Dalby gegen Darren Till endet im mehrheitlichen Unentschieden (29:28, 28:28, 28:28)

Neil Seery vs. Jon Delos Reyes
Die beiden Fliegengewichte eröffnen das Hauptprogramm mit wilden Schwingern, von denen Seerys eine lautstarke Reaktion auslösen, Delos Reyes’ dagegen gar keine. In der zweiten Runde versuchte Delos Reyes, den Kampf auf den Boden zu bringen und hatte damit Erfolg. Zwar konnte er Seery nie allzu lange auf der Matte halten, aber in Runde zwei und drei immer wieder dorthin befördern. Gegen Ende der zweiten Runde sah es kurz so aus, als wenn der Mann aus Guam den Lokalmatadoren mit einem Rear Naked Choke bezwingen könnte, Seery entkam jedoch.

Auch in Runde drei schenkten sich die beiden nichts, nach zwei Kniestößen zum Körper versuchte Delos Reyes jedoch einen Takedown, den Seery abwehren und mit einem Guillotine Choke kontern konnte, in dem Delos Reyes abklopfte – Die Arena stand anschließend minutenlang Kopf.
Neil Seery bes. Jon Delos Reyes via Aufgabe (Guillotine Choke) nach 4:12 in Rd. 2

Steven Ray vs. Mickael Lebout
Im letzten Kampf des Vorprogramms lieferten sich Steven Ray und Mickael Lebout ein Kickboxduell mit recht langsamem Tempo – keiner der beiden wollte größere Risiken eingehen, beide täuschten viel an und arbeiteten mit einzelnen Schlägen oder kurzen Kombos. Mit fortschreitender Zeit gelang es Ray, dem Duell seinen Rhythmus aufzudrängen – der Schotte zeigte etwas häufiger Offensive, wich besser aus und setzte die präziseren Schläge. Erst in Runde drei ging Lebout etwas häufiger nach vorne, schien sich aber nicht recht zu trauen, Risiken einzugehen. Nach drei Runden war das Ergebnis somit recht deutlich absehbar.
Steven Ray bes. Mickael Lebout einstimmig nach Punkten (29:28, 30:27, 30:27)

Aisling Daly vs. Ericka Almeida
Der einzige Frauenkampf des Abends brachte die Arena erneut zum Kochen - schon bei Aisling Dailys Einmarsch sangen die knapp 10.000 Fans lautstark Cranberries "Zombie" mit und übertönten damit das Soundsystem. Als der Kampf startete, ging Lokalmatadorin Daly von der ersten Sekunde an mit harten Schwingern nach vorne, traf mit einigen davon und ließ den Lautstärkepegel unkontrolliert in die Höhe schießen.

Den Kampf beenden konnte Daly damit allerdings nicht – Almeida passte sich dem Druck schnell an und landete selbst harte Treffer. Mit Ausnahme der Anfangsphase jeder Runde, in der dutzende Schläge von beiden Seiten einschlugen, spielte sich der Rest des Kampfes jedoch vornehmlich auf der Matte ab. Meist war es Daly, die das Grappling initiierte, am Boden angelangt jedoch vorsichtig sein musste mit BJJ-Schwarzgurt Almeida.

Die Brasilianerin war vom Rücken aus nicht wehrlos und versuchte immer wieder, diverse Aufgabegriffe anzusetzen, woraufhin Daly sich auf Groundandpound verlagerte. Zwar konnte sie nie genug Druck aufbauen, um Almeida ernsthaft in Gefahr zu bringen, jeder Schlag heizte die Stimmung in der Halle aber mehr an und brachte die Irin einem Punktsieg einen Schritt näher.
Aisling Daly bes. Ericka Almeida einstimmig nach Punkten (30:27, 39:27, 29:28)

Scott Askham vs. Krzysztof Jotko
Im Mittelgewicht lieferten Scott Askham und Krzysztof Jotko sich ein recht ausgeglichenes Duell, das sich hauptsächlich im Stand und im Clinch abspielte. Askham war über drei Runden der aggressivere Kämpfer, konnte jedoch wenig deutlichen Schaden anrichten und wurde immer wieder von Jotko ausgekontert. Der wurde von Askham immer wieder in den Clinch am Käfigzaun gedrängt, viel passierte dort jedoch nicht. Nach drei Runden mussten also die Punktrichter ran, die das Duell knapp an Jotko gaben.
Krzysztof Jotko bes. Scott Askham geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 29:28)

Cathal Pendred vs. Tom Breese
Im dritten Kampf des Abends ging in der Dubliner Arena zum ersten Mal das Dach hoch – Cathal Pendred war der erste von vier Iren, die in Dublin in den Käfig steigen würden. Im Gegensatz zum letzten Jahr konnte er die Unterstützung der Zuschauer jedoch nicht . Zwar gelang es Pendred gegen Tom Breese, den Clinch zu bekommen, aus dem er allerdings keine Offensive anbringen konnte. Zurück in der Distanz brachte Breese mit einer Linken Pendreds Nase zum bluten, schlug ihn wenig später – erneut mit der Linken – nieder und machte mit harten Schlägen am Boden den Sack zu.
Tom Breese bes. Cathal Pendred via T.K.o. nach 4:37 in Rd. 1

Darren Elkins vs. Robert Whiteford
Weiter ging es im Federgewicht. Ringen gegen Judo hieß es zwischen Darren Elkins und Robert Whiteford, ein großer Teil der Anfangsphase spielte sich jedoch im Stand ab. Erst, nachdem Elkins in der ersten Runde einige Male gut getroffen wurde, versuchte er im zweiten Durchgang vehementer, Whiteford am Boden zu kontrollieren. Und damit hatte er Erfolg – Elkins’ aggressives Ringen brachte den Schotten verlässlich auf die Matte.

Zwar konnte sich Whiteford kurzzeitig etwas Platz verschaffen, seinen Gegner mit einem Aufwärtshaken treffen und auf die Matte werfen, kurz darauf drehte Elkins die Position aber wieder. Auch in Runde schaffte Whiteford es häufig, Elkins beim Überbrücken der Distanz mit gut getimten (Aufwärts-) Haken zu treffen, dessen Vorwärtsdruck war aber letztlich zu viel für Whiteford. Früher oder später ging es immer auf die Matte, wo Elkins mit Aufgabegriffen und Positionskontrolle auf den Punktrichterzetteln meilenweit in Führung ging.
Darren Elkins bes. Robert Whiteford (30:27, 30:27, 30:27)

Bubba Bush vs. Garreth McLellan
Den ersten Kampf des Abends begannen Bubba Bush und Garreth McLellan recht verhalten. Nach ein paar vereinzelten Kicks wurde schnell klar, dass Bush kein Interesse an einem Kampf im Stand hatte – bei jeder sich bietenden Gelegenheit suchte er den Takedown und bekam ihn in Runde eins auch meist. Aus der Oberlage zeigte er anschließend allerdings rein gar nichts, McLellan versuchte Aufgabegriffe, mit denen er allerdings erfolglos blieb.

In Runde zwei war es dann McLellan, der den Kampf über weite Strecken aus der Oberlage kontrollierte und kontinuierlich Schläge anbringen konnte. Runde drei eröffnete der Südafrikaner mit einem krachenden Aufwärtshaken, der Bush in den Rückwärtsgang trieb, woraufhin er dann allerdings erneut den Clinch suchte. Nachdem es von dort aus wieder auf die Matte ging, war McLellan weiter mit Groundandpound aktiv, gegen das Bush keine Antwort fand. Gegen Ende des Kampfes schaltete McLellan dann einen Gang hoch, dann noch einen und zwang den Ringrichter dadurch, zwei Sekunden vor Schluss abzubrechen.
Garreth McLellan bes. Bubba Bush via T.K.o. nach 4:58 in Rd. 3

Anbei die Ergebnisse im Überblick:

UFC Fight Night 76
Samstag, 24. Oktober 2015
3Arena in Dublin, Irland


Hauptprogramm
Louis Smolka bes. Paddy Holohan via Aufgabe (Rear Naked Choke) nach 4:09 in Rd. 2
Norman Parke bes. Reza Madadi einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Nicolas Dalby gegen Darren Till endet im mehrheitlichen Unentschieden (29:28, 28:28, 28:28)
Neil Seery bes. Jon Delos Reyes via Aufgabe (Guillotine Choke) nach 4:12 in Rd. 2

Vorprogramm
Steven Ray bes. Mickael Lebout einstimmig nach Punkten (29:28, 30:27, 30:27)
Aisling Daly bes. Ericka Almeida einstimmig nach Punkten (30:27, 39:27, 29:28)
Krzysztof Jotko bes. Scott Askham geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 29:28)
Tom Breese bes. Cathal Pendred via T.K.o. nach 4:37 in Rd. 1
Darren Elkins bes. Robert Whiteford (30:27, 30:27, 30:27)
Garreth McLellan bes. Bubba Bush via T.K.o. nach 4:58 in Rd. 3